[ethecon eMail News] Juni 2021

Guten Tag,

gemeinsam mit AMAZON-Beschäftigten und Unterstützer*innen aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg konfrontierten wir Internet-Handelskonzern AMAZON vor zwei Wochen an seinem EU-Hauptsitz in Luxemburg mit dem internationalen ethecon Dead Planet Award – mehr dazu weiter unten. In Luxemburg hat der Konzern zwecks Steuervermeidung seinen Hauptsitz. Erst kürzlich sollte Bezos wegen Steuerhinterziehung vor den europäischen Gerichtshof vorgeladen werden.

Nun wollen die Finanzminister der Industrienationen die Steuern für Konzerne ganz offiziell auf 15% senken. Damit kapitulieren sie vor der Macht der Konzerne, die mitten in der Wirtschaftskrise eine Profitparty ohne gleichen feiern. Während Kinderarmut, prekäre Beschäftigung und Altersarmut neue Rekordstände verzeichnen.

Das Problem ist das wirtschaftliche System. Für eine Welt ohne Ausbeutung und ohne Unterdrückung müssen wir die Macht der Konzerne brechen. Ethecon spricht diese Wahrheit unverblümt aus und greift die Konzerne direkt und beispielhaft an. Und hinterlässt den kommenden Generationen für ihren Kampf gegen Konzernmacht eine unabhängige und parteiische Stiftung. Genau dafür suchen wir nach weiteren (Zu-)Stifter*innen und Unterstützer*innen.

Neues aus unseren konzernkritischen Kampagnen findest Du in diesen [ethecon eMail News]. Scrolle einfach runter.

Mit solidarischem Gruß
Niklas Hoves
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
www.ethecon.org / info@ethecon.org

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Du findest in diesen [ethecon eMail News]
(hier nur die Überschriften, die Artikel weiter unten):

 

: [1]
AMAZON
Dead Planet Award in Luxemburg

: [2]
RHEINMETALL
Protest vor Aktionärsversammlung

: [3]
RWE
Tribunal gegen Kohle-Konzern

: [4]
DOW CHEMICAL und MONSANTO
Für chemische Kampfstoffe vor Gericht

: [5]
Fleischkonzern JBS
Alle Bänder stehen still

: [6]
VOLKSWAGEN
Ex-Managern droht Gefängnisstrafe

: [7]
Stuttgart 21 – Das Lenkmal
OB bevorzugt Monarchen-Denkmal

: [8]
Steuerdaten veröffentlicht
Milliardäre zahlen keine Steuern

: [9]
Kolonial-Verbrechen
Keine Entschuldigung ohne Entschädigung

: [10]
In eigener Sache:
Spenderdaten schützen – ohne AMAZON

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: [1]
AMAZON
Dead Planet Award in Luxemburg

Am 26. Mai trafen sich online die Aktionäre von AMAZON. Währenddessen protestierten in 20 Städten weltweit Menschen gegen schlechte Arbeitsbedingungen bei dem Handels-Konzern. Die ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie nahm Kontakt zu den Standorten von AMAZON in Deutschland auf und regte eine gemeinsame Protestaktion von Arbeiter*innen und Unterstützer*innen an. Gemeinsam konfrontierten wir den Internet-Handelskonzern an seinem EU-Hauptsitz in Luxemburg mit dem internationalen ethecon Dead Planet Award, mit dem im November 2020 Jeffrey Bezos, der Gründer, CEO und Haupteigentümer von AMAZON, öffentlich an den Pranger gestellt worden war.

In Luxemburg hat der Konzern zwecks Steuervermeidung seinen Hauptsitz, von hier wird im Schatten der Pandemie und auf dem Rücken von Lagerarbeiter*innen, Paket-Bot*innen und abhängigen Einzelhändler*innen abkassiert. Erst kürzlich sollte Bezos wegen Steuerhinterziehung vor den europäischen Gerichtshof geladen werden.

