Du findest in dieser eMail info:

1. Internationale Aktion:
FPG-Konzern am Pranger

2. Widerstand in USA:
Wasserverschmutzung durch FPG

3. ethecon in Japan:
Atom-Konzern muss haften

4. Internationale Solidarität:
Atomverseuchte Kinder in Fukushima

5. Union Busting:
Aktionen gegen Konzernwillkür

6. DOW DUPONT:
Vergiftetes Wasser für Millionen

7. Filmtipp:
„Das Wunder von Mals“

8. Konzernwiderstand pur:
Spenden! Fördern! Zustiften!

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Guten Tag,
am 07. Juli haben AktivistInnen von ethecon an der großen Demonstration gegen das geplante Polizeigesetz NRW in Düsseldorf teilgenommen. Im Rahmen unserer Kampagne zum Black Planet Award 2017 an die verantwortlichen Manager und Großaktionäre von RHEINMETALL berichteten wir immer wieder über die Aufrüstung von Polizei und Militär.
Auch wenn die Medien ständig die „Gewalt der Demonstranten“ und dei „Gefahr des Terrorismus“ beschwören, so ist die Wahrheit doch eine ganz andere: Die Polizei wird auf Bürgerkrieg vorbereitet, das Militär für Krieg aufgerüstet. Einerseits ist es Tatsache, dass das US-Kapital mit Trump an der Spitze in seit dem Zweiten Weltkrieg unbekannter Weise zu Wirtschaftskrieg und militärischer Aggression treibt. Andererseits wächst der Unmut der Menschen über rücksichtslose Konzernwillkür und grenzlose Profitgier des Kapitals, über sozialen Kahlschlag, Flüchtlingstote, Öko-Katastrophen, Wirtschaftskrieg und Kriegstreiberei.
Nur folgerichtig, wenn wir von ethecon uns am Widerstand gegen Polizeigesetze und Aufrüstung beteiligen, die Aktionen der Umwelt- und Friedensbewegung unterstützen und Streiks und Arbeitskämpfe begrüßen. Gemeinsam gegen Konzernwillkür und Profitmacht; gegen Krieg, Umweltzerstörung, soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Rechtsentwicklung.
In dieser ethecon eMail Info auch Infos über weitere Aktivitäten unserer konzernkritischen Stiftung. U.a. geht es um diese Themen:
> Aktionen zu den Preisträgern des Internationalen ethecon Black Planet Award 2009 bei FORMOSA PLASTICS fanden großes Echo.
> Neues zu den Preisträgern des Black Planet Award 2014 bei DOW DUPONT im Zusammenhang mit den verheerenden Verbrechen in Bhopal/Indien.
> Sibylle Arians von ethecon ist aktuell in Japan und wird unsere Forderungen an die Preisträger des Black Planet Award 2011 bei TEPCO wegen ihrer Verantwortung für den Super GAU in Fukushima erneuern.
> Sibylle wird das selbstverwaltete Kinderkrankenhaus in Fukushima besuchen und dort die von unseren SpenderInnen und Mitgliedern gesammelten 2.000 Euro überbringen.
> Im Rahmen der ethecon Kampagne gegen das „Union Busting“ (Angriffe der Konzerne auf die Gewerkschaften) unterstützen wir die Aktion „Schwarzer Freitag“.
Wie immer gilt: Ohne Geld geht es nicht. Bitte spenden hier per Mail oder auf unserer Webseite mit PayPal. Das Spendenkonto für Deine eigene Überweisung lautet

EthikBank BIC GENODEF1ETK
IBAN DE 58 8309 4495 0003 0455 36

Auch können wir jede Verstärkung im ehrenamtlichen ethecon-Team gebrauchen. Vor allem für die Aktualisierung und Übersetzung unserer Website. Es sind dafür keine weitreichenden technischen Kenntnisse erforderlich. Kannst Du helfen? Melde dich bitte hier.

