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[ethecon email info] 30.08.2012

Guten Tag,

leider hat es etwas gedauert, bis wir heute ENDLICH über die Schmähpreisübergabe in Japan berichten können. Wir arbeiten nahezu ausschließlich ehrenamtlich und da ging es leider nicht früher. Wir bitten um Verständnis.

Unsere Aktionen zur Übergabe des ethecon Black Planet Award 2011 an den Vorsitzenden Tsunehisa Katsumata, den ausgeschiedenen Präsidenten Masataka Shimizu, den Präsidenten Toshio Nishizawa sowie die weiteren für die Fukushima-Katastrophe verantwortlichen Manager und die GroßaktionärInnen des TEPCO-Konzerns in Japan haben in jeder Hinsicht unsere Erwartungen übertroffen. Lesen Sie die fesselnden Berichte in dieser ethecon email info.

Zugleich war unsere Reise allerdings auch sehr traurig und erschütternd. Lesen Sie auch dazu unsere Reportage in dieser ethecon email info.

Und: Wir mussten die leidvolle Erfahrung machen, dass Japan sehr teuer ist. Kein Fahrschein für öffentliche Verkehrsmittel unter 6 Euro. Die Aktionen „TEPCO stoppen!“ in Japan haben ein großes Loch gerissen.

Helfen Sie uns bitte - falls möglich - mit Spenden (auch auf unserer Webseite / PayPal). Stärken Sie uns den Rücken mit einer Fördermitgliedschaft, einer Anspar-Stiftung oder vielleicht sogar mit einer Zustiftung.

Bitte machen Sie unter Ihren Freunden und Bekannten auf uns und unsere Arbeit aufmerksam.

Dass sich das überzogene Budget gelohnt hat, wird an vielen Dingen deutlich - so zum Beispiel an der Berichterstattung im ZDF (Suchwort „Schmähaward“). Aber auch an der tiefen Dankbarkeit der japanischen AktivistInnen, die zu Tränen gerührt waren, dass wir sie mit der Strahlenkatastrophe nicht alleine lassen.

Am 1. September erhält die von unserem ethecon Blue Planet Preisträger Elias Bierdel mitgegründete Organisation Borderline Europe den Aachener Friedenspreis. Wir gratulieren!

Viele weitere wichtige Informationen und Petitionen gibt es auf unserer Facebook-Kampagnenseite. Sollten Sie eine eigene Facebook-Seite haben, dann drücken Sie bitte auf unserer Facebook-Seite den „Gefällt mir“-Button und verleihen Sie als „Fan“ unserer Arbeit so Ihre Unterstützung. Bitte jetzt direkt.

Und noch eine Bitte: Wir brauchen ehrenamtliche Unterstützung. Vor allem bei Übersetzungs- und Internetarbeiten.

Mit solidarischen Grüßen
Axel Köhler-Schnura / Bettina Schneider
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
www.ethecon.org / info@ethecon.org

Nicht vergessen:
Wenn Sie bei Facebook sind, dann melden Sie sich bitte auch auf unserer Facebook-Seite an. Und empfehlen Sie uns weiter!

* „ethecon“ ist die Zusammensetzung der englischen Begriffe „ethics“ (Ethik) und „economics“ (Ökonomie). Mehr zu „ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie“ am Ende dieser eMail und auf unserer Internetseite.
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Sie finden in dieser ethecon email info
(hier nur die Überschriften, die Artikel weiter unten in dieser eMail):

: 1
Es geht weiter:
Die 31. Stifterin

: 2
Schmähpreisübergabe an
TEPCO-Verantwortliche in Tokio

: 3
ethecon-Delegation
erschüttert in der Region Fukushima

: 4
Neue ethecon Kampagne:
Ausbeutung Strafgefangener stoppen!

: 5
„Global Peace“-Demo
am 15.9. in Berlin

: 6
Obdachlosen-Fußball:
Deutsche HWC-Teilnahme gefährdet

: 7
Arbeiterfotografie-Workshop
bei Kuba-Solidaritätsfest

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: 1
Es geht weiter:
Die 31. Stifterin

Eine Stiftung braucht StifterInnen. Eine Stiftung braucht Menschen, die sich entschließen, ein Projekt zu unterstützen, das auch noch arbeiten wird, wenn wir alle längst gestorben sind.

ethecon ist eine konzernkritische Stiftung. ethecon StifterInnen stehen den künftigen Generationen zur Seite, wenn dieser - ebenso wie wir heute - gegen Krieg, Ausbeutung und Umweltzerstörung kämpfen. Aus Verantwortung von uns heute für die Kinder und Enkel morgen.

