BP-Boykott-Aktion:
ethecon groß in der taz

Die Umwelt verzeiht nicht, ihr Gedächtnis ist lang. Sehr lang! Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko wird noch jahrzehntelang, wenn nicht Jahrhunderte ökologisch verheerende Folgen zeitigen*. Das Gedächtnis der Menschen hingegen ist kurz. Außer bei den vielen hunderttausend Betroffenen vor Ort ist die Ölkatastrophe seit dem gestopften Leck kein Thema mehr. Zumal die Konzerne und die Öl-Lobby alles tun, was sie können, um jede weitere Berichterstattung zu verhindern. Und die Politik hilft ihnen wo sie kann - insbesondere in den Vereinigten Staaten.

Denn anstatt die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, wie Barack Obama das angekündigt hatte, werden diejenigen bestraft, die lauthals aber mit friedlichen Mitteln gegen BP und die Konzern-Manager demonstrieren und deren strafrechtliche Verfolgung verlangen. So geschehen im Fall der Preisträgerin des Internationalen ethecon Blue Planet Award 2006, der Umwelt- und Politaktivistin Diane Wilson. Durch ein ausgesprochen hartes Gerichtsurteil wird sie neun Monate lang mit einer 840 Tage langen Haftstrafe bedroht, wenn sie gegen die verhängten Bewährungsauflagen verstoßen sollte. Bewährungsauflagen, die einzig darauf angelegt sind, sie mundtot zu machen.

BP muss zur Verantwortung gezogen werden! Deshalb verstärken wir, und mit uns viele internationale Organisationen wie etwa Code Pink (USA), unseren Aufruf zum Boykott von BP und zum Schreiben von Protestmails an BP: Haftung von BP für alle Schäden! Haftung für Langzeitfolgen! Bestrafung der verantwortlichen Manager und der hinter diesen stehenden Großaktionäre! Keine neuen Tiefseebohrungen! Ausstieg aus dem Erdöl, Einstieg in regenerative Energien und ökologie-verträgliche Wirtschaft! Keine Tiefseebohrungen im Mittelmeer!

Wir wollen das Interesse und das Problembewusstsein in dieser Frage wach halten. U.a. verbreiten wir derzeit Tausende von Flugblättern zu diesem Thema und sammelten Spenden für eine große Anzeige, die am Freitag, 3. September, in der taz erschienen ist. 70% der Kosten sind gesichert, wir danken allen SpenderInnen dafür, dass sie diese Anzeige möglich gemacht haben! Für die restlichen 30% der Kosten benötigen wir noch (viele) Spenden. Bitte spenden Sie jetzt hier.

* Wie lange das Gedächtnis der Natur sich erinnert, zeigt der Tankerunfall der „Exxon Valdez“ im Jahr 1989. Die in der betroffenen Küstenregion im Süden Alaskas lebenden Tiere vergiften sich immer noch schleichend über die Nahrungsaufnahme, da die Ölreste auch 21 Jahre nach der Katastrophe nicht abgebaut sind. Damals liefen „nur“ 37.000 Tonnen Rohöl aus - ein Bruchteil dessen, was uns der BP-Konzern in der Golfregion beschert hat.

Druckansicht      zurück nach oben100916
Facebook Twitter YouTube Flickr
Online spenden!