Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, geb. 24.7.37 in Wiesbaden

Der aus Wiesbaden stammende promovierte Chemiker lehrte nach neunjähriger Industrietätigkeit bei einer Tochtergesellschaft der ehemaligen Farbwerke Hoechst 25 Jahre lang an der Fachhochschule für Technik in Mannheim hauptsächlich Organische Chemie.

Grünen-Gründungsmitglied

Er gehört zur Gründergeneration der Partei Die Grünen in der Pfalz und der kritischen Aktionäre der BASF („Aktion Alternativer BASF-Aktionäre). 1984 bis 1988 war Rochlitz Mitglied des Gemeinderats der Stadt Mannheim. Von dort wechselte er bis 1992 in den Baden-Württembergischen Landtag. Als Vorstandsmitglied des Landesverbands Baden-Württemberg der Bündnis90-Grünen wurde er 1994 in den Bundestag gewählt, wo er die Umweltpolitik der Grünen vertrat – als stellvertretender Vorsitzender des Umweltausschusses.

Güterzüge statt Laster

Nach seinem Umzug nach Ernsthausen wurde sein Interesse an der Verkehrspolitik geweckt. Er gründete den Verein „Güterzüge statt Laster“ und einen Arbeitskreis „Umweltfreundlicher Verkehr“ beim Regionalverband Burgwald. Von dieser Basis startete er Initiativen, um den Güterverkehr beispielhaft von der B 252 auf die parallele Schiene zu verlagern. Vehement setzte er sich für eine großräumige Umfahrung von Burgwald über das Edertal ein. „Das jetzige Durchfahrverbot für Lkw wegen der Maut ist möglicherweise auch meinen vielfältigen Eingaben an das Bundesverkehrsministerium zu danken“, sagt er.

Im Jahre 1999 – anlässlich des Beginns des Jugoslawienkrieges – trat Rochlitz aus Protest gegen die Kriegspolitik der Grünen aus der Partei aus.

Seit Erreichen des Ruhestands im Jahr 2000 war er auf Vorschlag der PDS wissenschaftlicher Sachverständiger in der Enquete-Kommission „Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung“, danach Mitglied der Störfallkommission beim Bundesumweltministerium, deren Nachfolge-Kommission (Kommission für Anlagensicherheit) er noch heute angehört.

1996 zog er mit seiner Ehefrau Ingrid, die in der Naturschutzbehörde in Marburg arbeitete, nach Marburg. Jürgen Rochlitz hat zwei Töchter und zwei Enkel. 2006 erwarb Rochlitz an der Havel in Brandenburg ein historisches Gebäude. „Die Sanierung des neuen Domizils ist ein arbeitsaufwändiges Projekt“, sagt er. In Ernsthausen sei er nur noch gelegentlich. (mab)

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