CODEPINK ist eine US-basierte von Frauen gegründete Graswurzelbewegung für Frieden und soziale Gerechtigkeit, die daran arbeitet, die Kriege im Irak und in Afghanistan zu beenden, neue Kriege zu stoppen und unsere Ressourcen in Richtung Gesundheitswesen, Erziehung, grüne Jobs und andere lebensbejahende Aktivitäten umzuverteilen. Diese Bewegung wurde mit einer Anti-Kriegs-Nachtwache vor dem Weißen Haus ab November 2002 in Gang gesetzt, die ihren Höhepunkt in der Umzingelung der Residenz des Präsidenten am Internationalen Frauentag, dem 8. März 2003, fand. Leider war unser „weiblicher Präventivschlag für den Frieden“ erfolglos, und nachdem die US-Invasion im Irak stattfand, führten wir unsere Proteste und Veranstaltungen gegen diesen unmoralischen, unnötigen und illegalen Krieg fort. CODEPINK lehnt eine Außenpolitik ab, die auf Dominierung und Aggression basiert, und ruft stattdessen zu einer Politik auf, die auf Diplomatie, Mitgefühl und einer Bindung an das internationale Recht basiert.

Die Kernpunkte unseres leidenden Planeten, die ungesunde Abhängigkeit unserer Nation von nicht-erneuerbaren Ressourcen (nämlich Öl) und die rücksichtslose Invasion bei souveränen Nationen brachte Frauen und Männer mit einem Gewissen zusammen dazu, zu sagen: „Kein Krieg für Öl!“ Wir haben diese Nachricht ins Weiße Haus getragen, in die Hallen des Kongresses, die Häuser unserer gewählten Oberhäupter und versuchten die Verbindung zwischen Angriffskriegen, Ölabhängigkeit und Terrorismus aufzuzeigen. Mit Entsetzen haben wir 2008 - nach fünf langen Jahren des Kriegs im Irak und fast sieben in Afghanistan - gesehen, dass der Slogan „drill, baby, drill“ (in etwa: „Bohren um jeden Preis“) aus dem Mund von Politikern, Präsidentschaftskandidaten und gewöhnlichen Amerikanern kam. Und dass am 20. April 2010, als die British Petroleum (BP) Deepwater Horizon-Ölquelle explodierte, die Botschaft und die Wahrheit hinter dem Bohr-Slogan sich schließlich auf tragische Weise rächte.

Ungefähr eine Woche nach dem Ölaustritt wurde es deutlich, dass BP, dem Verursacher des Desasters, nicht die Reinigungsmaßnahmen anvertraut werden sollten. Die Obama-Administration hielt Pressekonferenzen ab, jeder Nachrichtensender berichtete minütlich vom neuesten Stand des Lecks, und die Empörung war ungezügelt in sozialen Netzwerken und Blogs, aber es waren keine Demonstranten auf der Straße. Die CODEPINK-Mitbegründerin Diane Wilson schlug vor, dass wir unsere staatsbürgerliche Empörung direkt zu Tony Hayward und BP in ihrer US-Zentrale tragen sollten. Innerhalb weniger Wochen kamen CODEPINK-Aktivistinnen in Houston zusammen, um ihre Protestaktion direkt vor BP zu veranstalten. Während wir unsere Körper enthüllten, enthüllten wir die „nackte Wahrheit“ über die korrupten Praktiken von BP, und verkleidet als mit (nachgemachtem) Öl verschmierte Seetiere machten wir die Umweltkatastrophe deutlich, die BP verursacht hatte. Bei BP-Tankstellen, Gemeindeparaden, an Straßenecken und auf Universitätsgeländen schossen plötzlich überall im Land Protestaktionen aus dem Boden, welche die weitverbreitete Abneigung gegen BP und die US-amerikanische Abhängigkeit vom Öl bekundeten.

Während das katastrophale Öl-Leck von BP zeitweilig die Aufmerksamkeit der Welt auf die enormen ökologischen und menschlichen Kosten unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen lenkte, müssen wir damit fortfahren, Konzerne für die Zerstörung, die sie unserem Planeten zufügen, zur Rechenschaft zu ziehen. CODEPINK hat bei unseren Führungskräften im Kongress eine Petition mit der Forderung eingereicht, dass sie ihren Job erledigen und die Verschmutzer bestrafen sollen und außerdem „nein“ zu Ölbohrungen und zu Geschenken an die großen Ölkonzerne sagen sollen. Tony Hayward, der jetzt ehemalige Geschäftsführer von BP, wurde vom Senat in die Zange genommen und von Präsident Obama angewiesen, Milliarden Dollar an Schadensregulierungen und in Hilfsfonds zu zahlen, um denjenigen zu helfen, die entlang der Golfküste gelitten haben, aber BP kann immer noch Regierungsaufträge erhalten. Wie Öl aus einer unterseeischen Quelle fließen die Berichte über anhaltende Korruption und Nachlässigkeit bei den großen Ölfirmen. Der Kampf um die Beendigung unserer Abhängigkeit vom Öl ist nicht vorbei. Dies ist nur der Anfang, und CODEPINK wird weiterhin eine Gemeinschaft von Menschen aktivieren, stärken und inspirieren, die sich für Frieden und Gerechtigkeit durch kreative Kampagnen und die Bindung an Gewaltfreiheit engagieren.

Vielen Dank, ethecon Stiftung, dafür dass ihr ein Partner bei dieser kritischen Arbeit seid, und vielen Dank an Sie alle, die Sie heute Abend hier sind, dafür dass Sie auf einen gerechteren, nachhaltigeren und friedlicheren Planeten hinarbeiten.

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