Black Planet Award: Schmähpreis-Übergabe an GLENCORE-Verantwortliche

Am kommenden Donnerstag (16. Mai) übergibt ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie den Schmähpreis der Stiftung, den Internationalen ethecon Black Planet Award 2012 an Ivan Glasenberg, Simon Murray und Tony Hayward sowie die GroßaktionärInnen des Schweizer Rohstoffkonzerns GLENCORE. Die Übergabe erfolgt im Rahmen der Aktionärshauptversammlung von GLENCORE im Theater Casino in Zug in der Schweiz.

Der Internationale ethecon Black Planet Award prangert Personen an, die einen schockierenden Beitrag zu Ruin und Zerstörung der Erde leisten und damit die Gefahr eines „Schwarzen Planeten“ heraufbeschwören. Dabei geht es der Stiftung darum, die Verantwortlichen beim Namen zu nennen. Die aktuellen Preisträger wurden in einem öffentlichen internationalen Verfahren nominiert. Die offizielle Preisverleihung fand im vergangenen November im Rahmen der ethecon Tagung in Berlin statt. Die Schmährede auf die Negativ-Preisträger hielt der Gewerkschaftsvorstand und Vizepräsident der Grünen Schweiz Dr. Josef Lang.

In Zusammenarbeit mit internationalen sozialen Bewegungen wird ethecon den Black Planet Award 2012 nun den leitenden Managern Ivan Glasenberg (Geschäftsführer), Simon Murray (Verwaltungsratspräsident) und Tony Hayward (Komitee für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit) sowie den Großaktionären des GLENCORE-Konzerns übergeben. Tony Hayward wurde bereits 2010 für seine Verantwortung für die Deepwater-Horizon-Ölkatastrophe als damaliger Geschäftsführer des BP-Konzerns mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award 2010 geschmäht. Hayward ist damit die erste Person, die den Black Planet Award zum zweiten Mal erhält. Die genannten Manager und Großaktionäre leiten den weltweit größten Rohstoff-Konzern mit 186 Milliarden Dollar Umsatz (2011).

Durch die Anfang Mai erfolgte Fusion mit dem Minenbetreiber XSTRATA ist der Konzern zum weltweit größten Exporteur von Kraftwerkskohle und der drittgrößte von Kupfer geworden (Quelle: Cash Wirtschafts- und Finanzinfo vom 02.05.2013).

Den Schmähpreis erhalten die Konzern-Verantwortlichen für ihre erschreckende Missachtung und Verletzung menschlicher Ethik. Bei einer Untersuchung der 120 größten europäischen Aktiengesellschaften in Bezug auf „Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Transparenz“ kam GLENCORE auf den letzten Platz (Quelle Monitor-Sendung vom 04.08.2011). Immer wieder macht der Konzern von sich reden wegen Steuerhinterziehungen, Korruptionsvorwürfen, Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen. Letztere bescherten GLENCORE im Jahr 2008 bereits die Schmähung mit dem Public Eye Swiss Award. Die sechs höchsten GLENCORE-Manager haben mit dem Börsengang des Konzerns mehr Geld gewonnen, als die Gesamtbevölkerung der 96 ärmsten Länder in einem Jahr verdient (Quelle: Schweizer Gewerkschaftsbund, Artikel vom 25.06.2012). Über Zwischenhändler profitiert der Konzern in Afrika zudem von Kinderarbeit (Quelle: SRF, 10vor10 vom 16.04.2012).

Die Stiftung ethecon will mit der Schmähpreis-Übergabe, dem Flugblatt und der Protestmailaktion „GLENCORE stoppen!“ und dem Dossier über die Preisträger die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Fehlverhalten der Konzern-Verantwortlichen lenken und diese zu einer Änderung ihrer Konzernpolitik bewegen.
ethecon ist vor allem durch die jährliche Vergabe ihrer Internationalen ethecon Blue bzw. Black Planet Awards in Berlin bekannt. Die Positiv-Preise der Stiftung ehrten in den vergangenen Jahren Diane Wilson/USA (2006), Vandana Shiva/Indien (2007), José Abreu und Hugo Chávez/Venezuela (2008), Uri Avnery/Israel (2009), Elias Bierdel/Österreich (2010) , Angela Davis/USA (2011) sowie Jean Ziegler/Schweiz (2012). Die Negativ-Preise hingegen schmähten Manager und AktionärInnen der Konzerne MONSANTO/USA (2006), NESTLÉ/Schweiz (2007), Blackwater (Xe)/USA (2008), Formosa Plastics Group/Taiwan (2009), BP/Großbritannien (2010) und Tepco/Japan (2011).

ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen „von unten“, die sich mit ihren derzeit 36 ZustifterInnen und dem Leitmotiv „Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!“ in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. Die noch junge Stiftung finanziert sich über Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften.

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