In der vergangenen Ausgabe unserer ethecon email info haben wir uns darüber gefreut, dass wir mit der 30. Zustifterin unser Etappenziel für das Jahr 2012 frühzeitig erreicht haben. JedeR neue StifterIn stärkt uns doppelt: Zum einen finanziell - was unsere noch kleine und finanzschwache Stiftung immer braucht! -, zum anderen moralisch, weil jede Zustiftung eine Solidaritätsbekundung mit uns und unserer Arbeit ist. Beides ist in Zeiten, in denen wir spürbar ins Visier der Großkonzerne geraten, dringend nötig.

Heute freuen wir uns außerordentlich darüber, dass wir schon wieder eine neue Stifterin bei uns begrüßen dürfen. Wir begrüßen unsere 31. Stifterin ganz herzlich und bedanken uns für ihr Engagement und ihre Unterstützung unserer gemeinsamen Ziele!

Sie stärkt uns in unserer Hoffnung, unser mittlerweile nach oben korrigiertes Ziel für 2012 noch zu erreichen: Wir hoffen nun darauf, dass wir in diesem Jahr auf 35 ZustifterInnen und ein Stiftungsvermögen von vielleicht 750 Tsd. Euro kommen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns dabei helfen!

Und keine Angst - Sie brauchen kein Vermögen, um bei ethecon zuzustiften. Bereits ab 20 Euro monatlich werden Sie Anspar-ZustifterIn. Sollten Sie mehr Möglichkeiten haben, ab einem Betrag von 5.000 Euro werden Sie direkt ZustifterIn.

Wichtig für Ihre Entscheidung: Für Zustiftungen gelten sehr großzügige Steuervorteile. Alle Zustiftungen können zu sehr großen Teilen über die jährliche Steuererklärung refinanziert werden. Jeder Euro an ethecon mindert direkt die zu zahlenden Steuern. Sollten Sie Fragen dazu haben, dann melden Sie sich bitte bei uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Und: Wenn Sie sich (noch) nicht zu einer Zustiftung entscheiden können, Darlehen, Spenden und Fördermitgliedschaften helfen uns selbstverständlich auch!

Und wenn Sie zuvor erst einmal mehr Info über uns und unsere Stiftung wollen, dann bestellen Sie einfach hier die Stiftungsbroschüre „Für eine Welt ohne Ausbeutung und ohne Unterdrückung“. Natürlich kostenlos (Spende erbeten).

: 2
Schmähpreisübergabe an
TEPCO-Verantwortliche in Tokio

Trotz vieler Steine, die uns im Vorfeld in den Weg gelegt wurden (wie wir in der vorangegangenen Ausgabe der ethecon email info berichtet haben), ließ sich ethecon nicht von dem Plan abbringen, den Black Planet Award während der Aktionärshauptversammlung des TEPCO-Konzerns an die Verantwortlichen zu übergeben.

Die TEPCO-HV war ein Erlebnis der besonderen Art. Zusammen mit vielen japanischen Aktionsgruppen sorgte ethecon ab frühem Morgen für Stimmung vor dem Saal. Eine Pressekonferenz unter freiem Himmel wollten die Sicherheitskräfte von TEPCO zwar verhindern, allein, es gelang nicht. Dutzende von Kameras und Mikrofonen waren auf die ethecon Transparente und die Schmähtrophäe gerichtet.

Noch im (oben erwähnten) Interview mit dem ZDF vor den Toren der HV ging ethecon davon aus, dass der Preis nicht in den Saal käme. Doch dank mehrerer Eintrittskarten, die ethecon vor Ort von japanischen AktionärInnen erhielt, konnten die ethecon-VertreterInnen, zwar von einer Armada von Sicherheitskräften begleitet, die Halle betreten. Es fanden nicht einmal mehr die üblich Sicherheitschecks statt und auch die Schmähtrophäe wurde nicht beanstandet.