Wir danken Euch allen, die Ihr mitgefahren seid, Kundgebungen in anderen Orten organisiert, Flugblätter verteilt oder gespendet habt. Ihr seid Klasse!

Die persönliche Konfrontation von Jeff Bezos mit dem Dead Planet Award steht weiterhin aus. Bezos soll sich vorsorglich selbst einen Platz bei seinem nächsten Flug ins All freigehalten haben – da kann er gerne bleiben!

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: [2]
RHEINMETALL
Protest vor Aktionärsversammlung

Am 11. Mai wurde der ethecon Dead Planet Award auch vor der Konzern-Zentrale von RHEINMETALL aufgebaut, als von dort aus die Vorstände des Rüstungskonzerns mit ihren Aktionären online tagten. Die ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie stellte 2017 die Vorstände Armin Papperger und Ulrich Grillo sowie die Großaktionäre von RHEINMETALL persönlich mit dem Dead Planet Award an den Pranger.

Im Zuge unserer Kampagne konfrontierten wir 2018 die Geschmähten auf ihrer Aktionärsversammlung, 2019 den Vorstand Papperger vor seinem Privatwohnsitz und blockierten 2020 auch ein Werkstor von RHEINMETALL in Kassel. Die Vorstände des Kriegs-Konzerns sind direkt verantwortlich für das Fortdauern blutiger Bürgerkriege auf der ganzen Welt.

Am Tag der diesjährigen Hauptversammlung gab es auch Protestkundgebungen in den Niederlassungen von RHEINMETALL in Berlin und Kassel sowie vor ihrer Munitionsfabrik in Unterlüß.

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: [3]
RWE
Tribunal gegen Kohle-Konzern

Dieses Wochenende steht die RWE AG am Pranger! Es wird ein großartiges Tribunal, dass einige der ganz großes Konzernverbrechen unserer Zeit angreift und dabei Ross und Reiter benennt. Ganz nach unserem Geschmack! Immer wieder protestierte ethecon gegen die schmutzige Kohle-Verstromung, die Zerstörung von Dörfern und Wäldern im Dienste der Profite von RWE.

Thema des ersten Tribunals in Lützerath ist Heimatvertreibung, Gesundheitsgefährdung und Repression durch den Braunkohle-Abbau. Die Gesundheitsgefährdung durch Braunkohleverstromung wird der Kinderarzt Christian Döring, Köln, erörtern. Er beschäftigt sich seit fast 10 Jahren mit den dramatischen Folgen der Feinstaub-Emissionen der Braunkohleverstromung für Kinder und Ungeborene.

  • Protestiere hier gegen die anhaltenden Zerstörungen ganzer Dörfer im Namen des Klima-Killers Kohle!

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: [4]
DOW CHEMICAL und MONSANTO
Für chemische Kampfstoffe vor Gericht

Für die Herstellung des Giftes “Agent Orange”, mit dem das US-Militär während des Vietnam-Krieges hunderttausende Menschen vergiftete und bis heute schädigt, standen gleich zwei unserer Schmähpreisträger im Mai in Frankreich vor Gericht: Die Verantwortlichen von MONSANTO und DOW CHEMICAL. Skandalös, dass das Gericht erneut die Zuständigkeit von sich wies. Wir waren bei der Demonstration in Paris dabei und kämpfen auch weiterhin dafür, dass dieses Menschheitsverbrechen gesühnt und die hinter den Konzernen stehenden Profiteure zur Rechenschaft gezogen werden!

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: [5]
Fleischkonzern JBS
Alle Bänder stehen still

Nach einem Hackerangriff standen die Fleischbetriebe unserer brasilianischen Schmähpreisträger von JBS in Australien und den USA mehrere Tage lang still. Verdient! Denn JBS vergiftete seine Kunden mit Gammelfleisch und krebserregenden Chemikalien und bestach zuständige Lebensmittel-Kontrolleur*innen um den Export von Gammelfleisch zu vertuschen.

