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[ethecon email info] 10-08-25

Guten Tag,

hokuspokusfidibus - das Leck ist gestopft, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vorbei. Jedenfalls in den Medien.

BP-Chef Tony Hayward wird aus der Schusslinie genommen und mit einer „Abfindung“ in Millionenhöhe bei BP innerhalb des Konzerns ans andere Ende der Welt versetzt.

Während weder Hayward noch einer der Verantwortlichen für 11 Tote und die Katastrophe bestraft werden, erhält Diane Wilson, Preisträgerin des Internationalen ethecon Blue Planet Award 2006, wegen ihrer friedlichen Proteste gegen BP zweieinhalb Jahre Gefängnis auf Bewährung unter undemokratischen Zwangsauflagen. Mehr dazu in dieser ethecon email info weiter unten.

War es das? Nein! ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie sammelt Spenden für eine taz-Anzeige, in der erneut zum Boykott und zum Protest gegen BP aufgerufen werden soll. Spenden Sie dafür hier unter dem Stichwort „BP-Anzeige“. Bei Spenden ab 50 Euro wird auf Wunsch der Name des Spenders in der Anzeige genannt. Wichtig: Vermerken Sie in diesem Fall bitte außer dem Stichwort auch „mit Namensnennung“ in Ihrer Spenden-eMail.

Mit solidarischen Grüßen

Axel Köhler-Schnura / Bettina Schneider
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
www.ethecon.org / info@ethecon.org

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„ethecon“ ist die Zusammensetzung der englischen Begriffe „ethics“ (Ethik) und „economics“ (Ökonomie). Die englische Sprache haben wir deshalb gewählt, da unsere internationale Stiftung in einer globalisierten Welt wirkt. Dies wird auch an unseren international ausgerichteten Projekten und den beiden internationalen ethecon-Preisen deutlich.

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Sie finden in dieser ethecon email info
(hier nur die Überschriften, die Artikel weiter unten in dieser eMail):

: 1
ethecon-Preisträgerin Diane Wilson
drohen 2,5 Jahre Haft

: 2
BP:
Diskussion um Boykott

: 3
Homeless World Cup 2010:
Deutsche Meisterschaften

: 4
EU-Petition:
Regeln für Unternehmen

: 5
Reiche stiften und spenden

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: 1
ethecon-Preisträgerin Diane Wilson
drohen 2,5 Jahre Haft

Wie wir bereits in einer früheren Ausgabe unserer ethecon email info berichtet haben, ist die Preisträgerin des Internationalen ethecon Blue Planet Award 2006, Diane Wilson, am 9. Juni in Washington DC festgenommen worden, nachdem sie sich bei einer Sitzung des Energie-Ausschusses des US-Senats mit (nachgemachtem) Öl übergossen hat. Mit dieser Aktion protestierte sie vor allem gegen die republikanische Senatorin Lisa Murkowski, die vehement eine Gesetzesvorlage blockiert, mit der die Haftungsbegrenzung von Ölfirmen aufgehoben werden soll. Diese liegt im Augenblick bei $75 Millionen.

Bei der Anhörung des BP-Geschäftsführers Tony Hayward durch den US-amerikanischen Senat am 17. Juni forderte Diane Wilson mit schwarz verschmierten Gesicht und Händen lautstark dessen strafrechtliche Verfolgung. Sie wurde erneut festgenommen.

Diese beiden friedlichen Protest-Aktionen werden ihr ebenso als gesetzwidriges Benehmen vorgeworfen wie ihr angeblicher Widerstand gegen ihre Verhaftung. Dabei zeigen die Fernsehbilder deutlich, dass Diane Wilson sich nicht der Festnahme widersetzt, sondern nur bis zum letzten Moment versucht, ihre ölverschmierten Hände zu zeigen.

Diane Wilson (Jahrgang 1948) ist seit Jahrzehnten bereits aktiv für die Rettung des für seinen Artenreichtum bekannten Golf von Mexiko vor den Zerstörungen durch die chemische und andere Industrie. Zudem hattte sie als Garnelenfischerin in fünfter Generation ganz persönliche Gründe für ihre Proteste.