Im Saal dann Aktionärsdemokratie auf japanisch: Es waren keinerlei Medien zugelassen, es gab nur von dem Konzern verlautbarte Informationen, selbst das Rederecht wurde ethecon verweigert. So hätte der Preis im Saal ohne jede Öffentlichkeit übergeben werden müssen. Entsprechend entschied ethecon sich zu einer symbolischen Übergabe vor dem Veranstaltungsort (die in den ZDF-Nachrichten zu sehen ist) und einer öffentlichen Übergabe bei der TEPCO-Zentrale in Tokio im Rahmen einer Demonstration am nächsten Tag.

Es war genau die richtige Entscheidung. Die wartende Medienmeute vor der HV nahm die Nachricht, dass das Rederecht verweigert worden war, gierig auf und transportierte die Meldung von der Demo am folgenden Tag. Natürlich war die Hauptverwaltung großräumig abgesperrt. Doch ethecon versuchte durch den Kordon von Sicherheitskräften und Polizei durchzubrechen und die Schmähtrophäe vor der - natürlich gesicherten - Tür abzustellen. Was letztendlich auch gelang. Seltsamerweise traute sich keine Sicherheitskraft den Preis wegzuräumen. Und da stand er nun, der Internationale ethecon Black Planet Award 2011 - einsam und verlassen vor der verrammelten TEPCO-Konzernzentrale.

Offenbar die ganze Nacht, denn nach 12 Stunden ging durch die japanischen Nachrichten: Es sei vor der TEPCO-Zentrale ein Fundstück aufgefunden worden. Es handele sich um den bekannten Schmähpreis für TEPCO. Da sich der Besitzer, TEPCO, noch nicht gemeldet habe, werde der Schmähpreis als Fundstück in Verwahrung genommen und aufbewahrt. Nicht ohne noch hinzuzufügen, dass er nach Ablauf der Frist dann „ordnungsgemäß“ vernichtet werde.

Das Durchbrechen der japanischen Medienblockade ist ein großer Sieg, den wir gemeinsam mit den japanischen AktivistInnen feiern konnten. In den deutschen Medien haben wir uns besonders darüber gefreut, dass das ZDF in allen Nachrichtensendungen am 27. Juni über unsere Schmähpreisübergabe berichtet hat. Bei der ZDFmediathek finden Sie unter dem Stichwort „Schmähaward“ den eigentlichen Beitrag und eine Aufzeichnung der heute-Sendung (zweiter längerer Beitrag, mit Anmoderation).

Einige Fotos von der Schmähpreisübergabe am 27. Juni und der Anti-TEPCO/Anti-KEPCO-Demonstration am 28. Juni sehen Sie unter dem Blog-Eintrag (30.6.) von Sascha Klinger, einem in Japan lebendem Deutschen, der unsere Aktivitäten in Tokio gefilmt hat und für die kommende Tagung im November eine kurze Dokumentation zusammenstellen wird.

Am 29. Juni nahm ethecon an einer Anti-AKW-Großdemonstration teil. Statt der erwarteten 70 Tsd. kamen rund 200 Tsd. Menschen. Wieder wurden die AktivistInnen von ethecon enthusiastisch gefeiert. Axel Köhler-Schnura wurde sogar eingeladen, „auf der größten Demonstration in Japan seit 1964“ zu sprechen. Diese Demonstration war, so wurde später erklärt, insofern ein historisches Ereignis, da erstmals seit Jahrzehnten die Menschen tatsächlich wieder auf der gesamten Straße demonstrierten. Bis dahin wurde immer brav auf dem Gehsteig demonstriert oder auf einer einzigen freigegebenen Fahrspur. So auch zu Beginn dieser Demonstration. Es drängten sich auf den beiden Gehsteigen der mehrspurigen Straße kilometerlang zehntausende von DemonstrantInnen, die erst vier, fünf Stunden später begannen, die Straße zu erobern und sie dann letztendlich auch komplett in Besitz nahmen. Es war ein befreiender Akt für Hunderttausende. Die Rückeroberung der Straße wurde gefeiert. Luftaufnahmen von der Demo gibt es bei Youtube.

