Die Yes Men schlagen wieder zu: Hauptsache dreist und auffällig auftreten, Hauptsache Verwirrung stiften. Die Comedy-Aktivisten kämpfen mit ihren Protestaktionen gegen Konzernlobbyismus und Umweltzerstörung. Ihr dritter Film startet am Donnerstag in den deutschen Kinos.
Ihr wahrscheinlich größter Coup: Am 03. Dezember 2004, am 20. Jahrestag der Katastrophe von Bhopal, trat Yes Man Andy Bichlbaum bei BBC World als „Jude Finisterra“, ein fiktiver DOW CHEMICAL-Sprecher, auf. Durch den unnachahmlichen Bluff der Yes Men meldete die BBC an diesem Jahrestag, dass sich das Unternehmen DOW CHEMICAL, seit ein paar Jahren der neue Eigentümer der in Bhopal ansässigen Pestizidfabrik Union Carbide, zu seiner Pflicht bekennen wolle. DOW CHEMICAL wolle zwölf Mrd US-Dollar an die Familien der mehr als 8.000 Toten und 120.000 Verletzten von Bhopal auszahlen.
Andy Bichlbaum alias Jude Finisterra sagte in BBC-World: „Ich bin sehr glücklich, dass ich heute mitteilen kann, dass DOW erstmals die volle Verantwortung für die Katastrophe in Bhopal übernimmt. (…) Wir haben beschlossen, Union Carbide zu liquidieren, diesen Albtraum für die Welt, der DOW Kopfschmerzen bereitet.“
Kurz darauf dementierte die BBC ihre Meldung – und der im BBC-Live-Interview zu Wort kommende „Jude Finisterrra“ stellte sich als Yes Man heraus. In der Zwischenzeit war jedoch der Wert des Konzerns DOW CHEMICAL, der auch ethecon Black Planet Award Preisträger 2014/2015 ist, an der Börse um circa zwei Mrd Dollar gesunken.
Ein Betrag, mit dem die Sanierung des mit Quecksilber und krebserregenden Chemikalien vergifteten Geländes in Bhopal unschwer hätten unternommen werden können, meint die Stiftung ethecon. Nach einer Greenpeace-Studie lägen die Kosten lediglich in der Größenordnung von 30 Millionen Dollar.
ethecon ist gespannt, welche Einfälle der Yes Men wir als Nächstes erwarten können.

Trailer zum 3. Film der Yes Men

Druckansicht      zurück nach oben20.08.2015
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