Am 20. August hat in Washington die gerichtliche Anhörung im Fall Wilson stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft forderte die unglaubliche Strafe von 840 Tagen Haft. Im Vorfeld der Verhandlung hatte ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie trotz der Kürze der Zeit noch eine Eil-Aktion mit Protestmails an das Gericht und andere in den Fall verwickelte Autoritäten und Institutionen organisiert. Wir danken an dieser Stelle allen, die sich daran beteiligt haben! Durch die gemeinsamen Proteste sahen sich das Gericht und andere jedenfalls gezwungen, öffentlich Stellung zu nehmen. Auch über die Medien konnten wir eine gewisse Öffentlichkeit herstellen. Und nicht zuletzt konnten wir Diane Wilsons Moral stärken, indem wir ihr unmittelbar nach Verkündung der Skandal-Beschlüsse gegen sie einen Blumenstrauß überreichen ließen. Diane Wilson bedankt sich ganz herzlich bei allen, die sich für sie eingesetzt haben.

Im Ergebnis der Verhandlung blieb es bei dem skandalösen Strafmaß von fast zweieinhalb Jahren Gefängnis für Diane Wilson. Allerdings wurde es auf Bewährung ausgesetzt. Unter der Bedingung, dass sie in den kommenden neun Monaten nirgendwo in den USA verhaftet wird und darüber hinaus für ebenfalls die nächsten neun Monate dem Washingtoner Regierungsviertel fernbleibt, bleibt ihr der Antritt der Strafe erspart. Sollten diese Auflagen von ihr gebrochen werden, muss sie die volle Strafe absitzen.

Im Klartext bedeutet das: Während die Täter, also die BP-Manager, die für die Ölkatastrophe und die 11 Todesopfer im Golf von Mexiko verantwortlich sind, in keiner Weise strafrechtlich verfolgt werden, wird versucht, Opfer wie Diane Wilson mit der Androhung von hohen Gefängnisstrafen einzuschüchtern und mit politischem Betätigungsverbot mundtot zu machen. Damit stellt sich der Staat - ein weiteres Mal - auf die Seite der Großkonzerne.

Für eine Umwelt- und Politaktivistin wie Diane Wilson sind die verhängten Auflagen keine einfachen Bedingungen. Dennoch ist Diane Wilsons Engagement ungebrochen. Da sie sich im Regierungsviertel kein Gehör mehr verschaffen darf, wird sie es auf andere Art und Weise tun: Im September wird sie im Rahmen einer anlässlich der Ölkatastrophe geplanten Großdemonstration in Washington offiziell den Beginn eines Hungerstreiks verkünden, um so auch weiterhin vernehmbar gegen Tiefseebohrung zu protestieren und die Aufhebung der Haftungsbeschränkung von Ölfirmen zu fordern.

Jetzt ist weiterhin internationale Solidarität gefordert, um der Preisträgerin des Internationalen ethecon Blue Planet Award 2006 den Rücken zu stärken. Dafür benötigen wir auch Ihre Unterstützung. Spenden können Sie hier. Wir danken an dieser Stelle ausdrücklich allen, die bereits mit einer Spende geholfen haben: Dankeschön.

: 2
BP:
Diskussion um Boykott

Am 12. Juli ist im Neuen Deutschland ein interessanter Artikel erschienen. Unter der Überschrift „Soll man BP boykottieren?“ hat Peter Nowak sich Gedanken über unseren internationalen Boykott-Aufruf gemacht. Und er war nicht der einzige, der sich mit unserem Boykottaufruf kritisch auseinander gesetzt hat.

