ethecon / Aktuell / Newsletter / [ethecon eMail info] Mai 2019

[ethecon eMail info] Mai 2019

Du findest in dieser eMail info:

1. VOLKSWAGEN: Protest vor Aktionärsversammlung

2. VOLKSWAGEN: Black Planet Award übergeben!

3. IrRWEge: Protest gegen Kohle-Konzern

4. Fukushima: Atomares Dorf im Wahlkampf

5. Fukushima: TEPCO pfuscht weiter

6. Fukushima:Gegen Olympia

7. NESTLÉ: Giftige Säuglings-Nahrung

8. BAYSANTO: Überwachung von Kritiker*innen

9. Einigkeit macht stark: Solidarität gegen Überwachung

-----

Newsletter kostenlos abonnieren

 
Guten Tag,
die Trophäe des Black Planet Award wurde demonstrativ an Herbert Diess, Hans Dieter Pötsch, Wolfgang Porsche und Stephan Weil auf der Hauptversammlung von VOLKSWAGEN übergeben. Rund 200 Demonstrant*innen unterstützten die Übergabe mit kreativen Aktionen vor dem Messezentrum; das Management wurde vor der Weltöffentlichkeit angeprangert und vor Hunderten seiner Aktionär*innen blamiert. Mehr zu unserer Kampagne „Volkswagen stoppen!“ und der Übergabeaktion unten in diesem Newsletter.
Damit nicht auch noch die Privatisierung der Autobahnen dem Wolfsburger Koloss in die Hände spielt empfehlen wir diese Petition.
Mit Blue Planet Preisträger Huberto Juárez Nuñez gestalteten wir ein Rahmenprogramm zu unserer Kampagne „VOLKSWAGEN stoppen!“. Auf einer gut besuchten Veranstaltung in Düsseldorf informierte er über die erfolgreichen Arbeitskämpfe in der mexikanischen Auto-Industrie.
Auch von unseren anderen Blue Planet Preisträger*innen gibt es Neues: Jean Ziegler hat ein Buch geschrieben, das wir wärmstens empfehlen können: „Was ist so schlimm am Kapitalismus?“ ist eine lohnenswerte Bestandsaufnahme und Abrechnung mit unserer absurden Wirtschaftsordnung - und sie benennt Ross und Reiter. „Ein Kind, das jetzt an Hunger stirbt, wird ermordet. Und die Mörder sind identifizierbar.“ Blue Planet Preisträgerin Ann Wright protestiert seit letzter Woche gegen die Stürmung der venezolanischen Botschaft in Washington. Zum ersten Mal überhaupt wurde so die Immunität einer Botschaft in den USA aufgehoben. In Berlin richtet sich eine Konferenz nächsten Dienstag gegen diesen Kurs der Eskalation, den auch ethecon verurteilt.
Bitte unterstütze auch diese Petition gegen das Freihandelsabkommen „Mercosur“ der EU unter anderem mit dem Faschisten Bolsonaro, der zugleich Venezuela, den Indigenen im Amazonas und allen Klimaschutzbemühungen droht.
Zum Datendieb des Monats ernennen wir die Bundesagentur für Arbeit, die den Handel mit Bewerberdaten ermöglichte. Dagegen bitte hier unterzeichnen.
Gegen die Herrschaft der Konzerne und ihrer neuen internationalen Rechten hilft nur die Aufklärung und Vernetzung der Weltbevölkerung. Wir koordinieren unsere konzernkritischen Kampagnen mit Aktiven in aller Welt und stellen menschenverachtender Profitjagd Solidarität entgegen. Für diese Arbeit brauchen wir nicht nur Mut und Herz, sondern auch eine solide Kasse. Bitte überzeugt euch von unserer Arbeit und unterstützt sie nach Kräften auch durch Eure Spenden!
Spende hier per eMail oder hier auf unserer Internetseite oder hier mit PayPal (Button rechts oben unter dem Foto) oder hier per Direkt-Überweisung:
eei1905 Konzernwiderstand stärken!
EthikBank
IBAN DE58 8309 4495 0003 0455 36
BIC GENO DEF1 ETK
Auch ehrenamtliche Hilfe wird dringend gebraucht. Vor allem für die Übersetzung unserer Website. Es sind dafür keine weitreichenden technischen Kenntnisse erforderlich. Kannst Du helfen? Melde dich bitte hier.
Mit solidarischen Grüßen
Niklas Hoves / Anabel Schnura
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
www.ethecon.org / info@ethecon.org
Nicht vergessen:
Viele weitere wichtige Informationen und Petitionen gibt es auf unserer Facebook-Kampagnenseite. Solltest du einen eigenen Facebook-Account haben, dann drück doch bitte unbedingt auf unserer Facebook-Seite den-„Gefällt mir“-Button und unterstütze uns als „Fan“. Und empfehle uns bitte weiter!