Mit solidarischen Grüßen
Anabel Schnura
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
www.ethecon.org / info@ethecon.org
Nicht vergessen:
Viele weitere wichtige Informationen und Petitionen gibt es auf unserer Facebook-Kampagnenseite. Solltest du einen eigenen Facebook-Account haben, dann drück doch bitte unbedingt auf unserer Facebook-Seite den-„Gefällt mir“-Button und unterstütze uns als „Fan“. Und empfehle uns bitte weiter!

 
1. Internationale Aktion:
FPG-Konzern am Pranger

Bereits 2009 hatte ethecon in großen internationalen Aktionen die verantwortlichen Manager und Besitzer von FORMOSA PLASTICS GROUP (FPG) mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award an den Pranger gestellt. Der taiwanesischen Chemie-, Elektro- und Gentech-Giganten steht für Umweltverbrechen, soziale Ausbeutung und Kriegstreiberei.
Vor etwa zwei Jahren verursachte ein Stahlwerk von FPG eine gigantische Verseuchung der Vietnamesischen Küste. Dadurch wurde die Umwelt, der Fischbestand und das Leben der dortigen Küstenbevölkerung verheerend geschädigt. FORMOSA räumte nach langen Auseinandersetzungen seine Verantwortung für das Desaster ein. Auch ethecon war in den Jahren seit 2015 mit internationalen Protesten immer wieder beteiligt.
Die erkämpften Reparationen in Höhe von 500 Mio. US-Dollar erwiesen sich angesichts des Ausmaßes der Katastrophe als lächerlich und versickerten zudem auf undurchschaubaren Pfaden. Die FischerInnen, deren Existenzen nach wie vor bedroht sind, setzten auch in diesem Sommer ihren Protest fort. Die Proteste in Vietnam und Taiwan weiteten sich weiter aus, in diesem Jahr zeitgleich über die Landesgrenzen hinweg. Ein Erfolg der gesteigerten Vernetzung der AkteurInnen. Gefordert wird neben einer wirksamen Soforthilfe für die betroffenen Menschen und der Entgiftung der zerstörten Natur auch die Offenlegung der Kanäle, über die bisher gezahlte Gelder geflossen sind.
ethecon richtete Anfang Juli zur Erhöhung des internationalen Drucks einen zweiten Offenen Brief an die Konzernleitung und Eigentümer sowie die taiwanesische und vietnamesische Regierung. Das Schreiben ging an die internationalen Medien, an Tausende von EmpfängerInnen und vor allem an die taiwanesischen und vietnamesischen Botschaften sowie die Konzernniederlassungen von FPG in aller Welt.

2. Widerstand in USA:
Wasserverschmutzung durch FPG

Zur gleichen Zeit kämpfen am anderen Ende der Welt unsere Blue Planet Preisträgerin Diane Wilson und ihre MitstreiterInnen von der „San Antonio Bay Estuarine Waterkeeper“ vor Gericht gegen ein Tochterunternehmen von FORMOSA PLASTICS GROUP (FPG). Das Werk hat die regionalen Wasserschutzbestimmungen missachtet. Wie schon oft in den letzten Jahrzehnten ist die illegale Ableitung von giftigen Abfällen in öffentliche Gewässer Grund des Protests.
Zugleich hat das in Texas ansässiges FPG-Tochterunternehmen wiederholt gegen Arbeitsrechte verstoßen. Der Gerichtsprozess, den Diane und die anderen AktivistInnen gegen FPG führen, wird sich wohl noch bis mindestens 2019 hinziehen.
In diesem Monat veröffentlichte Diane neue Wasserproben aus der Bucht, die den Grad der Verschmutzung belegen. Die Kläger fordern ein Bußgeld in Höhe von 45 Millionen US-Dollar für FPG. Doch am Ende – so wird aus der Wiederholung dieser Skandale deutlich – kann nur eine öffentliche Kontrolle den Industrieriesen von weiteren Schandtaten abhalten. Deshalb: FPG enteignen!