Ihr Geschäftsmodell beruht auf Massentierhaltung und industrieller Schlachtung, gesundheitsschädlichen Arbeitsverhältnissen und dem Vertrieb von Gammelfleisch. Über präventiv beigemischte Antibiotika in Futtermitteln vermehren ihre Fleischprodukte Resistenzen und steigern die Gefahr weltweiter Epidemien.

2019 hatte ethecon den Batista-Clan mit dem Dead Planet Award öffentlich an den Pranger gestellt.

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: [6]
VOLKSWAGEN
Ex-Managern droht Gefängnisstrafe

Im Zuge des Diesel-Betrugs belogen die Vorstände des VOLKSWAGEN-Konzerns ihre Kunden, die Öffentlichkeit und die Behörden über die Abgas-Standards ihrer Diesel-Fahrzeuge. Es entstanden finanzielle Schäden für die Kunden und kaum zu beziffernde Umweltschäden. 2018 haben wir die VW-Vorsitzenden Diess und Pötsch sowie die VW-Großaktionäre Weil und Porsche 2018 mit dem Internationalen ethecon Dead Planet Award öffentlich an den Pranger gestellt. Nachdem der Kopf der Sparte AUDI bereits saß, droht auch dem Ex-Vorstand des Gesamtkonzerns Martin Winterkorn eine Haftstrafe. Der Vorwurf lautetet gewerbs- und bandenmäßiger Betrug.

Von den Schadensersatzzahlungen von insgesamt 288 Millionen EUR, zu denen mehrere Manager von VOLKSWAGEN bereits verurteilt wurden, zahlen sie selbst allerdings nur einen Bruchteil: Es greift die Manager-Haftpflichtversicherung der ZÜRICH und ALLIANZ! So ist den Konzernen der gewerbs- und bandenmäßige Betrug bei Minimalrisiko möglich! Nur Haftstrafen, Enteignungen und strenge Aufsicht über VOLKSWAGEN können diesen Skandal tatsächlich beenden!

Unangetastet blieb bislang Winterkorns treuester Gehilfe, der für seine Loyalität vom Finanzvorstand an die Spitze des Aufsichtsrates wechselte: Dead Planet Preisträger Hans Dieter Pötsch. 2019 konfrontierten wir ihn vor seinen versammelten Aktionären.

Ein anderes Vorstandsmitglied hat inzwischen ein Buch über den Diesel-Betrug geschrieben. Hiltrud Werner gibt sich geläutert, versucht die Deutungshoheit über den Diesel-Betrug zu erringen und das Image des Konzerns zu retten. Gut, dass ethecon ein umfangreiches Dossier über VOLKSWAGEN vorgelegt hat!

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: [7]
Stuttgart 21 – Das Lenkmal
OB bevorzugt Monarchen-Denkmal

Im letzten Newsletter informierte ethecon:
Das S-21-Denkmal ist in Gefahr.

Mit Eurer Hilfe konnte 2019 der international bekannte Künstler Peter Lenk dem S21-Wahn ein Denkmal mit einer sehr treffenden Skulptur mitten in die Stadt Stuttgart setzen. Das schonungslose Kunstwerk erfreut sich auch weiterhin größter Beliebtheit. Die Stuttgarter Zeitung sprach von „Stuttgarts neuer Attraktion“.

Doch die Verantwortlichen in Stuttgart wollen die Lenk-Skulptur möglichst schnell und möglichst ohne großes Aufsehen loswerden. Am 11. Juni traf Lenk dazu in Stuttgart u.a. den Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU). Dieser will das Lenkmal vor dem Stadtpalais „aus Platzmangel“ entfernen. Platz genug gibt es hingegen für ein Ehrenmal des letzten württembergischen Monarchen – schwäbische Prioritäten eben!