 
1. VOLKSWAGEN: Protest vor Aktionärsversammlung
„Climate crime scene“, stand auf dem gelben Absperrband, an dem vorbei Aktionär*innen zur Hauptversammlung der VOLKSWAGEN AG, dem Tatort eines Klimaverbrechens, strömten. Sie kamen nicht umhin, eine drei Meter hohe Weltkugel zu sehen, die, wie ein Ölteppich, bedrohlich schwarze Farbe verschlang: Der Black Planet Award war gekommen um die Schuldigen Vorstände und Großaktionäre zu konfrontieren.
200 Menschen demonstrierten am 14.05. auf dem Berliner Messegelände, viele davon mit einem Fahrrad-Korso, und forderten nicht weniger als die Enteignung des weltgrößten Auto-Konzerns und seine Umrüstung für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Als eine Sirene ertönte, fielen sie zum „Die-In“ zu Boden. Ein Detektiv ermittelte und stellte fest:
„Gestorben an Vergiftungen durch die kriminellen Machenschaften der Automobilindustrie“

2. VOLKSWAGEN: Black Planet Award übergeben!
Während vor den Toren der Hauptversammlung die Enteignung der Porsche & Piëch gefordert wurde, traten im Gebäude, abgeschirmt und geschützt von Polizei und Werkschutz, Vorstand und Aufsichtsrat vor ihre Aktionär*innen. Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dieter Pötsch faselte von einer angeblich ausgeprägten Debattenkultur bei VOLKSWAGEN. Davon konnten sich die Aktionär*innen überzeugen, denen gleich am Eingang unsere Flugblätter und Broschüren entwendet wurden.
Kritische Wortmeldungen wurden geschoben, unterbrochen und konnten doch nicht verhindert werden. Der persönlichen Konfrontation mit dem Black Planet Award konnten Diess, Pötsch, Weil und Porsche nicht entkommen. Nach einer Vielzahl vernichtender Redebeiträge, von kritischen Aktionären bis zu einer Schülerin der Fridays-for-Future-Bewegung, kam die Hauptversammlung mit der Trophäe des Schmähpreises zu seiner Konklusion. Die Herren auf der Tribüne starrten nur auf ihre Tische.
Mit viel Protz, schnellen Sportwagen, flotten Geschäftszahlen und absurden Versprechungen versuchten Vorstand und Aufsichtsrat die rund tausend Aktionäre und Journalisten von ihren Verbrechen, ihrem großen Diesel-Betrug, ihrer Unterstützung faschistischer Regime und der Zerstörung des Klimas, abzulenken. Herbert Diess schwärmte von seinen Elektro-Autos und versprach eine Klimaneutrale Autobranche bis 2050 - nach dem Konsens internationaler Klimaforschung viel zu spät zur Einhaltung des 2-Grad-Ziels.
Mehr zum Diskussionsverlauf der Aktionärsversammlung von Winfried Wolf auf den Nachdenkseiten. Pressestimmen und Eindrücke von den Aktionen gibt es hier. Ein ausführlicher Bericht zur Kampagne folgt in Kürze auf unserer Webseite.

