Der Vorstand von „ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie" hat am Ende eines Auswahlverfahrens auf seiner Sitzung am 24. September 2007 beschlossen, mit dem internationalen ethecon-Preis Blue Planet Award 2007 die Aktivistin Vandana Shiva zu ehren.

Die Stiftung ethecon stützt sich bei ihrer Entscheidung auf die seit Jahren in der internationalen Öffentlichkeit bekannten Fakten, sowie auf die von unzähligen Gruppen und Organisationen in aller Welt zusammengetragenen Informationen

Zusammengefasst begründet „ethecon – Stiftung Ethik & Ökonomie“ ihre Entscheidung wie folgt:

Statt einer möglichen wissenschaftlichen Karriere als Physikerin in den USA entschied sich Vandana Shiva (55) aus Indien, Physikerin, Umweltschützerin, Menschen- und Bürgerrechtlerin, Feministin, Kriegsgegnerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises dafür, nach Indien zurück zu gehen und Ihr Wissen in den Dienst der Gerechtigkeit und des Umweltschutzes zu stellen. Vandana Shiva versucht dabei vor allem ihr Fachwissen zu nutzen, um die mit internationalen Wirtschaftsorganisationen und staatlichen Stellen wenig vertrauten Einheimischen vor Bevormundungen zu schützen.

Vandana Shiva ist längst zur Symbolfigur dafür geworden, dass alternative Ansätze sich nicht auf ein Themengebiet beschränken lassen, sondern das ganze Netzwerk einer „anderen Zukunft“ berücksichtigt werden muss.

Den alternativen Nobelpreis erhielt die Wissenschaftlerin 1993 neben ihrem Engagement für die Rechte der indischen Urbevölkerung vor allem für ihre Bemühungen, mit dem Öko-Feminismus die weibliche Perspektive in die ökologische Diskussion einzubringen.

Erfolgreich bekämpft die charismatische Globalisierungskritikerin die Biopiraterie großer Konzerne, die durch ihr Vorhaben Saatgut-Gene zu patentieren, die Existenz der Bauernfamilien in Indien bedrohen. Schier unermüdlich ist ihr internationaler Einsatz gegen genetisch veränderte Lebensmittel.

Als Gründerin zahlreicher Institute und Netzwerke setzt sie weltweit einen Paradigmenwechsel zur Nachhaltigkeit, Diversität und fairem Handel in Gang.

Vandana Shivas Verständnis von Demokratie geht weit über die herrschende westliche Definition hinaus: Hier werden demokratische Rechte für alle Lebensformen auf dem Planeten eingefordert, statt nur für Menschen. Ihre Bewegung fordert neben den üblichen Wahlrechten auch neue Freiheiten für die Gestaltung der eigenen Lebensweise und fordert die Souveränität der Bevölkerung über die Wasserqualität, die Nahrungsmittel und die Qualität der Kleidung. Sie beruft sich auf die universelle Gültigkeit ökologischer Naturgesetze und stellt die Gültigkeit internationaler Handelsabkommen prinzipiell in Frage. Der zentralisierten Macht der Konzerne setzt sie dezentrale Strukturen auf der Basis friedlicher Koexistenz entgegen und baut auf die Werte des Mitgefühls, der gegenseitigen Hilfe und des Teilens.

Insgesamt setzt sich Vandana Shiva seit über dreißig Jahren, in beispielhafter Weise für den Erhalt unseres Blauen Planeten ein. „ethecon – Stiftung für Ethik & Ökonomie“ zeichnet sie deshalb mit dem internationalen ethecon-Preis „Blue Planet Award“ des Jahres 2007 aus.

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