Über die in Berlin stattgefundene Verleihung unseres Schmähpreises, des Internationalen ethecon Black Planet Award 2011, an die leitenden ManagerInnen und die GroßaktionärInnen des TEPCO-Konzerns, haben wir in den vergangenen Ausgaben unserer ethecon email info immer wieder berichtet. Ausführliche Infos dazu finden Sie hier, das Dossier in drei Sprachen hier. Inzwischen ist auch längst der Offene Brief an TEPCO in das Japanische übersetzt und findet in Japan immer mehr Verbreitung. Dazu gibt es auch eine deutsche, englische und spanische Version.

Bitte helfen Sie auch weiterhin! Bestellen Sie das aktualisierte ethecon-Flugblatt zu TEPCO. Beteiligen Sie sich an unserer Kampagne „TEPCO stoppen!“ und sammeln Sie Unterschriften dafür. Und vor allem: Helfen Sie mit, unsere Kampagne zu TEPCO auch weiterhin zu finanzieren. Denn die Katastrophe ist noch lange nicht vorbei! Wir brauchen Spenden.

: 3
ethecon-Delegation
erschüttert in der Region Fukushima

Zwei Tage lang bereiste ethecon zusammen mit Opfer- und Widerstandsorganisationen (Mütter von Fukushima etc.) den Bezirk Fukushima und machte sich vor Ort selbst ein Bild. In Fukushima selbst war es erschütternd. Den TeilnehmerInnen der ethecon-Delegation stiegen mehr als einmal aus tiefer Betroffenheit, aber auch aus blanker Wut, die Tränen in die Augen: Die Konzerne und die konzerngesteuerte Regierung überlassen - unter den Augen der Weltöffentlichkeit - Millionen von Menschen im hochverstrahlten Gebiet rund um die Katastrophenreaktoren ihrem Schicksal, der Verstrahlung mit entsprechenden Krankheiten und qualvollem Tod. Darunter mehr als 300.000 Kinder.

Allein in Fukushima, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, leben knapp 300 Tsd. Menschen. Sie liegt lediglich etwa 80 Kilometer Luftlinie von den Katastrophenreaktoren entfernt. Iwaki, eine Großstadt, etwa 35 Kilometer südlich von den AKWs Fukushima, hatte vor der Katastrophe 350 Tsd. Einwohner. Hunderttausende sind noch in der Stadt, sie haben einfach keine (finanziellen) Möglichkeit mit ihren Familien wegzuziehen.

Auch die vielen Quadratkilometer Felder und landwirtschaftlichen Flächen in dieser Region sind alle bewirtschaftet. Der Reis und die anderen Lebensmittel werden verkauft und finden ihren Weg in die Haushalte. Was es vor diesem Hintergrund bedeutet, dass in Japan zum 1. April des Jahres die Grenzwerte für die Strahlenbelastung bei Lebensmitteln verschärft wurden, bleibt unklar.

ethecon hat selbst mit Geigerzählern die Werte in den Gebieten gemessen - sie zeigten bis zu 32 Mikrosievert pro Stunde an. Fakt ist, dass für einen europäischen Atomarbeiter eine Jahresbelastung von 20 Millisievert und eine Lebensbelastung von 400 Millisievert gilt. Zusätzlich zur „natürlichen Hintergrundstrahlung“ von 1 - 2 Millisievert im Jahr gilt für die Normalbevölkerung ein zulässiger Strahlenwert von 1 Millisievert jährlich. Hochgerechnet auf das Jahr bedeuten die von ethecon gemessenen 32 Mikrosievert pro Stunde eine 280-fache Überschreitung dieses Grenzwerts.

Nichtsdestotrotz bombardieren die Medien und gekaufte Wissenschafter die Menschen im verstrahlten Gebiet mit Falschinformationen. So behauptet etwa der Vizepräsident der Medizinischen Universität von Fukushima, Shunichi Yamashita, Strahlendosen von bis 100 Millisievert pro Jahr seien unschädlich, die Aufnahme radioaktiver Stoffe in den Körper sei unbedenklich und gegen Radioaktivität könne man sich mit Lachen schützen.