3. ethecon in Japan:
Atom-Konzern muss haften

ethecon stellte in großen internationalen Aktionen und einer ganzen Aktionswoche in Japan die verantwortlichen Manager und Besitzer von TEPCO mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award 2011 an den Pranger. Der japanische Atomkonzern war und ist u.a. verantwortlich für den größten Atom-GAU der Geschichte verbunden mit unvorstellbarem Leid.
Eine Tsunami-Flutwelle brachte im Frühjahr des Jahres 2011 den vollkommen ungesichert an den Strand gebauten Atommeiler des TEPCO-Konzerns in Fukushima zur Explosion. Seitdem leiden noch immer Millionen JapanerInnen unter den Folgen des Super-GAU. Die verseuchten Lebensmittel der Region werden umdeklariert in ganz Japan verkauft.
Der Atom-Konzern TEPCO brachte seinerzeit die Regierung unter Ministerpräsident Naoto Kan zu Sturz, die den Konzern in geeigneter Weise zur Rechenschaft ziehen wollte. Der damalige Ministerpräsident ist heute ein engagierter Anti-Atom-Aktivist.
Die AktionärInnen des Konzerns weigern sich bis heute die Verantwortung für die verursachten Schäden zu übernehmen. Sie kassieren stattdessen goldene Dividenden und lassen sich vom Staat den Weiterbetrieb des Katastrophen-Meilers finanzieren.
Verlogen durch und durch leugnet der nuklearindustrielle Komplex (in Japan als „Atomares Dorf“ bezeichnet) die Gefahrenlage und erhöht ständig die zulässigen Strahlungswerte um Klagen vorzubeugen und die Lebensmittel - übrigens auch nach Europa - weiterverkaufen zu können.
Vorstandsmitglied Sibylle Arians wird sich Ende Juli mit Antiatom-AktivistInnen in Japan treffen, darunter die Eisenbahner-Gewerkschaft Doro Chiba und der Anti-Atom-Aktivist Kazuhiko Kobayashi. Sibylle wird vor Ort die Forderungen an die Preisträger des Internationalen ethecon Black Planet Award 2011 erneuern:
> Sofortige Schließung des Katastrophenmeilers!
> Entschädigung aller Betroffenen!
> Übernahme der Haftung für alle unmittelbaren Schäden und die Folgeschäden!
> Inpflichtnahme der BesitzerInnen (AktionärInnen) für die Haftung!
> Bestrafung der verantwortlichen ManagerInnen und GroßaktionärInnen!
Insbesondere die Eisenbahnergewerkschaft Doro Chiba setzt sich rastlos gegen den Atom-Wahnsinn ein. Sibylle ist zu einem gemeinsamen Gespräch mit dem Vorsitzenden dieser Gewerkschaft in Tokio eingeladen und wird mit GewerkschafterInnen auch die Region Fukushima besuchen. Sie wird aus erster Hand mehr über die Barbarei von TEPCO und Regierung rund um das Sperrgebiet sieben Jahre nach dem GAU erfahren.
Auch mit Kazuhiko Kobayashi - einem anderen japanischen Anti-Atom-Aktivisten - wird Sibylle sich treffen. Er berichtet von einer kleinen Gemeinde einige hundert Kilometer nördlich von Fukushima. Dort befindet sich die größte Nuklearindustrielle Anlage Japans mit einer Urananreicherungs- und Wiederaufbereitungsanlage sowie einem „Endlager“ für radioaktive Abfälle. In der 10.000-Seelen-Gemeinde Rokkasho-mura sind ca. 6.000 Menschen direkt oder indirekt von der Atommafia abhängig.
Laut Kobayashi haben TEPCO und die Atom-Mafia den Ort fest in der Hand. Die Umweltaktivistin Endo hatte kaum eine Chance, als sie gegen den bisherigen Bürgermeister und Schützling der Atom-Konzerne zur Wahl antrat und dem „Atomaren Dorf“ den Kampf ansagte. „Für mich war es vor allem wichtig zu vermeiden, daß der bisherige Bürgermeister, der für die Nuklearpolitik ist, die Wahl ohne Gegenkandidat gewinnt.“ Erklärte uns die Aktivistin in einem exklusiven Grußwort.
Seit der letzten Wahl sei die Anzahl der Stimmen gegen die Atomindustrie gewachsen, aber sie sei noch immer in der Minderheit, erklärte Endo. „Ich würde mich sehr freuen, wenn Menschen im In- und Ausland die großen Probleme der Gemeinde Rokkasho-mura weiterhin im Auge behalten.“
Die Aktion „TEPCO stoppen!“ kann auf unserer Internetseite unterstützt werden.

