Ein veraltetes Atomkraftwerk in Belgien muss nach einem Brand abgeschaltet werden, im Rheinland wirbeln Riesenbagger Kohlefeinstaub auf, dazu verpesten die Braunkohle-Kraftwerke weiterhin die Luft. Von der Energiewende ist wenig zu sehen. Stattdessen trafen etwa 1000 Klimaaktivisten im Tagebau Garzweiler II am Samstag auf Polizeiknüppel und Pfefferspray. Nach der symbolisch zu wertenden und weltweit von den Klimabewegungen gefeierten Blockade von 3 der sieben Riesenbagger werden sie nun mit einem Hagel an ca. 800 Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs überzogen.

Eine ethecon-Aktivistin war aus Überzeugung, dass der dreckige Braunkohletagebau gestoppt werden muss, mit im Kessel. Eine weitere ethecon-Aktivistin nahm an der offiziellen Demo teil, die von übergriffiger Polizeipräsenz begleitet wurde. Als traurig ist die Kurzsichtigkeit der RWE-Mitarbeiter zu bezeichnen, die sich gegenüber Aktivisten in der Grube als teils gewalttätige Rambos aufführen und deren Gewerkschaftsvertreter trotz Einladung sich nicht mit den Argumenten der Klimacamp-Erbauer auseinander setzen wollten. Denn auch deren Zukunft hängt von einem umweltfreundlichen Umbau der Energieversorgung ab. Um es mit den Worten der ‚Ende Gelände‘-Bewegung zu sagen: „Bagger fahren ist 80er“.

(Foto: Paul Wagner, CC-Lizenz)

Druckansicht      zurück nach oben17.08.2015
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