ethecon eMail Info April 2017

Du findest in dieser eMail Info:

1. Begrüßung:
Aktuelles von ethecon

2. COCA COLA:
Übergabeaktion Black Planet Award 2016

3. Nazi-Angriff:
Solidarität mit Claudia von Gélieu

4. Widerstand in den USA:
Solidarität mit Diane Wilson

5. Reichtum umverteilen:
Politische Erklärung des Vorstands

6. FORMOSA PLASTIC:
Faire Entschädigung für FischerInnen

7. Atomkatastrophe Fukushima:
TEPCO endlich vor Gericht

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1. Begrüßung:
Aktuelles von ethecon

Guten Tag,

es gibt viele lesenswerte Neuigkeiten für Dich. Zuerst: Die Aktionen zur Übergabe des internationalen ethecon Schmähpreises Black Planet Award 2016 an COCA COLA ist für Ende des Monats geplant. Außerdem drei Erklärungen von Vorstand und Team der Stiftung. Und schließlich: Wir sind aktiv, die Skandale bei den berüchtigten Konzernen FORMOSA PLASTICS und TEPCO kochen aktuell wieder hoch.

Wie immer brauchen wir beim Widerstand gegen Konzernmacht Deine Solidarität. Bitte spende hier per E-Mail oder hier auf unserer Internetseite oder mit PayPal (Button rechts oben unter dem Foto). Das Spendenkonto für Deine Direkt-Überweisung lautet:

 Stichwort „Konzernwiderstand stärken!“
 EthikBank
 IBAN DE58 8309 4495 0003 0455 36
 BIC GENO DEF1 ETK

In eigener Sache: Neben Geld brauchen wir Verstärkung im ehrenamtlichen ethecon Team. Vor allem für die Aktualisierung und Übersetzung unserer Website. Kannst Du helfen? Melde dich hier.

Mit solidarischen Grüßen
Saskia Rößner
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
www.ethecon.org / info@ethecon.org

 

2. COCA COLA:
Übergabeaktion Black Planet Award 2016

Mit dem Internationalen Black Planet Award 2016 hat ethecon im vergangenen November in einer großen Veranstaltung in Berlin den Getränkekonzern THE COCA COLA COMPANY geschmäht. Mit dem Negativpreis wurden namentlich die Vorstandsmitglieder Muhtar Kent und James Quincey sowie die Großaktionäre Warren Buffet und Herbert A. Allen geschmäht.

Nur einige Punkte aus der langen Liste von Gründen für diese Entscheidung: Seit 1994 ist COCA COLA in Kolumbien durch seine Verstrickungen zum Paramilitär für die Ermordung von GewerkschafterInnen verantwortlich. In der Türkei folgt der Konzern dem Motto: „Wer sich organisiert, fliegt!“. In Indien verseucht der Konzern die Böden und ruiniert das Grundwasser. In Mexiko verfolgt COCA COLA ein Programm zur Privatisierung von Wasser, das die umliegenden Dörfer und Gemeinden sprichwörtlich auf dem Trockenen sitzen lässt.

Ende April/Anfang Mai reisen drei ethecon AktivistInnen in die USA, um den schwarzen Preis an die Verantwortlichen zu übergeben. In Atlanta findet die Hauptversammlung der AktionärInnen von COCA COLA statt. Warren Buffet werden wir in seinem Hauptquartier bei BERKSHIRE HATHAWAY besuchen. Zum Abschluss ist ein Besuch beim Widerstand gegen die Dakota-Pipeline geplant.

Aufgrund der politischen Lage unter Donald Trump ist in den USA jede Menge los. Tag für Tag sind die Straßen voll. Auch unsere ethecon Blue Planet PreisträgerInnen Diane Wilson und Angela Davis sind sehr aktiv (siehe auch unten in Artikel 4). Wir sind gespannt, was unsere AktivistInnen erleben und berichten werden.

 

3. Nazi-Angriff:
Solidarität mit Claudia von Gélieu

Am 18./19. März fand eine reguläre Sitzung von Kuratorium und Vorstand von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie statt. Es ging nicht nur um die Auswertung des vergangenen Jahres und die Planung von 2017, es wurde u.a auch eine Solidaritätserklärung mit Claudia von Gélieu verabschiedet, die Opfer eine Neonazi-Anschlags wurde. Claudia organisiert seit Jahren die „Politische Stadtführung“, die wir jedes Jahr in Berlin durchführen. Hier ein Auszug aus unserer Erklärung:

„Claudia von Gélieu ist aktiv bei der Berliner Galerie „Olga Benario“. Zudem leitet die Politikwissenschaftlerin zusammen mit der Historikerin Beate Neubauer seit 1994 das Berliner Büro „Frauentouren“ und bietet in diesem Rahmen frauenhistorische und antifaschistische Stadtführungen an. ethecon arbeitet regelmäßig mit „Frauentouren“ zusammen. Zum Beispiel im Rahmen der jährlichen Veranstaltungen zur Verleihungen der beiden Internationalen ethecon Preise.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Februar wurde vor Claudias Wohnung ein Brandanschlag auf ihr Auto verübt. Dieser Anschlag reiht sich ein in eine Serie von mehr als 20 Nazi-Anschlägen in Januar/Februar in Berlin Neukölln und die im gesamten Bundesgebiet zunehmenden Anschläge und Angriffe von Neonazis auf Flüchtlingsunterkünfte und andere Objekte, aber auch auf demokratisch und antifaschistisch gesinnte Menschen.

Anlässlich des Brandanschlags auf Claudias PKW bekräftigt ethecon die Forderungen der Stiftung von 2010 und erklärt sich solidarisch mit Claudia von Gélieu und allen anderen Opfern neonazistischer, nationalistischer und rassistischer Gewalt. Neonazis müssen bestraft werden. Neonazistische Organisationen müssen verboten werden. Die Zusammenarbeit staatlicher Stellen und Geheimdienste mit Neonazis muss unterbunden werden. Wehrhafte DemokratInnen dürfen nicht das rechte Auge zumachen und das linke aufreißen. Wehrhafte DemokratInnen müssen die Demokratie verteidigen, schützen und ausbauen.“
Die vollständige Erklärung findest Du im Anhang dieser eMail Info.

 

4. Widerstand in den USA:
Solidarität mit Diane Wilson

“Dies ist eine merkwürdige Zeit in den USA. Nie habe ich so eine Angst und so einen Zorn über die neue Ausrichtung dieses Landes erlebt, die speziell von Trump ausgeht.“ Diane Wilson, Preisträgerin des ethecon Blue Planet Award 2006, bringt auf den Punkt, was viele Menschen in den USA empfinden. Allerdings sind nicht alle so kämpferisch wie sie. Diane war zur Amtseinführung von Donald Trump und noch mehrere Wochen danach in Washington D.C. unterwegs, vernetzt mit diversen AktivistInnengruppen; wie der von ihr mitgegründeten Bewegung Code Pink, ein Zusammenschluss friedensbewegter Frauen.

Am 19. Januar wurde Diane in Handschellen vom Senat-Hearing weggeführt, in dem der designierte Chef der nationalen Umweltschutzbehörde EPA, Scott Pruitt, in seinem neuen Amt bestätigt wurde. Die Behörde, die er nun leiten soll, hat er bisher als Generalstaatsanwalt von Oklahoma wiederholt angegriffen und bekämpft. (siehe auch: Washington Post vom 17. Januar). Diane machte ihrem Protest lautstark Luft und wurde mit dem Vorwurf der Behinderung der Senatsarbeit festgenommen. Am 1. Februar wurde sie mit einer Geldstrafe bestraft. Außerdem wurde ihr verboten, Washington D.C. in den nächsten Monate noch einmal zu betreten. Verstößt sie dagegen, käme sie direkt ins Gefängnis.

ethecon ruft zur Unterstützung von Diane auf! Wir bitten Dich heute darum, Diane mit einer Spende für die Prozesskosten und die Strafe zu unterstützen. Bitte spende hier per eMail oder hier auf unserer Internetseite oder mit PayPal (Button oben rechts unter dem Foto). Das Spendenkonto für Deine Direkt-Überweisung lautet:

 Stichwort „Solidarität mit Diane Wilson“
 EthikBank
 IBAN DE58 8309 4495 0003 0455 36
 BIC GENO DEF1 ETK

 

5. Reichtum umverteilen:
Politische Erklärung des Vorstands

Auf der gemeinsamen Sitzung von Kuratorium und Vorstand von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie am 18./19. März wurde eine internationale politische Erklärung zu Armut und Reichtum verabschiedet. Hier ein Auszug:

Unvorstellbarer Reichtum konzentriert sich in den Händen von nur wenigen Menschen. Gleichzeitig nehmen weltweit Ausbeutung, Armut, Hunger und soziale Ausgrenzung von Millionen von Menschen dramatisch zu. Aber auch Menschenrechtsverletzungen, Kriege und Umweltkatastrophen. Etwa 40 Prozent des weltweiten Vermögens sind im Besitz von lediglich 1 Prozent der Weltbevölkerung. Auf die unteren 50 Prozent der Weltbevölkerung entfällt hingegen weniger als 1 Prozent des weltweiten Vermögens. Zugleich müssen über 80 Prozent der Weltbevölkerung von weniger als 10 US-Dollar am Tag leben.