4. Internationale Solidarität
Atomverseuchte Kinder in Fukushima

Im Zug des Super-GAUs in Fukushima haben in den unmittelbar betroffenen Regionen, aber auch darüber hinaus, Krebserkrankungen rasant zugenommen. Insbesondere Schilddrüsenkrebs bei Kindern.
Seitdem ethecon in Japan im Jahr 2011 mit großen Protesten gegen den Verursacher der Katastrophe, den TEPCO-Konzern, aktiv war und auch auf der Großdemonstration in Tokio sprach, übt die Stiftung aktive Solidarität und leistet auch direkte Hilfe für die allein gelassenen Menschen von Fukushima.
Auf Initiative der „Mütter von Fukushima“ wurde zusammen mit der Gewerkschaft Doro Chiba ein selbstverwaltetes Kinderkrankenhaus eröffnet. Es kümmert sich seit 2013 um die medizinische Versorgung von vielen strahlenverseuchten Kindern. ethecon unterstützt Aufbau und Betrieb dieses Krankenhauses seit 2011.
Im Rahmen ihres Japan-Besuchs anlässlich des ethecon-Protestes gegen TEPCO wird Sibylle Arians auch das Krankenhaus in Fukushima besuchen. Sie wird bei dieser Gelegenheit die aktuelle Spendensammlung von 2.000 Euro übergeben. Wir danken bei dieser Gelegenheit allen ZuwenderInnen für Ihre Unterstützung.
Aber auch zugleich die neue Bitte zu spenden:
Bitte spende unter dem Stichwort „Kinderkrankenhaus“ hier per E-Mail oder hier auf unserer Internetseite oder mit PayPal (Button rechts oben unter dem Foto). Das Spendenkonto für Deine Direkt-Überweisung lautet:
Konzernwiderstand stärken!
EthikBank
IBAN DE58 8309 4495 0003 0455 36
BIC GENO DEF1 ETK

5. Union Busting
Aktionen gegen Konzernwillkür

Die Aktion Arbeitsunrecht koordinierte am vergangenen Freitag, den 13. Juli, bundesweite kreative Aktionen gegen die Einzelhandelskette REAL. Das Management überführte im Juni sämtliche 34.000 Real-Beschäftigte in eine konzerneigene Tochterfirma, nur um sie in Zukunft rund 30% schlechter bezahlen zu können. REAL gehört zum Handelskonzern METRO. Lohndumping, die Unterminierung der Arbeitsrechte, die Spaltung der Belegschaft und die Kooperation mit der gelb-braunen Pseudogewerkschaft DHV bilden bei METRO seit geraumer Zeit die Eckpfeiler der Unternehmenspolitik.
Bereits 2015 ist REAL kurz vor Einigung mit der Tarifkommission aus dem Flächenvertrag für den Einzelhandel ausgestiegen. Der danach separat geschlossene „Zukunftstarifvertrag“ regelte die seither laufenden Einsparungen, die den Beschäftigten nach eigener Schätzung bereits bis zu 120 Millionen vorenthielten.
Nun schaut sicher auch die Konkurrenz von REWE bis LIDL gespannt, ob sich Widerstandregt oder dieser Sozialabbau ungesühnt bleibt. Die Proteste müssen dringend unterstützt werden, sonst droht diese Umverteilungsoffensive von Oben Nachahmer zu finden.
Gegen Lohndumping und die Unterwanderung von Arbeitsrechten hilft freilich zuallererst die gewerkschaftliche Betätigung der Beschäftigten. Doch in den vergangenen 20 Jahren hat ist aus dem Angriff auf die Beschäftigten weltweit eine milliardenschwere Dienstleistungsbranche geworden. Die Akteure: Namhafte Rechtsanwaltskanzleien, Stiftungen, und Detekteien, die Arbeitgeber und Regierungen bei der Spaltung der Belegschaften und der Verleumdung und Einschüchterung der Gewerkschaften mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Diesen Verbrechern das Handwerk zu legen erfordert mehr Engagement und Organisation, als die Gewerkschaften alleine derzeit zu leisten im Stande sind. ethecon sagte den Akteuren des Union-Busting bereits 2015 den Kampf an.

