Im Zusammenhang mit Zuwendungen spielt gegenseitige Achtung eine ebenso große Rolle wie das Vertrauen, das grundlegend notwendig ist. Es gibt das landauf, landab alljährlich im Herbst gefeierte Bild von St. Martin, der sich vom hohen Ross herabbeugt und seinen Mantel mit dem unten kauernden Armen teilt. Der Reiche lässt sich erbarmen und gibt einen (übrigens verschwindend geringen Teil) seines Eigentums von oben herab an den unter ihm stehenden Mittellosen.

Genauso soll Zuwenden, Schenken und Stiften nicht vonstatten gehen. Vermögende sollten Mittellosen nicht von oben herab, sondern vielmehr derart begegnen, dass diese die Achtung vor sich selbst nicht verlieren, dass die Hilfe nicht zum (entwürdigenden) Almosen gerät. Auch unter diesem Aspekt ist übrigens Hilfe zur Selbsthilfe, also Change, sinnvoller als die milde Gabe.

Die Verwendung der Mittel sollte in jedem Fall den Nehmenden überlassen werden. Erfolgs- und Rendite-Erwartungen auf Seiten der Gebenden sind vollkommen fehl am Platz. Sie nähren nur die Gefahr der Bevormundung und Besserwisserei.

Alles in allem muss auf Seiten der ZuwenderInnen Vertrauen in die NehmerInnen herrschen. Was auch nicht weiter schwer ist. Die mitunter über lange Zeiträume und mit großem Engagement in den Projekten arbeitenden Menschen haben in aller Regel ein Know-how angehäuft, das nicht durch noch so guten Willen auf Seiten der ZuwenderInnen ersetzt werden kann. Es gilt das bewährte Sprichwort: Schuster, bleib‘ bei deinen Leisten! Die BewegungsarbeiterInnen sind fit im Hinblick auf ihren Job, die Vermögenden haben das Geld. Die harmonische Bindung schafft optimale Ergebnisse.

Natürlich muss genau geprüft werden, wohin das Geld geht. Aber eben nicht unendlich lange und nicht zu sehr den eigenen Vorstellungen folgend. Wenn Übereinstimmung mit den grundlegenden Inhalten und Zielen der Projekte gegeben ist, wenn der persönliche Kontakt - auch per Post oder Telefon - überzeugend ist, dann sollte gegeben werden. Spontan, mit Freude und kräftig. Es gelten die Grundsätze: Je mehr, desto besser. Je rascher, desto wirksamer.

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