Die beiden internationalen ethecon-Preise
Seit 2006 verleiht ‚ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie’ zwei internationale Preise: Den „Blue Planet Award“ und den „Black Planet Award“. Diese beiden Preise sind das Ergebnis der Verbundenheit zwischen dem weltbekannten ZERO-Künstler Otto Piene und der Stiftung ethecon. Pienes künstlerisches Schaffen und das gesellschaftliche Engagement von ethecon haben kongenial zueinander gefunden. Was Piene mit den Mitteln der Kunst langfristig erreichen will, heißt bei ethecon: „Förderung des Wandels“. 1961 - nach vier Jahren ZERO bereits kein Unbekannter mehr - meinte Otto Piene: „Ja, ich träume von einer besseren Welt. Sollte ich von einer schlechteren träumen?“ Und 2004 stellte Axel Köhler-Schnura, anlässlich der Gründung von ethecon fest: „Ja, eine andere Welt, eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung ist möglich. Es gilt sie nur zu erringen!“
Die Stiftung ethecon geht davon aus, dass die derzeitigen Wirtschaftsprinzipien von privatem Profit, shareholder value und Gewinnmaximierung eine an den Interessen und Notwendigkeiten von Mensch und Umwelt orientierte Entwicklung immer wieder verunmöglichen und so den „Blauen Planeten“ immer weiter an den Rand des Ruins treiben. Mit der Gefahr des Untergangs, sollte dieser Prozess nicht gestoppt werden. Nach Meinung von ethecon ist entsprechend ein grundlegender Wandel, der die Diktatur des Profitprinzips überwindet, dringend erforderlich.
Einer der bekannten Werk-Zyklen von Otto Piene steht unter dem Titel „Blue Planet / Blauer Planet”. Otto Piene setzt sich damit aktiv für den Erhalt des „Blauen Planeten“ ein, indem er fordert: „Keep the Blue Planet green! / Der Blaue Planet soll grün bleiben!“ In Anlehnung an dieses Werk und diese Forderung von Otto Piene entstand der „Blue Planet Award“, ein internationaler ethecon-Preis, der beispielhafte Bemühungen für den Erhalt bzw. die Rettung des „Blauen Planeten“ auszeichnen soll.
Die Diskussionen über diesen Preis haben schnell gezeigt, dass die Auszuzeichnenden ihre herausragenden, die auszuzeichnenden Eigenschaften immer und quasi automatisch aus der Auseinandersetzung mit den für den Ruin des „Blauen Planeten“ systembedingten Strukturen und aus dem Konflikt mit den Menschen, die diese Strukturen verkörpern, gewinnen. Mut, Kraft und Moral werden entwickelt und gestärkt im Kampf mit und gegen den bzw. die Gegner, die verantwortlich sind für Ruin und Barbarei. Entsprechend kamen wir zur Überzeugung, das es nicht ausreicht, die Verdienste im Ringen für eine bessere Welt zu würdigen, sondern dass es gilt, auch die Verantwortlichen für den Ruin des „Blauen Planeten“ konkret zu benennen. Und so schuf die Stiftung ethecon in konsequenter Weiterentwicklung der Ideen und Förderungen von Otto Piene und ganz im Sinne der Stiftungsziele als Gegenstück zum Positiv-Preis „Blue Planet Award“ den Negativ-Preis „Black Planet Award“.
„Blue Planet Award“ und „Black Planet Award“ sind eine Einheit, zwei Seiten der gleichen Medaille. Beide zusammen spiegeln den Zustand unserer Welt und fordern zu Widerstand, Wandel und Engagement auf. Zeichnet der eine ethecon-Preis „Blue Planet Award“ den Einsatz für den Erhalt bzw. die Rettung des „Blauen Planeten“ aus und macht auf die drängenden Handlungsmöglichkeiten und Chancen aufmerksam, brandmarkt der „Black Planet Award“ die Schändung und den Ruin des „Blauen Planeten“ und verdeutlicht die Gefahr des Systemkollaps und der Katastrophe, die einen „Schwarzen Planeten“ heraufbeschwört.
Gemeinsam zeigen die beiden ethecon-Preise: Es gibt Hoffnung. Sie fordern - ganz im Sinne der Stiftung und von Otto Piene: „Mehr Licht, mehr Grün!“
Suche und Findung der jährlichen PreisträgerInnen, die jährliche Verleihung der Preise im Rahmen eines mit wechselnden inhaltlichen Themen im Kontext der Verantwortung für den Erhalt einer lebenswerten Welt ausgestalteten Festaktes - das ist das „Blue Planet Project“ von ‚ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie’. In Kooperation und inspiriert vom ZERO-Künstler Otto Piene.