Natürlich haben wir alle Einwände sehr ernst genommen und uns damit auseinandergesetzt. Hier die fünf wichtigsten Einwände gegen den Boykott und unsere Meinung dazu:

1. „Es hätte auch jede andere Ölfirma treffen können.“

Das ist in der Tat wahr. Aber deshalb doch nur umso schlimmer! Natürlich gibt es keinen „guten“ Ölkonzern. Alle streben nach maximalem Gewinn. Da wird (nicht nur) an der Sicherheit gespart. Bei BP war es nun aber besonders massiv: Die Sicherheitsvorrichtung, die das Unglück wahrscheinlich hätte verhindern können, hätte 500.000 Dollar gekostet. Sie ist „eingespart“ worden. Insgesamt gibt der BP-Konzern jährlich nur etwa 20 Millionen Dollar für die Sicherheit aus. Das ist weniger als ein Zehntausendstel des jährlichen Umsatzes. Diese hemmungs- und rücksichtslose Profitgier hat elf Menschen das Leben gekostet und eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten verursacht. Damit sticht BP aus der Riege der in ihrer Profitsucht verbrecherisch agierenden Ölkonzerne besonders hervor. Am Beispiel BP lassen sich so über den Boykott leicht das bei allen Öl- (und anderen) Konzernen grundlegende Prinzip verdeutlichen und entsprechende weitergehende Aktionen entwickeln. Weitergehende Aktionen aber schließen eine niedrigstufigere Aktion wie einen Boykott nicht aus. Der Boykott gegen BP ist entsprechend trotz der konkurrierenden Existenz anderer Öl-Konzerne durchaus sinnhaft.

2. „Das venezolanische Öl ist auch nicht sauberer.“

Da wir unser Öl in der Regel von Konzernen wie BP (über die Aral-Tankstellen), Shell, Exxon, Chevron und Total beziehen, ist es nicht nur gerechtfertigt, diesen Konzernen besondere Aufmerksamkeit zu schenken, sondern sogar dringend geboten. Natürlich kann jederzeit - ähnlich dem ersten Argument - die Kritik darüber hinaus greifend prinzipiell gegen die gesamte Öl-Industrie gewendet werden. Wobei es aber sicher einer zwischen kapitalistischen und staatlichen Konzernen differenzierenden Argumentation bedarf, da es durchaus unterschiedliche ökonomische und gesellschaftliche Grundlagen der Öl-Förderung gibt - unabhängig von der gleich gelagerten Sicherheits- und Ökologie-Problematik. Auch vor diesem Hintergrund behält der BP-Boykott seinen Sinn.

3. „BP steht kurz vor der Pleite. Durch einen Boykott wird der Konzern nur schneller ein Übernahme-Kandidat.“

So sehr wir einen BP-Boykott für eine sinnvolle Protestform in der aktuellen Auseinandersetzung halten, so sehr halten wir es für absurd, zu meinen, dass ein Boykott derart lange und tiefgreifend Wirkung zeitigen könnte, um einen 240-Milliarden-Dollar-Umsatz-Konzern in den Untergang zu treiben. Selbst vor dem Hintergrund von imagebedingten Kurseinbrüchen und Milliarden-Strafen. Ein Boykott ist nicht mehr und nicht weniger als eine „Strafaktion“. Sie demonstriert Meinung in der Form einer Verweigerung. Sie wird entsprechend eine Firma mehr oder weniger hart treffen. Im Fall von BP und im Fall dieses Boykotts eher weniger hart.

Wie BP als viertgrößter Konzern der Welt in sich ruht, zeigt übrigens auch die Tatsache, dass der Konzern selbst noch nicht einmal davon redet, dass Kurseinbrüche oder die 20 Milliarden Dollar, die er zahlen soll, Übernahme- oder gar ruinöse Gefahren herauf beschwören würden. Wobei wir allerdings eine Übernahme letztendlich gar nicht ausschließen können, da in dieser kapitalistischen Welt Übernahmen zum Alltag gehören.

Ein Boykott ist also neben dem Protestschreiben eine der wenigen Möglichkeiten, die der Einzelne hat, um seine Unzufriedenheit und seine Kritik deutlich zu machen.

