ethecon unterstützt Fukushima-Proteste am 11.02.
Gedenken an eine von Menschen gemachte Katastrophe

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie ruft auf zur Teilnahme an den bundesweit stattfindenden Mahnwachen am kommenden Samstag, 11. Februar, und unterstützt die an diesem Tag stattfindende Großdemonstration in Tokyo anlässlich des atomaren Super-GAUs in Japan im vergangenen Jahr.

Verantwortlich für die Katastrophe waren bauliche Mängel, Einsparungen und weitere Fehlentscheidungen der leitenden Manager der Betreiberfirma, des japanischen Energiekonzerns TEPCO. Diese stellten im Interesse ihrer Großaktionäre die Profite über die Sicherheit. „Sogar kurz vor der Kernschmelze wollten sie lieber ihr AKW retten, als die Bevölkerung und die Umwelt vor der drohenden Strahlung zu schützen!“, so ethecon-Vorstand Axel Köhler-Schnura.

Einige der radioaktiven Werte in Japan liegen schon jetzt über denen von Tschernobyl - dabei ist die Lage im AKW Fukushima-Daiichi noch lange nicht unter Kontrolle. Aus der Katastrophe gelernt haben die Konzernverantwortlichen dennoch nicht. Wie im vergangenen Jahr reden sie auch die jüngsten Zwischenfälle und Strahlungsaustritte klein.

Die Mahnwachen unter dem Motto „Fukushima ist überall. AKWs jetzt abschalten!“ sind ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern des Super-GAUs und mit der japanischen Anti-Atomkraft-Bewegung. Diese veranstaltet ihre Großdemonstration in Tokyo und an AKW-Standorten ganz bewusst einen Monat vor dem Jahrestag der Nuklear-Katastrophe, da am 11. März in Japan die Trauer um die Opfer des Tsunamis im Mittelpunkt stehen wird.

Die Stiftung ethecon hat im vergangenen November den Vorstandsvorsitzenden Tsunehisa Katsumata, den ehemaligen Konzernpräsidenten Masataka Shimizu und den gegenwärtigen Präsidenten Toshio Nishizawa sowie die GroßaktionärInnen des Energieversorgungs-Konzerns TEPCO mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award 2011 an den Pranger gestellt. Es ist geplant, den Schmähpreis im Rahmen internationaler Aktionen im Juni dieses Jahres in Japan den Geschmähten in Tokyo zu übergeben.

Die ausführliche Begründung für die Verleihung des Internationalen Black Planet Award 2011 finden Sie im Dossier über die TEPCO-Verantwortlichen im Download-Bereich der Webseite www.ethecon.org.

Die Stiftung ethecon ist vor allem durch die jährliche Vergabe ihrer Internationalen ethecon Blue bzw. Black Planet Awards in Berlin bekannt. Mit den Positivpreisen hat ethecon in den vergangenen Jahren Diane Wilson/USA (2006), Vandana Shiva/Indien (2007), José Abreu und Hugo Chávez/Venezuela (2008), Uri Avnery/Israel (2009), Elias Bierdel/Österreich (2010) sowie Angela Davis/USA (2011) ausgezeichnet. Die Schmähpreise gingen bisher an die EigentümerInnen bzw. AktionärInnen und das verantwortliche Management der Konzerne Monsanto/USA (2006), Nestlé/Schweiz (2007), Blackwater (Xe)/USA (2008), Formosa Plastics Group/Taiwan (2009), BP/Großbritannien (2010) und Tepco/Japan (2011).

ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen „von unten“, die sich mit ihren derzeit 25 ZustifterInnen und dem Leitmotiv „Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!“ in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. Die noch junge Stiftung finanziert sich über Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften.

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