6. DOW DUPONT
Vergiftetes Wasser für Millionen

Im Jahr 2014 ging der Internationale ethecon Black Planet Award an die ManagerInnen und GroßaktionärInnen des Chemie-Konzerns DOW DUPONT. Er ist u.a. verantwortlich für die größte Chemie-Katastrophe in der Geschichte. In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1984 hatte ein Tank des Werks UNION CARBIDE im indischen Bhopal geleckt. Ca. 40 Tonnen des hochgiftigen Methylisocyanat waren in dieser Nacht ausgetreten. Innerhalb weniger Tage starben im Jahr 1984 mehr als 8.000 Menschen an dem Gift, bis heute kamen über 20.000 Menschen an den Folgen ums Leben, über 150.000 sind chronisch krank. Zu keiner Zeit hat der Konzern die Verantwortung für die Katastrophe übernommen, geschweige denn die Opfer entschädigt. Selbst das Katastrophengebiet blieb bis heute verseucht, vergiftet und unsaniert.
Seit April diesen Jahres wurden in mehr als 22 Gemeinden mit vielen Millionen EinwohnerInnen im zentralindischen Bhopal Wasserproben entnommen und untersucht. Das Indische Institut für toxikologische Forschung stellte fest: Durch den ständigen Zufluss von giftigen Chemikalien aus den Ruinen der Katastrophen-Fabrik des DOW DUPONT Konzerns in Bhopal wurden und werden mehr Menschen vergiftet, als bislang angenommen.
Die Auswirkungen des 34 Jahre zurückliegenden Unglücks betreffen heute immer noch zehntausende Menschen in insgesamt 42 Gemeinden. Sie verfügen über keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Bhopal Gruppe für Information und Aktion (BGIA) fordert von DOW DUPONT, endlich die verschütteten Chemikalien auszugraben und damit ein weiteren Einsickern in das Grundwasser zu verhindern.
Annu Nagar ist eine von 22 Gemeinden, in denen das Grundwasser seit fast 20 Jahren dafür bekannt ist, giftige Mengen an chlorierten Lösungsmitteln zu enthalten. Vor sechs Jahren befahl der Oberste Gerichtshof Indiens - nach unnachgiebigen Bemühungen von AktivistInnen - die Stadt mit der Installation von Rohren zu beauftragen, die sauberes Wasser vom Narmada-Fluss zugänglich machen sollten.
Im März 2017 ordnete der Oberste Gerichtshof an, dass die Stadt auch in den übrigen betroffenen Gebieten für sauberes Wasser zu sorgen und ein Projekt zur Einrichtung von Abwasser- und Entwässerungsnetzen für die gesamte Stadt durchzuführen hätte. Vishvas Sarang, Minister für Gas-Tragödien-Abhilfe und Rehabilitation, zeigte sich zuversichtlich, dass es schnell fertig sein würde: „Es ist nur eine Frage von zwei, drei Monaten. Es wird erledigt, es ist kein großer Job.“ Mehr als ein Jahr später ist noch immer nichts passiert.
Das Gasleck und seine Folgen haben Bhopals Bewohner gespalten: Einerseits diejenigen, die es sich leisten konnten, entweder in dieser Nacht oder später davonzukommen; andererseits diejenigen, die durch ihre finanziellen Verhältnisse an den Ort gebunden blieben.