4. „Alle Tiefseebohrungen sind gefährlich und müssen gestoppt werden.“

Das sehen wir genauso. Offensichtlich sind Ölbohrungen in solcher Tiefe ein unabschätzbares Risiko, das die Konzerne aber dennoch auf Grund ihrer Profitgier systematisch verdrängen. Bis es zu spät und der Unfall geschehen ist. Und dann zeigt sich, dass für dieses Katastrophenszenario kein Krisenmanagement existiert. Unser Boykott fordert, dass bereits entstandene Schäden tatsächlich bezahlt und beseitigt werden. Und wir haben mittlerweile die Forderung aufgenommen, alle Tiefseebohrungen einzustellen - und vor allem keine neue im Mittelmeer vor Libyen zu beginnen! Mit den Protestmails, die von unserer Webseite aus verschickt werden können, signalisieren wir BP, dass es eine kritische Öffentlichkeit gibt, die bestimmte Forderungen vertritt und darauf achtet, was der Konzern tut. Auch hier also erfüllt der Boykott eine sinnvolle Funktion.

5. „Das Problem sind nicht die Ölkonzerne, sondern der Ölbedarf der Gesellschaft.“

Abgesehen davon, dass die oben erwähnte Rücksichtslosigkeit, die der Profitgier der Konzerne geschuldet ist, durchaus ebenfalls ein Problem ist, stimmt es natürlich, dass sie einen Markt versorgen, der nun mal existiert und durchaus problematisch ist. Dementsprechend befürworten wir natürlich eine ökologisch orientierte Verkehrsorganisation. Ein politisches Umdenken wird immer dringender, entsprechend muss das politische Handeln ausgerichtet werden. Doch erübrigen sich damit weder der Boykott noch der Protest gegen den für die Ölkatastrophe und elf getötete Menschen verantwortlichen BP-Konzern. Zumal auch hier der Boykott die Debatte über Alternativen zur ölbasierten Gesellschaft beflügeln kann.

„ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie“ hält den Boykott von BP weiterhin für sinnvoll, befürwortet durchaus weitergehende und weiterführende Aktionen. Falls Sie den Boykott noch nicht unterstützt haben, tun Sie es mit einer Protest-Email und sammeln Sie Unterschriftenlisten (Unterschriftenlisten dazu gibt es hier). Bitte diesen Boykott-Aufruf möglichst umfangreich auf Blogs, Facebook, Twitter, per eMail etc. verbreiten.

Die Öffentlichkeitsarbeit rund um den Boykott-Aufruf kostet Geld. Wie zum Beispiel die taz-Anzeige, in der wir zum anhaltenden Protest aufrufen. Auch dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Spenden können Sie hier, Stichwort „BP-Anzeige“.

: 3
Homeless World Cup 2010:
Deutsche Meisterschaften

Unter dem Motto „Die WM hat ein Nachspiel“ haben am 30. und 31. Juli die Deutschen Meisterschaften der Wohnungslosen 2010 in Hamburg stattgefunden. Dabei sind 17 Mannschaften mit über 130 Spielern, die hauptsächlich Sportangeboten in der Sozialarbeit mit Wohnungslosen sowie Alkohol- und Drogenabhängigen entstammen, gegeneinander angetreten. „Hannibals Erben“ aus Kiel haben die Meisterschaft gewonnen. Der Fairness-Pokal ging an die „Schwarzwaldbrasilianer“ aus Lörrach.

Neben der eigentlichen Meisterschaft ging es aber vor allem auch um die Qualifikation einzelner Spieler für den Homeless World Cup (HWC), die Fußballweltmeisterschaft der Obdachlosen. Sie wird in diesem Jahr in Rio de Janeiro stattfinden. Acht Spieler sind aus verschiedenen Mannschaften für das „Team Germany“ ausgewählt worden, das Deutschland vom 19. bis 26. September in Brasilien vertreten wird. Als Bundestrainer fungiert der Hamburger Diplom-Sportwissenschaftler Stefan Huhn.

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie ist seit 2005 einer der Hauptsponsoren der deutschen HWC-Nationalmannschaft. Die Stiftung ist Trikot-Sponsor und hat in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Beitrag zu den Flugkosten geleistet. Wenn Sie zumindest einer Handvoll Obdachloser den Traum von der sozialen Teilhabe ermöglichen wollen, spenden Sie unter dem Stichwort „Homeless World Cup“.

