Die ethecon-Aktivistin Anabel Schnura ist am 08. Juli nach Indien gereist und wird in Bhopal als Freiwillige bei der medizinischen Versorgung der Zehntausende Opfer der Bhopalkatastrophe im Jahr 1984 helfen. Verantwortlich für die schreckliche Situation vor Ort sind insbesondere die Vorstandsmitglieder Andrew Liveris und James M. Ringler sowie die Großaktionäre des US-amerikanischen Chemie-Konzerns DOW CHEMICAL. Auf Grund dieser „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ hat ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie die Genannten für den Internationalen Black Planet Award 2014/2015 nominiert.

Im Jahr 2001 hat DOW CHEMICAL den ebenfalls in USA ansässigen Konzern UNION CARBIDE übernommen. Entsprechend ist DOW in vollem Umfang verantwortlich für die bis heute andauernden katastrophalen Folgen des größten Chemie-Unfalls der Industriegeschichte. In der Nacht vom 03. auf den 04. Dezember 1984 explodierte ein Gastank mit Methylisocyanat (MIC) in dem Werk von UNION CARBIDE in Bhopal. Es forderte unmittelbar Tausende Todesopfer und Hunderttausende Verletzte. Mehr als 100.000 Personen leiden in Bhopal heute noch, 31 Jahre nach dem Unglück an unheilbaren chronischen Krankheiten durch Verätzungen der Schleimhäute und innerer Organe sowie auch an Schädigungen der Lungen.
Dow Chemical hat nie Entschädigungen gezahlt. Die betroffenen Gebiete wurden nie entseucht. Das Grundwasser wird durch die einsickernden Gifte zunehmend verseucht. Täglich vergiften sich Menschen neu, da in den Gebieten rund um das verseuchte Werk über viele Quadratkilometer hinweg nicht für eine gesicherte Wasserversorgung gesorgt wird. Die betroffenen Menschen bleiben ohne medizinische Versorgung durch den Staat oder etwa eine Unterstützung des Konzerns.

Eine von zwei selbstverwalteten, auf Spendenbasis aufgebauten Kliniken ist die Sambhavna Trust Clinic. Dort werden über 30 Jahre nach der Chemiekatastrophe 29.000 vergiftete Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, kostenlos versorgt. ethecon Aktivistin Anabel Schnura hat bereits 2014 in dieser Klinik drei Monate als Freiwillige gearbeitet.
ethecon arbeitet mit den internationalen Bhopal-Kampagnen Bhopal.org und Bhopal.net zusammen. Die Stiftung unterstützt die Klinik und den Kampf der Opfer um gerechte Entschädigung und die Entseuchung der vergifteten Gebiete auch finanziell.
Anabel wird sich mit politischen Aktionen vor Ort auch an die Vorstände Andrew Liveris und James M. Ringler sowie die hinter ihnen stehenden Großaktionäre von DOW CHEMICAL wenden. Sie hat einen Offenen Brief an die von ethecon für den internationalen Schmähpreis der Stiftung nominierten Preisträger im Gepäck.

Druckansicht      zurück nach oben09.07.2015
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