Das alles vor dem Hintergrund, dass die Kernschmelze in den Katastrophenreaktoren andauert und jeden Moment außer Kontrolle geraten kann; vor dem Hintergrund, dass das Abklingbecken mit 1.535 Brennstäben von Reaktor IV auf genau zwei Wänden steht, in denen sich schon Risse von 5 cm zeigen, und bei der geringsten Erschütterung eine atomare Katastrophe eintreten kann, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen und selbst ganz Tokio, das keine 250 km entfernt liegt, verstrahlen würde; vor dem Hintergrund, dass die japanische Atom-Mafia den letzten Ministerpräsidenten Naoto Kan, der nach der Katastrophe Konsequenzen androhte, mit einer gesteuerten Verleumdungskampagne aus dem Amt drängte; vor dem Hintergrund, dass die Atom-Konzerne Hand in Hand mit den Medien eine bleierne Informationsblockade über das Land verhängt haben und gleichzeitig eine Lügenkampagne ohne Beispiel führen; vor dem Hintergrund, dass nicht ein Verantwortlicher bei TEPCO oder anderswo zur Rechenschaft gezogen wurde; vor dem Hintergrund schließlich, dass TEPCO mit Steuermilliarden vor dem Konkurs gerettet wird und so die Profite der GroßaktionärInnen unangetastet bleiben.

Fukushima führt eindrücklich vor Augen: Die Vokabeln schrecklich, furchtbar etc. fassen längst nicht mehr, was tatsächlich vorgeht. Es ist grausame, unmenschliche Barbarei.

Um den Betroffenen wenigstens eine unabhängige Anlaufstelle zu bieten, wollen die Mütter von Fukushima mit einigen anderen Organisationen eine eigene Klinik gründen, in der vor allem die Kinder auf die Folgen der Verstrahlung untersucht werden können. Als Starthilfe hat ethecon der Clinic-Fukushima 2.500 Euro gespendet. Bitte unterstützen auch Sie dieses wichtige Projekt! Lesen die Informationen über die geplante Klinik (auf Deutsch) und spenden Sie auf das angegebene japanische Konto.

Dass selbst die Folgen dieses Super-GAUs nicht zu einem Umdenken bei der japanischen Regierung geführt haben, zeigte sich in aller Deutlichkeit Anfang Juli bei der Wiederinbetriebnahme der Atomreaktoren von Oi. Dieses in der Region Kansai vom KEPCO-Konzern betriebene AKW liegt ebenfalls an der Küste und auf bzw. direkt neben zwei geologischen Verwerfungen, die jederzeit zu einem Erdbeben oder einem Tsunami führen können. Die nächste Katastrophe ist also schon vorprogrammiert.

: 4
Neue ethecon Kampagne:
Ausbeutung Strafgefangener stoppen!

ethecon hat bekanntlich im November 2011 den Internationalen ethecon Blue Planet Award an die Bürger- und Menschenrechtsaktivistin Angela Davis verliehen. Dies geschah ausdrücklich unter Hinweis auf ihre langjährige Widerstandsarbeit gegen den gefängnis-industriellen Komplex. Diese moderne Sklaverei ist menschenverachtend und muss gestoppt werden.

Die USA sind Vorreiter bei der Privatisierung von Gefängnissen. Gefängniskonzerne wie die CORRECTIONS CORPORATION OF AMERICA (CCA) erhalten staatliches Geld für die Unterbringung von Gefangenen. Da überrascht es nicht, dass dieser Konzern massive Lobbyarbeit für härtere Bestrafung auch von geringfügigen Delikten betreibt.

Zugleich entdecken immer mehr Konzerne die Möglichkeit, in Strafanstalten zu Minimalkosten produzieren zu lassen und so die eigenen Profite zu maximieren. Diese Unterwerfung der Gefängnisse unter die Prinzipien von Ausbeutung und Profit wird weltweit in andere Länder exportiert. Auch in Deutschland wird bereits darüber diskutiert, das Gefängniswesen in diese Richtung zu „reformieren“.

Konzerne wie Microsoft, IBM, Boeing, Dell, Intel und AT&T beuten Gefängnisinsassen mit Niedriglöhnen skrupellos aus. Während sie sich die Kosten für die Arbeitsplätze, die Gesundheitsvorsorge usw. sparen, genießen sie gleichzeitig erhebliche Steuervorteile. Mit den unterbezahlten Insassen geraten auf Dauer die Löhne der Gesamtgesellschaft unter Druck. Lesen Sie unser Flugblatt zur aktuellen Kampagne, schicken Sie eine Protestmail von unserer Webseite und unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende! Unsere Kampagne wird auch von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt finanziell unterstützt.