3. IrRWEge: Protest gegen Kohle-Konzern
Das Spitzenpersonal von RWE hat zwar noch keinen Black Planet Award bekommen, unser Protest begegnete ihnen dennoch. Nicht nur im Hambacher Forst, wo wir in den letzten Jahren immer wieder Besetzungen und Demonstrationen unterstützten. Am 3. Mai zogen wir mit Schüler*innen und Waldbesetzer*innen vor die Aktionärsversammlung des Energie-Monsters und forderten den sofortigen Kohle-Ausstieg sowie einen verbindlichen Rodungs- und Umsiedlungsstopp.
Mit 73 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß ist RWE die zweitgrößte Drecksschleuder Europas und der Hauptgrund dafür, dass die Bundesrepublik ihre Klimaschutzziele verfehlt. Noch dazu rodet RWE die Heimat seltener Tierarten und zerstört Jahrhunderte alte Dörfer für das gefräßig wachsende Braunkohleloch am Niederrhein. Seit Jahrzehnten kämpfen Anwohner*innen und internationale Klima-Aktivist*innen gegen Umsiedlungen und Rodungen, vor drei Wochen schließlich kam der Protest zu den Profiteuren auf der Aktionärsversammlung nach Essen.
Hier brachte es die Schülerin Luisa Neubauer auf den Punkt. Vor hunderten Aktionär*innen erklärte sie: „Sie tragen wie keine andere Gruppe von Aktionären Verantwortung für das Desaster, das heute schon an den planetaren Grenzen rüttelt. (…) Sie gehören zu einer winzig kleinen fossilen Elite, die als einzige von der Klimazerstörung profitiert.“

4. Fukushima: Atomares Dorf im Wahlkampf
Unser Freund Kazuhiko Kobayashi, langjähriger Mahner gegen die atomare Gefahr, bittet um solidarische Unterstützung der mutigen Kernkraftgegnerin Wakako Sawara. Sie wagt es in der Präfektur Aomori, Zentrum der japanischen Nuklear-Industrien, zu den Gouverneurswahlen anzutreten. Die Atommafia bestimmt in Aomori mit ihrer großen Urananreicherungs- und Plutonium-Wiederaufbereitungsanlage trotz vieler Unfälle noch immer im Einklang mit der Regierung den Arbeitsmarkt. Hier wird MOX-Brennstoff hergestellt, Atommüll gelagert und aktuell ein weiteres Atomkraftwerk gebaut.
Kazuhiko Kobayashi hat sich vor allem den Kindern von Fukushima verschrieben. In nicht verstrahlten Gebieten Japans ermöglicht er diesen Kindern Ferienaufenthalte. Spenden dafür bitte unter dem Stichwort „Kinder aus Fukushima“. Kazuhiko bittet für die Wahl am 2. Juni die weltweite Anti-AKW-Bewegung um Hilfe und um ermutigende Solidaritäts-Botschaften an unsere Kandidatin Frau D. Wakako Sawara. Solche eMails sammelt Kazuhiko auf seiner Webseite. Seine Mailadresse lautet:
kleinerhain@gmail.com
Auch Dr. Yukihiko Fuse, Leiter der Fukushima Collaborative Clinic (FCC), unterstützt die Kandidatin. Diese selbstorganisierte Klinik, die sich um die Behandlung strahlenkranker Kinder kümmert, entstand aus Anwohnerinitiativen. ethecon unterstützte die FCC seit ihrer Gründung und überbringt ihr regelmäßig Spenden.

5. Fukushima: TEPCO pfuscht weiter
Die für das Atomunglück verantwortlichen Manager und Aktionäre des Atom-Konzerns TEPCO schmähte ethecon 2011 mit dem Black Planet Award. Nach nun mehr als acht Jahren stocken noch immer die Aufräumarbeiten auf dem Reaktorgelände. Noch immer steht der Profit im Vordergrund, weshalb die Gefahren nicht mit Nachdruck gebannt werden.
Erst vergangene Woche wurde so der Abbau eines hochgradig strahlenverseuchten Abgaskamins verpfuscht. Wiederholte Störungen und Stockungen lassen darauf schließen, wie fahrlässig TEPCO weitere Folgeschäden riskiert. Gedeckt und Unterstützt wird diese Fahrlässigkeit von der mit dem Atomkomplex bestens befreundeten Regierung Abe.
TEPCO muss gestoppt werden! Infos zu TEPCO oder unser Flugblatt kannst Du hier bestellen.