Das Engagement von ethecon ergibt sich aus ihren Prinzipien: ethecon hält die ökonomischen Verhältnisse für die entscheidende Ursache für Krieg, Ausbeutung und ökologischen Ruin. Ziel ist es, eine starke Stiftung zu schaffen, die den kommenden Generationen bei deren Kämpfen für Umweltschutz, Frieden und Gerechtigkeit (finanziell) zur Seite steht. Das zunehmend einzig auf Profit und Egoismus ausgerichtete gesellschaftliches System muss nach Meinung von ethecon einer den Prinzipien von Solidarität und Gerechtigkeit verpflichteten Gesellschaft weichen.

: 4
EU-Petition:
Regeln für Unternehmen

CorA, das Netzwerk für Unternehmensverantwortung (= Corporate Accountability), das unter anderem von der Coordination gegen BAYER-Gefahren und dem Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre unterstützt wird, ruft zum Unterschreiben einer Petition an die Staats- und Regierungschefs der EU und an den Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, auf. Das Motto: „Rechte für Menschen - Regeln für Unternehmen“.

Der Text der Petition lautet: „Wir fordern Sie auf, die in der EU ansässigen Unternehmen für die weltweiten Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeiten auf Menschen und Umwelt gesetzlich haftbar zu machen. Verpflichten Sie die Unternehmen, genaue Informationen über ihre Aktivitäten zu veröffentlichen. Ermöglichen Sie Betroffenen Rechtsschutz in der EU.“

Der Hintergrund: „Europäische Unternehmen beeinflussen das Leben von Menschen in der ganzen Welt: Sie können Gutes tun, beispielsweise Arbeitsplätze schaffen, sie können Menschen und Umwelt aber auch erheblich schaden. Vor allem in Entwicklungsländern verhalten sich Unternehmen oft inakzeptabel: sie beuten Kinder aus, missachten Arbeitsrechte oder verseuchen das Trinkwasser. Ihre Stimme zählt! Fordern Sie mit uns, dass in der EU ansässige Unternehmen Menschen und Umwelt eine höhere Priorität als ihren Profiten einräumen müssen. Helfen Sie uns, den europäischen Regierungen mehr als 100.000 Unterschriften zu überreichen.“

Wenn Sie sich dieser Petition anschließen möchten, können Sie hier unterschreiben oder sich noch genauer informieren.

: 5
Reiche stiften und spenden

Auf den ersten Blick sympathische, bei näherer Betrachtung zynische Berichte tauchen immer häufiger in den Medien auf: Reiche und Ultrareiche stiften oder spenden große Teile ihres Vermögens für soziale Zwecke. Da die Unterstützung sozialer Zwecke löblich ist, wieso soll dann diese um sich greifende Flut von Wohltaten zynisch sein?

Zunächst ist völlig offen, ob der derzeitigen Flut von Ankündigungen karitativer Großspenden bzw. Groß-Stiftungen (vgl. Stern, Spiegel etc.) tatsächlich entsprechende Zahlungen folgen. Welcher Reiche tritt nicht gerne vor die Kamera und kündigt an, großzügig für die Bekämpfung von Armut und Krankheit zu spenden? Wo hingegen soll man überprüfen können, ob der selbst ernannte Wohltäter dann tatsächlich gespendet hat?

Viel schlimmer ist allerdings, dass mit diesen „Wohltaten“ die mit Berechtigung verbrecherisch zu nennende Mentalität der Reichen reingewaschen werden soll. Kein Multimilliardär kann sein Vermögen mit „ehrlicher Arbeit“ erworben haben, das ist schlichtweg unmöglich. Die Anhäufung derartiger Vermögen ist einzig und allein mit wenigstens sozialverbrecherisch kaltschnäuzigem Egoismus, der über die Leichen weniger durchsetzungsstarker Mitmenschen geht, möglich. Grundsätzlich sind diese Vermögen des weiteren auf mehr oder weniger brutale Ausbeutung von Mensch und Natur gegründet. Und schließlich ist jede Menge kriminelle Energie bis hin zu Gewaltverbrechen im Spiel. Das können wir tagtäglich in den Medien lesen, hören und auch sehen.