: 5
„Global Peace“-Demo
am 15.9. in Berlin

ethecon unterstützt den Aufruf des Friedensbündnisses Berlin zur „Global Peace“-Friedensdemonstration am 15. September. Thematisiert werden Echte Demokratie, Frieden, Solidarität, Freiheit und Menschenrechte sowie Echter Wandel. Hier ein Auszug aus dem Aufruf:

„Der 15.09. ist der internationale Tag der Demokratie. Unser Anliegen ist es, diesen Tag zu nutzen, um auf den Zusammenhang von “Echter Demokratie„ (Basisdemokratie) und Frieden aufmerksam zu machen, denn Kriege liegen immer nur im Interesse weniger. Mit einer Basisdemokratischen Ordnung könnten Kriege vermieden werden, da die Mehrheit diese ablehnt.

Solidarisch werden wir als Occupy- und Echte Demokratie Jetzt Bewegung zusammen mit Berliner Initiativen und Organisationen, Künstlern und Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Kultur am 15. September, wie schon zuvor, die folgenden Standpunkte öffentlich machen und vertreten:

Weltweit gehen Menschen auf die Straßen und Plätze, um einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Die massiven Probleme und Ungerechtigkeiten in Wirtschaft, Natur und sozialem Miteinander haben weltweit ihren Ursprung in einer unsolidarischen und naturzerstörenden Wirtschaftsordnung, fortwährendem Demokratieabbau, einem unsolidarischen Geldsystem sowie ungerechten Eigentumsverhältnissen. Das System ist nicht in der Krise, sondern die Krise ist das System! Nur gemeinsam werden wir in der Lage sein, ein gerechtes und solidarisches Miteinander zu entwickeln!“

Lesen Sie den vollständigen Aufruf und nehmen Sie an der Demonstration teil!

: 6
Obdachlosen-Fußball:
Deutsche HWC-Teilnahme gefährdet

Seit Gründung der Stiftung unterstützt ethecon die Fußball-Weltmeisterschaft der Obdachlosen (Homeless World Cup). Gründungsstifter Axel Köhler-Schnura: „Obdachlose sind vom Wirtschaftssystem ausgespuckt. Menschliche Ethik wird aus Profitgründen mit Füßen gertreten. Durch die Verweigerung von sozialer Hilfe, von Arbeit, von Wohnen etc. wird ihnen auch noch der letzte Rest an Würde geraubt. Die Fußball-Meisterschaften sind eine Chance für sie, sich ihre Würde rückzuerobern.“ ethecon gehört seit Jahren zu den Unterstützern und zu den Hauptsponsoren der deutschen HWC-TeilnehmerInnen.

Am 7. und 8. September findet am Weser-Stadion in Bremen die jährliche Deutsche Meisterschaft des Straßenfußballs für Obdachlose statt. In der Vergangenheit ist es mit der Deutschen Meisterschaft und besonders auch mit dem anschließenden international organisierten Homeless World Cup (HWC) immer gut gelungen, Aufmerksamkeit für die Belange der Obdachlosen zu erregen. Für viele HWC-Spieler verbessert sich nach der Teilnahme ihre Lebenssituation. Eine Fußballerin, die beim HWC 2011 in Paris für das schottische Team spielte, hat mittlerweile sogar einen Vertrag als professionelle Spielerin in der schottischen 1. Liga erhalten. Soweit die guten Nachrichten.

Die schlechte Nachricht ist, dass in diesem Jahr die deutsche Teilnahme am HWC, der im Oktober in Mexiko City stattfinden soll, akut gefährdet ist. Durch die Wahl des Veranstaltungsorts in Mexiko ist die Anreise für die vielen südamerikanischen Teilnehmer natürlich unkomplizierter. Aber die Flüge werden dadurch für andere, gerade für europäische Fußballer, enorm teuer. Sollte bis Mitte September nicht genug Geld für die Anreise zusammenkommen, dann müssen die deutschen Teilnehmer zu Hause bleiben. Bitte helfen Sie uns, das zu verhindern! Spenden Sie unter dem Stichwort „HWC 2012“.

