Aktionärshauptversammlung FPG-Konzern
Management am Pranger

Am kommenden Freitag, 25. Juni, wird in Taiwan die Aktionärshauptversammlung der FORMOSA PLASTICS GROUP stattfinden. Dort werden Kritische AktionärInnen eines internationalen Bündnisses - insbesondere Europa, USA und Taiwan - die Besitzerfamilie Wang und das verantwortliche Management mit dem Internationalen Black Planet Award 2009 der Stiftung ethecon (Sitz Berlin/Deutschland) an den Pranger stellen. Wegen „dramatischer Verbrechern gegen Mensch und Umwelt“ (ethecon).

Die Aktionärshauptversammlung des Konzerns FORMOSA PLASTICS GROUP (FPG) wird um 14.00 Uhr Ortszeit in der Konzern-Zentrale in Taipei beginnen. Sie wird im Zeichen bereits seit Anfang Juni anhaltender massiver Proteste stehen. Im Mittelpunkt steht der Internationale ethecon-Schmähpreis Black Planet Award 2009, der insbesondere die Besitzerfamilie Wang, den Geschäftsführer Lee Chih-tsuen und das Management der FPG als Verantwortliche für den Ruin unseres Planeten an den Pranger stellt. In Zusammenarbeit mit „ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie“ werden Vertreter mehrerer taiwanesischer Sozial- und Umweltschutz-Organisationen an der Aktionärsversammlung teilnehmen. Auch ist die Teilnahme der US-amerikanischen FPG-Aktivistin Diane Wilson geplant (Preisträgerin des International ethecon Blue Planet Award 2006). Bereits im Vorfeld der Aktionärsversammlung kam es zum Eklat, weil der FPG-Konzern Protest-Aktionen in Taiwan mit Zensurmaßnahmen und Prozessdrohungen begegnete.

Die FPG ist einer der weltweit größten Hersteller des geächteten Stoffes PVC. Dieser Stoff wird unter anderem für schwere Gesundheitsrisiken wie Krebs, Gefäßerkrankungen und Durchblutungsstörungen sowie für Fehlgeburten und Geburtsfehler verantwortlich gemacht. Auch bei der Produktion von Bisphenol A, das gerade aktuell auch in Deutschland und ganz Europa massiv in der Kritik steht und das bereits in vielen Ländern verboten wurde, ist FPG einer der weltgrößten Produzenten. Darüber hinaus ist der Konzern in aller Welt für seinen skandalösen Umgang mit Umwelt- und Gesundheitsschutz bekannt. Ein von „ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie“ im Zusammenhang erstelltes Dossier in drei Sprachen informiert darüber.

Mit den ethecon-Schmähpreisen wurden bisher die EigentümerInnen bzw. AktionärInnen und das verantwortliche Management der Konzerne MONSANTO (2006), NESTLÉ (2007) und XE/BLACKWATER (2008) angeprangert.

Gleichzeitig mit der jährlichen Vergabe der Negativ-Preise in Berlin/Deutschland werden auch Positiv-Preise verliehen. Die Internationalen ethecon Blue Planet Awards gingen bisher an Diane Wilson/USA (2006), Vandana Shiva/Indien (2007), José Abreu und Hugo Chávez/Venezuela (2008) sowie Uri Avnery/Israel (2009).

ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen „von unten“, die sich vor allem in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. Die noch junge Stiftung finanziert sich über Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften.

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