Wir danken Euch für Eure geleistete Unterstützung! Lasst uns auch jetzt dem Oberbürgermeister bei seiner schweren Entscheidung mit Rat zur Seite stehen:

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: [8]
Steuerdaten veröffentlicht
Milliardäre zahlen keine Steuern

Die Finanzminister der Industrienationen wollen die Steuern für Konzerne ganz offiziell auf 15% senken. Im März hatten Vorstand und Kuratorium von ethecon erklärt, dass nur eine Umverteilung des immensen Privatvermögens der Ultra-reichen und die öffentliche Kontrolle ihrer Konzerne die verschärfte Ausbeutung im Schatten der Pandemie stoppen könne. Wie darin vermutet, kapitulieren die Staatsregierungen in aller Welt vor diesen Ultra-Reichen.

Diese Woche veröffentlichte das Portal Propublica die Steuer-Daten von tausenden der reichsten der US-Amerikanischen Konzern-Herren. Somit ist belegt, dass Ultra-Reiche wie Jeff Bezos oder Elon Musk in der Regel gar keine Steuern zahlen. Die bloßgestellte US-Steuerbehörde reagierte prompt – mit Drohungen gegen die Whistleblower. ethecon fordert als ersten Schritt die Offenlegung aller Steuertricks und setzt sich für den Schutz von Whistleblowern ein!

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: [9]
Kolonial-Verbrechen
Keine Entschuldigung ohne Entschädigung

Seit einigen Wochen kündigt die Bundesregierung ein „Versöhnungsabkommen“ mit der ehemaligen deutschen Kolonie Namibia an, in dem der Völkermord an den Nama und Herero zwischen 1904 und 1908 endlich als Völkermord anerkannt werden soll. Doch an Entschädigungszahlungen sieht man sich nicht gebunden. Verhandlungen mit den Vertreter*innen der Hinterbliebenen fanden ebenfalls nicht statt. Konsequent lehnten sie die leere Geste entschieden und aufsehenerregend ab. ethecon solidarisierte sich in einem Brief an die Ovaherero Genocide Foundation (OGF) und die Nama Traditional Leaders Association (NTLA).

Die traditionellen Vertreter der betroffenen Bevölkerungsgruppen fordern an den Verhandlungen beteiligt zu werden, sie fordern direkte Entschädigungen an Hinterbliebene sowie die Rückgabe von annektiertem Land. In Namibia besitzt bis heute eine winzige deutsch-stämmige Minderheit die Hälfte des fruchtbaren Landes!

Für Zustifter bietet ethecon jedes Jahr am Tag nach der ethecon Preisverleihung einen exklusiven politischen Stadtrundgang durch Berlin an. In diesem Jahr wird es dabei um deutsche Kolonialgeschichte gehen. Zustiften lohnt sich!

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: [10]
In eigener Sache:
Spenderdaten schützen – ohne AMAZON

Während wir das Geschäftsmodell von Konzernen wie AMAZON entlarven und seine Profiteure persönlich konfrontieren, kapitulieren andere Stiftungen vor dieser gewaltigen Aufgabe und biedern sich an. Für diese Stiftungen oder Vereine bietet AMAZON eine tolle Lösung: AMAZON-Smile! Vom Haus des Stiftens beworben! Denn auch den gutmeinenden Unterstützer*innen gemeinnütziger Organisationen hat AMAZON etwas zu verkaufen. Und AMAZON verwaltet sicher auch gerne ihre Einkaufs- und Spendendaten!

Aber Zynismus ist fehl am Platz. Auch wenn konsequente konzernkritische Organisationen wie ethecon sehr selten sind. Wir verzichten selbstverständlich auf jede Art von Konzern-Sponsoring und schützen die Daten unserer Unterstützer*innen um jeden Preis. Nur so bleiben wir wahrhaft unabhängig und wappnen uns gegen Angriffe aller Art. Denn für eine Welt ohne Ausbeutung und ohne Unterdrückung muss die Macht der Banken und Konzerne gebrochen werden.

Wenn auch Dich unsere Kampagnen überzeugen, mach im Rahmen Deiner Möglichkeiten mit! Durch…


 

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