Details zu den Deutschen Meisterschaften, dem Homeless World Cup und Hintergrundinformationen zu dem Projekt finden Sie in dieser Broschüre.

: 7
Arbeiterfotografie-Workshop
bei Kuba-Solidaritätsfest

Die Berliner Fotojournalistin Gabriele Senft ist den Teilnehmern an den ethecon Tagungen der vergangenen Jahre gut bekannt. Im Auftrag der Arbeiterfotografie dokumentierte sie unsere Veranstaltungen in Berlin. Voraussichtlich wird sie auch in diesem Jahr wieder bei unserer Preisverleihung dabei sein. Wir freuen uns jetzt schon auf ihre Bilder.

Unter ihrer Leitung fand Ende Juli in Berlin ein Workshop zum Thema Reportagefotografie statt. Dokumentiert werden sollten dafür die Feierlichkeiten der von Cuba Sí veranstalteten Fiesta de Solidaridad con Cuba anlässlich des Jahrestags des Sturms der kubanischen Revolutionäre auf die Moncada-Kaserne. Ziel der Workshop-TeilnehmerInnen war es, Bilder der Solidarität und der Völkerverständigung entstehen zu lassen.

Einige der entstandenen Fotos können Sie in dem NRhZ-Bericht von Gabriele Senft sehen und dort auch weitere Details zu der Veranstaltung erfahren.

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Es gibt in Deutschland ca. 20 Tsd. Stiftungen, international mehrere hunderttausend. Zumeist sind es Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen, denen es in erster Linie um Macht und Geld geht, etwa den Erhalt großer Familienvermögen bzw. die Sicherung der gegebenen politischen Verhältnisse. Es gibt auch Förderstiftungen für alle möglichen Zwecke und sehr viele karitative Stiftungen, die sich um eine Vielzahl von Umweltschutz-, Gesundheits- etc. Problemen kümmern.

ethecon ist eine der wenigen Stiftungen, die sich system-, konzern- und globalisierungskritisch für einen grundlegenden Wandel der Verhältnisse engagieren. ethecon ist eine Stiftung „von unten“, die sich vor allem in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht.

Die Stiftung hat derzeit 18 StifterInnen, weitere Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften sind willkommen.

Spenden bitte an:

EthikBank
Konto 30 45 536
BLZ 830 944 95
Internationale Bankverbindung
BIC GENODEF1ETK
IBAN DE 58 830 944 95 000 30 45 536

Werden Sie Fördermitglied. Ab 60 Euro jährlich möglich. Formlose Mitteilung unter Angabe eines Kontos zur Abbuchung des Beitrages genügt: mailto:info@ethecon.org.

Bei Interesse an einer Zustiftungen sprechen Sie am besten mit uns. Kurze Nachricht genügt.

Online spenden können Sie hier. Fördermitglied (ab 60 Euro jährlich) werden Sie hier. Zustiften (ab 5.000 Euro) können Sie hier. Eine Ansparzustiftung (ab 20 Euro monatlich) zeichnen Sie hier.

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie
Ahrenshooper Str. 73
D-13051 Berlin
Fon 030 - 22 32 51 45
eMail mailto:info@ethecon.org
Internet http://www.ethecon.org/

Oder direkt an den Vorstand:
Axel Köhler-Schnura
Schweidnitzer Str. 41
40231 Düsseldorf
Fon 0211 - 26 11 210
Fax 0211 - 26 11 220
eMail mailto:aks@ethecon.org

Vorstand

Axel Köhler-Schnura/Düsseldorf
Dipl. Kfm./Träger des Preises für Zivilcourage 2000

Uwe Friedrich/Bonn
Dipl. Ing. und Stadtplaner/Betriebsrat

Gudrun Rehmann/Detmold
Journalistin

Kuratorium

Elke von der Beeck/Wuppertal
Erwachsenenbildnerin

Katharina Kniesche-Schubert/Hamburg
Bankkauffrau/Betriebsratsvorsitzende

Friedhelm Meyer/Düsseldorf
ehem. Pfarrer

Christiane Schnura/Düsseldorf
Dipl.Soz.Päd.

Wolfgang Teuber/Lübeck
Journalist

Karen Teuber-Genn/Lübeck
Dipl.Päd. und Theaterpädagogin

Lydia Will/Köln
Studentin