DER AUFSTAND DES GEWISSENS

„Obwohl die Weltlandwirtschaft problemlos das Doppelte der Weltbevölkerung normal ernähren könnte, verhungert alle 5 Sekunden 1 Kind unter zehn Jahren. 37.000 Menschen verhungern jeden Tag und fast eine Milliarde sind permanent schwerstens unterernährt.

Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.

Es fehlt Geld. Das Budget des World-Food-Programms betrug 2008 sechs Milliarden Dollar, 2011 nur noch 2,8 Milliarden. Warum? Weil die reichen Geberländer, insbesondere die EU-Staaten, die USA, Kanada und Australien, viele 1000 Mrd. Euro und Dollar ihren einheimischen Bank-Halunken bezahlen mussten: zur Wiederbelebung des Interbanken-Kredits und zur Rettung der Spekulationsbanditen.
Für Sofort- und Entwicklungshilfe blieb und bleibt praktisch kein Geld.“

Jean Ziegler, 78, Schweizer Soziologe, zwischen 2000 und 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.

Kommenden November erhält Ziegler in Berlin für seinen Text „Aufstand des Gewissens“ den von der Stiftung Ethik & Ökonomie verliehenen ethecon-Preis. Ursprünglich hatte Ziegler die Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele im vergangenen Jahr geschrieben, bevor er auf Druck des Sponsors Nestlé kurzfristig wieder ausgeladen wurde. Gerade ist bei Bertelsmann sein neues Buch „Wir lassen sie verhungern“ erschienen.

Quelle: HEMPELS Magazin Heft 2012 Nr.198 pdf
Die Veröffentlichung des Artikels auf dieser Seite erfolgt mit freundlicher Genehmigung der HEMPELS-Redaktion.

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