In den vergangenen fünf Jahren haben die kanadische Forscherin Shree Mulay und Freiwillige, die mit der Sambhavna Trust Clinc zusammenarbeiten, einer von AktivistInnen gegründeten gemeinnützigen Klinik, Daten über Sterblichkeit, Geburtsfehler, Fruchtbarkeit, Krebs und viele andere Aspekte der Gesundheit der Bewohner gesammelt. Die Studie vergleicht Daten von Personen, die entweder dem Gas am Unglückstag, dem seither verschmutzten Wasser, beiden oder keiner der beiden Belastungen ausgesetzt waren. Das vorläufige Ergebnis der 100.000 Personen umfassenden Studie deutet darauf hin, dass sowohl das Gas als auch das verschmutzte Wasser die Risiken von Krebs, Tuberkulose und Lähmungen drastisch erhöhten. Sie weisen außerdem darauf hin, dass gasexponierte Personen im Vergleich zu den anderen Gruppen die zehnfache Rate an Krebs haben, insbesondere Leber-, Lungen-, Bauch-, Hals- und Mundkrebs.
Seit 1990 haben mehrere Organisationen Konzentrationen von gefährlichen Pestiziden und chlorierten Lösungsmitteln in Boden und Wasser dokumentiert. Im Jahr 2004 beauftragte Greenpeace Abfallwirtschaftsexperten mit Sitz in Deutschland, der Schweiz und den USA, das Gelände zu erkunden und Vorschläge für eine Sanierung der alten Fabrik zu unterbreiten. Die Experten kehrten mit Plänen zur Bodenreinigung zurück und zeigen sich bis heute verblüfft, dass der Standort der größten Industriekatastrophe der Welt noch nicht dekontaminiert wurde.
Um das tatsächliche Ausmaß der Grundwasserkontamination beurteilen zu können, ist eine geologische Untersuchung erforderlich. Dazu müssten mehrere Brunnen um den Standort erbaut werden und die dort entnommen Proben untersuchen, um eine aussagekräftige Analyse zu betreiben. „Wenn man nur Stichproben aus bestehenden Brunnen, vielleicht sogar Trinkwasserbrunnen nimmt, dann sagt das nicht unbedingt viel darüber aus, was im Grundwasser passiert“, sagt Robert Chinery, der als stellvertretender Direktor des Zentrums für Umweltschutz im Gesundheitsministerium des Staates New York arbeitet. „Normalerweise ist es die Aufgabe der Regierung, dafür zu sorgen, dass alles richtig gemacht wird.“
Alles in allem gehen die Schätzungen des Greenpeace-Berichts davon aus, dass es in vier Jahren 30 Millionen Dollar kosten würde das Gelände zu sanieren. Um die Verhältnisse darzulegen, DOW DUPONT erzielte im Jahr 2017 einen Umsatz von 62 Milliarden US-Dollar.
Die Menschen von Annu Nagar bleiben unterdessen in ihren Häusern verwurzelt und können nicht die Mittel aufbringen, um ihre Familien aus der Gefahrenzone zu bringen.
ethecon unterstützt die Forderungen der Bhopal AktivistInnen, das Gelände nach anerkannten internationalen Standards vollständig zu säubern und erneuert seine Forderungen an die Verantwortlichen bei DOW DUPON:
> Sofortige und umfassende Sanierung der Katastrophenregion!
> Entschädigung aller Betroffenen und ihrer Hinterbliebenen!
> Übernahme der Haftung für alle unmittelbaren Schäden und die Folgeschäden!
> Inpflichtnahme der BesitzerInnen (AktionärInnen) für die Haftung!
> Bestrafung der verantwortlichen ManagerInnen und GroßaktionärInnen!

