Die Stiftung ethecon
schätzt sich glücklich, mit der bekannten zeitgenössischen Fotokünstlerin Katharina Mayer eine würdige Nachfolgerin für den Künstler Otto Piene gefunden zu haben. Im Jahr 2010 hat sie zum ersten Mal den von ihr völlig neu konzipierten Blue Planet Award geschaffen.

Katharina Mayer wurde 1958 in Rottweil am Neckar geboren. Nachdem sie zunächst Kunstgeschichte in Freiburg studierte, nahm sie 1988 das Studium der Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf bei den legendären Fotokunst-Pionieren Bernd und Hilla Becher sowie Nan Hoover auf.

Ihre erste institutionelle Ausstellung fand 1993 im Kunstverein Heilbronn statt. Schon da tauchte die bildhafte Vermittlung der menschlichen Existenz als Thema auf.

Ebenfalls in 1993 wurde ihre Kunst erstmals mit dem Fotopreis der Stadt Essen gewürdigt.

An der zentralen Rolle der Fotografie für die Arbeit von Katharina Mayer besteht kein Zweifel. Aber stets arbeitete sie neben der Fotografie auch mit filmischen Medien.

In ihrem Werk, so wie es seit Anfang der 90er Jahre entsteht, dominiert zunächst die Darstellung der einzelnen, statisch begriffenen Figur in einem malerisch verstandenen Raum (1992 bis 1997). Später stehen die Motive vor monochromen Lichträumen (1998 bis 2000). Ihre Bildserien entstehen im Wechsel sozialpolitischer Fragestellungen und bildimmanenter Erkundungen, die aber ebenfalls der Frage nachgehen, wie sich Menschen heute geben und wie sie sind. Ab 2000 taucht auch der landschaftliche Raum auf.

Katharina Mayer versteht ihre Kunst stets im sozialen Kontext. Indem sie ihre Motive oft auf skurrile Weise inszeniert, schafft sie eine besondere Form der Aufmerksamkeit und erschließt völlig neue Deutungszusammenhänge. Westliche, moderne Frauen beispielsweise hat sie mit Kopftüchern versehen und daraus ihre (islamfreundliche) Serie „getürkt“ entwickelt.

Berühmt sind ihre eigenwilligen Familienportraits ebenso wie die Abbildung von Obdachlosen. Herausragend sind u.a. ihre Werkzyklen „getürkt“, „Séance“, „familia“, „Carrie und ich“ und das „Gastmahl“. Wenn sie in ihrer Serie „Séance“ Frauen „im verlorenen Profil“ fotografiert, schafft sie gerne Bezug zu alten Renaissance-Malereien bzw. zum Menschenbild der Renaissance. Bei all ihren Portraits befasst sie sich mit der Haltung der Menschen: dem Verhältnis von innerer zu äußerer Haltung.

1995 nahm Katharina Mayer die Lehrtätigkeit im Bereich Fotographie am Kulturforum Neuss auf. 1996 erhielt sie einen Lehrauftrag für Fotografie jeweils an der FH Düsseldorf und an der Bundesakademie Wolfenbüttel. Ein Stipendium der Ernst Poensgen Stiftung ermöglichte ihr einen Aufenthalt in New York.

1998 wurde im Kontext ihres Projektes „Maria Frieden“ in Berlin ein Beitrag von Sylvain Roumette in ARTE ausgestrahlt.

1999 gründete sie zusammen mit anderen onomato in Düsseldorf. onomato ist Verlag und Künstlerverein zugleich. Das Besondere ist die Verbindung, der Verlag als künstlerisches Forschungsprojekt.

Ein weiteres Stipendium ermöglichte ihr einen Transfer nach Spanien.
Seit 2000 leitet Katharina Mayer zusammen mit Birgitta Thaysen die Schule für künstlerische Fotografie in Düsseldorf. Seit 2004 lehrt sie im Bereich Fotografie an der Hochschule Niederrhein in Krefeld und in 2009 hatte sie eine Gastprofessur für Fotografie an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Im Jahr 2001 wurde das junge Werk von Katharina Mayer mit dem renommierten Aenne-Biermann-Preis geehrt. Ihre eigenwilligen, zum Teil sehr großformatigen Motive befinden sich inzwischen in vielen bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen.

Katharina Mayer hat den Internationalen ethecon Blue Planet Award 2010 als Unikat für den Preisträger Elias Bierdel geschaffen. Im Rahmen der Preisverleihung während der ethecon Tagung 2010 hat sie in ihrer Rede ihr Kunstwerk erläutert.

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