Diese geradezu „obszöne“ Vermögensverteilung wird kritisiert von einem wachsenden Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen. Neben VertreterInnen der Zivilgesellschaft aus den unterschiedlichsten Bereichen, wie attac und Oxfam, gehören dem Bündnis auch Gewerkschaften, politische Parteien und die Verbände der sozialen Wohlfahrt und Kirchen an. Selbst der Papst hat eine deutliche Stellung genommen.

ethecon wirkt für die „Beachtung ethischer, ökologischer, sozialer und menschenrechtlicher Prinzipien bei Organisation und Durchführung ökonomischer Vorhaben“ (Auszug aus der Satzung der Stiftung). Entsprechend unterstützt die Stiftung ethecon die zivilgesellschaftliche Reichtumskritik zu Gunsten von Gerechtigkeit, Umweltschutz und Frieden.

 

6. FORMOSA PLASTIC:
Faire Entschädigung für FischerInnen

Die FORMOSA PLASTIC GROUP (FPG) wurde von ethecon mit dem Internationalen Black Planet Award 2009 geschmäht. Der taiwanesische Konzern ist verantwortlich für Todesopfer und Schwerverletzte durch Unfälle und Explosionen in seinen Produktionsstätten weltweit. Außerdem gehen massive Umweltverschmutzungen, vor allem von Luft und Meer auf sein Konto.

Anfang 2016 hat die FPG ein Stahlwerk in Vietnam in Betrieb genommen. Doch bereits im Mai kam es zu einer riesigen Umweltkatastrophe: Der Konzern leitete verseuchtes Wasser in den Ozean. An der vietnamesischen Küste kam es auf Hunderten von Kilometern zu einer ökologischen Katastrophe mit massenhaftem Fischsterben. Gesundheit und Existenz von 270.000 von der Fischerei abhängigen Menschen sind seitdem gefährdet. Das ökologische Gleichgewicht ist nachhaltig geschädigt.

Durch die von ethecon mitgetragenen internationalen Proteste konnte erzwungen werden, dass die FPG 500 Millionen US-Dollar zahlen und das Stahlwerk stilllegen musste. Doch in wenigen Wochen soll die Produktion wieder aufgenommen werden. Die Entschädigungen reichen nicht annährend aus, um das Verbrechen an Menschen und Umwelt auszugleichen.

Entsprechend dauern Proteste und Widerstand an. Zehntausend Menschen sind in Vietnam auf den Straßen. Eine internationale Klage wird vorbereitet.
ethecon unterstützt auch weiterhin die Aktionen und fordert, dass

Bitte unterstütze die Online-Petition der FischerInnen mit Deiner Unterschrift.

 

7. Atomkatastrophe Fukushima:
TEPCO endlich vor Gericht

Der japanische Atom-Konzern TEPCO wurde von ethecon mit dem Black Planet Award 2011 geschmäht. Auf Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011 folgten in seinem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi drei partielle Kernschmelzen. Die Nuklearkatastrophe hat bis heute verheerende Auswirkungen auf die MitarbeiterInnen des AKW, die AnwohnerInnen und die Umwelt - nicht nur in Japan. Denn: Die austretenden radioaktiven Stoffe wurden mit Wind und Meeresströmung verteilt. Das Krisenmanagement von TEPCO und der japanischen Regierung war von Anfang an durch Überforderung, Vertuschung und Korruption gekennzeichnet. Baumängel und Sicherheitskonzepte wurden bereits vor der Katastrophe von dem AKW-Betreiber ignoriert.

Der Großteil der Klagen gegen TEPCO wurde von der Staatsanwaltschaft abgelehnt. Begründung: Aus Mangel an Beweisen. Anfang 2016 reichten BürgerInnen erneut Klage gegen die damaligen TopmanagerInnen ein. Das Gericht hat nun entschieden: Regierung und Energie-Anbieter haben sich beide der Nachlässigkeit schuldig gemacht. Es fallen Entschädigungszahlungen von rund 317.000 Euro an, weit weniger als gefordert.

Obwohl die große Mehrheit der japanischen Bevölkerung für den Atomausstieg ist, setzt die Regierung auf einen nuklearen Neustart. Die vor der Strahlung geflüchteten EinwohnerInnen Fukushimas werden nun in ihre Heimat zurück geschickt - gegen ihren Willen. Denn: Das Gebiet ist nach wie vor verstrahlt, die AKWs weiterhin Gau-gefährdet.

ethecon unterstützt in Fukushima ein selbstverwaltetes Kinderkrankenhaus, direkte Informationen hier.

Druckansicht      zurück nach oben15.04.2017
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