14. März 2009

ethecon-Tagung im „Pfefferwerk“/Berlin
„Finanzkapital - Spekulation, Krisen & Alternativen“

Mit Conrad Schuhler konnten wir einen ebenso sachkundigen wie engagierten Referenten für unsere diesjährige Tagung gewinnen. Conrad Schuhler ist Diplom-Volkswirt und Mitarbeiter beim Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (ISW) in München. Studiert hat er an den Universitäten München und Manchester sowie an der Yale University und in Berkeley/USA. Er hat zahlreiche Bücher verfasst und schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, GEO und konkret.

Erschütterung der Finanzsysteme
Angesichts der aktuellen Erschütterungen der weltweiten Finanzsysteme bot es sich geradezu an, das Thema „Finanzkapital“ für unsere Tagung zu wählen. Das Geschehen auf den Finanzmärkten ist eng mit Fragen von „Ethik & Ökonomie“ verknüpft und hat zahlreiche Berühungspunkte mit den inhaltlichen Anliegen unserer Stiftung.
Conrad Schuhler wird die verschiedenen Finanzkrisen der letzten zehn Jahre vorstellen und uns Einblick in die Zusammenhänge verschaffen: Die Krise der „Emerging Markets“, die Krise der „New Economy“, die Hypothekenkrise und die aktuelle Aufblähung der Energie- und Lebensmittelpreise. Wie kam es zur Bildung spekulativer Blasen - „Bubbles“ genannt - und zu derem Platzen?

Nach der Klärung einiger zentraler Grundbegriffe wird die Herausbildung des modernen Finanzkapitals analysiert. Woher kommen die gewaltigen Geldmassen, die zur Aufblähung der Finanzmärkte und zu ständig größeren Spekulationsblasen führen? Wie wirkt sich die „Dominanz der Finanzmärkte“ auf die Realwirtschaft aus? Welche Rolle spielen die Banken, die Institutionellen Anleger? Wie funktionieren neue Institutionen wie Hedge fonds und Private Equity Fonds? Welche Konsequenzen hat die wachsende Transnationalität des Finanzkapitals und die Herausbildung globaler Parameter für Profitziele und Unternehmensstrategien?

Jeder sinnvolle Versuch, die Finanzkrise zu bewältigen und künftigen Krisen vorzubeugen, muss in dieses System eingreifen. Die Angebote der „Selbstreinigung“ des Banken- und Aufsichtssystems müssen kritisch geprüft werden. Notwendig ist die Neuverteilung von Einkommen und Vermögen, die Neuverteilung der Arbeit, die Neuverteilung der Macht. Notwendig sind vor allem die Vergesellschaftung der Banken und die Demokratisierung der Wirtschaft.

Panne mit Termin
Die inhaltlich stets am Themenkreis „Ethik & Ökonomie“ ausgerichteten Tagungen der Stiftung ethecon mit der darin eingebetteten Verleihung der beiden internationalen ethecon-Preise sind Tradition. Seit 2004 bereits lädt ethecon seine StifterInnen, Fördermitglieder, SpenderInnen und anderen FreundInnen und Interessierten einmal jährlich im Dezember zu einer solchen Tagung in die ufa-Fabrik in Berlin ein.

Im Jahr 2008 gab es eine Panne. Sechs Wochen vor der Tagung, im Oktober 2008, teilte uns die ufa-Fabrik überraschend mit, dass die bereits langfristig gebuchten Räume aufgrund eines Belegungsfehlers nicht genutzt werden können. Es war für uns nicht möglich in der Kürze der verbleibenden Zeit ein geeignetes Ausweichquartier zu finden. Wir mussten notgedrungen die Tagung verschieben. Und zunächst einmal neue Räume suchen.
Schwierige Raumsuche

Die Suche erschwerten hohe Anforderungen:

> Vor allem müssen die Räume zu uns passen. Wir sind eine sozial bewegte, ethisch und ökologisch engagierte Stiftung. Wir können und wollen nicht in irgendwelchen Glaspalästen tagen. Wir wollen zudem keine Räume, die auch von Konzernen für Konferenzen und Tagungen genutzt werden.

> Zusätzlich zu den Tagungsräumen brauchen wir für anreisende interne und externe Gäste ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten, die ebenfalls zu uns passen und in bequemer Nähe der Tagung liegen.

> Und schließlich muss alles bezahlbar sein. Wir sind eine kleine Stiftung und müssen mit kleinem Budget arbeiten.
Im Ergebnis haben wir schließlich das Gelände „Pfefferberg“ gefunden. Es handelt es sich um die Gebäude der ehemaligen Brauerei „Pfeffer“, die lange Zeit leer standen, im Jahr 1999 schließlich von Künstlern und sozialen Initiativen übernommen werden und sich seither zu einem in Berlin weithin bekannten Kunst- und Kulturzentrum wandeln. Seit 2001 werden die 21 historischen Gebäude auf dem Gelände sogar aufwendig saniert.

Großes Dankeschön
Da wir die Räume nur mit der engagierten Hilfe unserer StifterInnen in Berlin und vieler anderer Freundinnen und Freunde vor Ort gefunden haben, an dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN an alle.
Auf dem weitläufigen Gelände „Pfefferberg“ zwischen Christinenstraße und Schönhauser Allee gibt es das preisgünstige, aber trotzdem ruhige und sehr angenehme Hostel „Pfefferbett“, die zahlreichen Veranstaltungsräume von „Pfefferwerk“ und das Restaurant „Pfefferberg“. Also alles, was wir für unsere Tagung benötigen. Und das alles auch noch in Nähe des Stadtzentrums, im durch seine sozial-politisch bewegte Tradition bekannten Stadtteil „Prenzlauer Berg“, mit guter Verkehrsanbindung. Zehn Minuten bis zum Alexanderplatz, nur 15 Minuten von den bekannten Hackeschen Höfen entfernt.

Pfefferwerk & Pfefferbett
Auf dieses traditionsreiche Gelände laden wir also für unsere Tagung „Finanzkapital“ mit Verleihung unserer beiden ethecon-Preise am 14. März 2009 ein. Im „Pfefferwerk“ haben wir für die Pressekonferenz und die Tagung geeignete Räume gemietet, das Restaurant „Pfefferberg“ sorgt für unsere Verpflegung und im Hostel „Pfefferbett“ haben wir ein größeres Kontingent Betten blockiert. Jetzt anmelden!

zurück zu Aktuelles
zurück zu Stiftungstagung 2008

090316

Druckansicht      zurück nach oben
Facebook Twitter YouTube Flickr
Online spenden!