Und vollends zynisch wird die Großspenderei und -stifterei, wenn klar wird, dass es gerade diese stiftenden und spendenden Reichen sind, die den Sozialstaat in Trümmer schlagen und Armut und Elend überhaupt erst maßgeblich schaffen. Sie zahlen aus Geldgier keine Steuern, betreiben für ihre Profite gnadenlos die Privatisierung von Bildung, Gesundheit, Altersvorsorge etc., bauen ihren Reichtum auf Sozialdumping, ruinieren die Umwelt durch maßlose Ausbeutung usw. Und nun kommen sie daher und spenden und stiften.

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie ist eine Stiftung, die nicht auf karitatives Handeln, sondern auf gesellschaftlichen Wandel setzt. Nicht dem Armen einen Almosen, sondern Kraft zum Kampf für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Für gesellschaftlichen Wandel weg vom einzig auf Profit ausgerichteten System hin zu einer auf die Solidarität bauenden Gesellschaft.

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie ist eine Stiftung von unten. Nicht die Ultrareichen stiften hier medienwirksam für ihr Image und zur Verschleierung von Ausbeutung und Unterdrückung, sondern viele Menschen stärken die Stiftung, indem sie von ihrem mehr oder weniger schmalen Vermögen einen Teil opfern. Zumeist ohne großes Aufheben im Stillen und stets gemäß dem Motto: Viele kleine Zustiftungen ergeben eine starke Stiftung.

Zustiftungen sind entweder als Ansparzustiftung mit monatlich mindestens 20 Euro möglich, oder mit Einmalzahlungen ab 5.000 Euro. Werden Sie Fördermitglied oder helfen Sie mit einer Spende.

Gerne können Sie eine Zuwendung auch selbst an uns überweisen:

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Alle Zuwendungen an ethecon sind steuerbegünstigt, wirken steuersenkend und werden entsprechend bescheinigt.

Möchten Sie weitere Informationen? Sichern Sie sich hier die ausführlichen Informationen zu allen steuerwirksamen Möglichkeiten der Förderung.

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Es gibt in Deutschland ca. 20 Tsd. Stiftungen, international mehrere hunderttausend. Zumeist sind es Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen, denen es in erster Linie um Macht und Geld geht, etwa den Erhalt großer Familienvermögen bzw. die Sicherung der gegebenen politischen Verhältnisse. Es gibt auch Förderstiftungen für alle möglichen Zwecke und sehr viele karitative Stiftungen, die sich um eine Vielzahl von Umweltschutz-, Gesundheits- etc. Problemen kümmern.

ethecon ist eine der wenigen Stiftungen, die sich system-, konzern- und globalisierungskritisch für einen grundlegenden Wandel der Verhältnisse engagieren. ethecon ist eine Stiftung „von unten“, die sich vor allem in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht.

Die Stiftung hat derzeit 14 StifterInnen, weitere Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften sind willkommen.

Spenden bitte an:

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Werden Sie Fördermitglied. Ab 60 Euro jährlich möglich. Formlose Mitteilung unter Angabe eines Kontos zur Abbuchung des Beitrages genügt: info@ethecon.org

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Vorstand

Axel Köhler-Schnura/Düsseldorf
Dipl. Kfm./Träger des Preises für Zivilcourage 2000

Hubert Ostendorf/Düsseldorf
Dipl. Rel. Päd./Journalist und Galerist

Gudrun Rehmann/Detmold
Journalistin

Kuratorium

Elke von der Beeck/Wuppertal
Erwachsenenbildnerin

Uwe Friedrich/Bonn
Dipl. Ing. und Stadtplaner/Betriebsratsvorsitzender

Katharina Kniesche-Schubert/Hamburg
Bankkauffrau/Betriebsratsvorsitzende

Christiane Schnura/Düsseldorf
Dipl.Soz.Päd.

Wolfgang Teuber/Lübeck
Journalist

Karen Teuber-Genn/Norden
Dipl.Päd. und Theaterpädagogin

Lydia Will/Bergisch Gladbach
Studentin