7. Filmtipp:
„Das Wunder von Mals“

Ein Dorf trotzt den Konzernen! Geschlossen entzieht sich die Bevölkerung geschlossenen dem Diktat von BAYER & Co. Ein beflügelndes Beispiel für Konzernwiderstand.
Es geht um Mals im oberen Vinschgau. Dieser Ort wehrt sich gegen die seit Jahren vorrückenden Apfelmonokulturen und die sie umhüllenden Pestizidwolken. Bei einer Volksbefragung entschieden sich 76% der Malser dafür, die erste pestizidfreie Gemeinde Europas zu werden. Doch Bauernbund, Apfellobby und Pharmaindustrie lassen nicht locker.
Von diesem ungleichen Kampf berichtet der Dokumentarfilmer Alexander Schiebel in „Das Wunder von Mals“ und tourt mit der Filmvorführung noch bis zum Jahresende quer durch die Bundesrepublik - sicher auch bald in Deiner Nähe! Hier geht es zu den Kino-Terminen.
Seit Produktionsbeginn wurde der Film über Crowdfunding finanziert und liefert so ein anschauliches Beispiel für die Medien „von unten“, die auch in Zukunft ein Gegengewicht zur Verlautbarungspresse der Reichen und Mächtigen bilden müssen.

8. Konzernwiderstand pur:
Spenden! Fördern! Zustiften!

Widerstand gegen Konzernmacht kommt von unten. Und auch ethecon arbeitet „von unten“. Wenn Du Dir auf unserer Webseite die Meldungen, die Medieninformationen und die Newsletter ansiehst, oder unsere Aktivitäten bei Facebook, Twitter oder Youtube nachvollziehst, dann kannst Du sehen, dass wir zwar eine kleine Stiftung, aber trotzdem sehr aktiv sind. Konzern- und kapitalismuskritisch. Jahr für Jahr verleihen wir den weltweit mittlerweile wohl wichtigsten Schmähpreis für Konzernverbrechen an die Verantwortlichen ManagerInnen und GroißaktionärInnen. Selbst Warren Buffet hat bereits den Preis bekommen. In unseren Kampagnen gegen Ausbeutung, Krieg und Umweltzerstörung bleiben wir nicht bei den Symptomen stehen, sondern nennen Roß und Reiter.
Und genauso wollen wir auch weitermachen. Falls Du dieses Engagement richtig und wichtig findest, bitten wir Dich um eine Spende, besser noch um eine Fördermitgliedschaft oder gar Zustiftung. Konzernwiderstand ist umsonst nicht zu machen. Wir brauchen Spenden, Förderbeiträge und Zustiftungen.
Du musst wissen: ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie ist keine Stiftung der Reichen und Mächtigen. ethecon ist eine ungewöhnliche Stiftung von unten. Alternativ, konzernkritisch und systemverändernd.
Unsere Idee ist: Eine Stiftung wirkt im Gegensatz zu anderen Organisationen weit über den Generationenwechsel und eignet sich deshalb ganz besonders, wenn es um die Zukunft der Kinder und Enkel geht. Alles, was Konzerne und ihre Handlanger in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft heute verbrechen, trifft nicht nur uns, sondern noch viel mehr die nach uns kommenden Generationen. Die Stiftung soll hier Kontinuität des Widerstandes schaffen. Über den Wechsel der Generationen hinaus.
Fördermitgliedschaften sind ab 60 Euro jährlich möglich. Sie sind für unsere Arbeit besonders wichtig, weil sie für uns durch die Regelmäßigkeit ihres Eingangs überhaupt erst die Planbarkeit unserer Arbeit schaffen. Für Arbeitslose, Jugendliche und StudentInnen sind Fördermitgliedschaften bereits ab 20 Euro jährlich möglich (bitte angeben). Wir möchten mit unserer Stiftung und unserer Arbeit so vielen Menschen wie möglich die politische Partizipation ermöglichen. Dafür hoffen wir auf eine möglichst breite Basis an UnterstützerInnen.
Selbstverständlich kannst Du hier auch zustiften (ab 5.000 Euro), um unsere Stiftung zu stärken. Eine Ansparzustiftung (ab 20 Euro monatlich) kann hier eingerichtet werden. Das Stiftungskapital ist festgelegt und unantastbar. Die Zinsen werden nur einmal im Jahr ausgeschüttet und liegen (unter anderem auf Grund der ethischen Anlageprinzipien) bei etwa zwei Prozent.
Oder unterstützt uns und unsere Projekt einfach mit einer Spende.
Übrigens helfen uns auch Darlehen weiter!
Wichtig: Alle Zuwendungen an ethecon werden steuerwirksam bescheinigt und können - falls eine Steuererklärung gemacht wird - über Steuerersparnisse je nach persönlichem Steuersatz refinanziert werden.
Und wenn Du zuvor erst einmal mehr Info über uns und unsere Stiftung willst, dann bestellen sie einfach hier, die Stiftungsbroschüre „Für eine Welt ohne Ausbeutung und ohne Unterdrückung“. Natürlich kostenlos (Spende erbeten).

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