6. Fukushima: Gegen Olympia
Die Olympischen Spiele, die 2020 nach Japan kommen, sollen die noch immer wachsende Gefahrenlage vertuschen. Zusammen mit der japanischen Anti-Atomkraft-Bewegung fordern wir die japanische Regierung und das Internationale Olympische Komitee dazu auf, diese Verantwortungslosigkeit gegenüber Besucher*innen, Sportler*innen und besonders den Menschen in Fukushima zu unterlassen.
Erstmals nach zwölfjähriger Pause kehren erstmals die Disziplinen Baseball und Softball ins olympische Programm zurück. Hier erwartet man am wenigsten Protest oder Boykott, weshalb sie sich besonders für die Eröffnungsspiele in Fukushima eignen. Fukushima zum Austragungsort von Wettkämpfen zu machen suggeriert, dass die Gefährdung durch die strahlenden Reaktorruinen ungefährlich sei. Folglich könne auch von den ehemaligen Bewohner*innen Fukushimas erwartet werden, in ihre verstrahlte Heimat zurückzukehren.
Noch im Sommer 2018 überzeugte sich Vorstandsmitglied Sibylle Arians davon, dass nach wie vor verstrahltes Erdreich, in Millionen von Plastiksäcken verpackt, im Stadtgebiet und auf Halden in der Umgebung der Präfekturhauptstadt gelagert wird. Davon geht messbare radioaktive Strahlung aus. Die Menschen in und um Fukushima leben damit. Und viele werden krank, so wie die in der Fukushima Collaborative Clinik behandelten, an Schilddrüsenkrebs erkrankten Kinder. Solche Schicksale können verhindert werden!
Wir werden den olympischen Schwindel entlarven und rufen zum Boykott der Wettkämpfe in Fukushima auf!

7. NESTLÉ: Giftige Säuglings-Nahrung
Der Schweizer Lebensmittel-Konzern produzierte 1,7 Millionen Tonnen Plastikverpackungen im vergangenen Jahr. Gegen diese Umweltsünde richtet sich diese Petition. Bereits 2007 schmähte ethecon den Geschäftsführer Peter Brabeck-Letmathe und die Großaktionärin Liliane de Bettencourt von NESTLÉ mit dem Black Planet Award. Sie verführen durch Werbung, süchtig und dick machende Rezepturen von Suppen, Süßigkeiten und anderen „Leckereien“, bemächtigen sich des Wassers im globalen Süden, vermüllen und vergiften unseren Planeten. Und wir? Wir kaufen den Mist.
Nun wurden krebserregende Mineralöl-Rückstände in Säuglingsnahrung gefunden! Auch hierzu gibt es eine Petition. Doch das genügt freilich nicht. NESTLÉ geht - wie die anderen genannten Konzerne - für seinen Profit über Leichen. Unterschriftensammlungen, Boykott und ziviler Ungehorsam müssen noch mehr Druck aufbauen, um NESTLÉ zu stoppen.
Nicht nur Fridays For Future: Jeder Tag muss „For Future“ sein!

8. BAYSANTO: Überwachung von Kritiker*innen
Seit ethecon 2006 Management und Großaktionäre von MONSANTO mit dem ersten Black Planet Award schmähte, kämpfen wir als Teil einer internationalen Koalition gegen die Verbrechen des Gift-Kartells. MONSANTO hat viele Rekorde gebrochen, wurde etwa zum unpopulärsten Konzern der Welt gekürt und erzürnte mit seinen mörderischen Pestiziden so viele Menschen, dass Jahr für Jahr hunderte „Marches against MONSANTO“ stattfanden. Anfangs belächelte die Konzern-Spitze die Proteste, öffentlich spielte sie diese stets herunter. Doch hinter den Kulissen wurde heftig gegen uns und andere Kritiker*innen gekämpft. Die Legalität seiner Produkte kaufte er mit Bestechungen bis ins Weiße Haus, auf der anderen Seite ließ er Kritiker*innen und Umwelt-Aktivist*innen bespitzeln.
Weil das Geschäft mit Menschenvergiftung und Umweltzerstörung so profitabel ist, verleibte sich im letzten Jahr BAYER den Konzern ein. Nun hat BAYER-Vorstandschef Baumann selbst einen Rekord gebrochen: Er ist der erste Kopf eines DAX-Konzerns, der von seinen Aktionär*innen nicht entlastet wurde! Dieser symbolische Erfolg zeigt, dass BAYSANTO längst Rückzugsgefechte führt!
Wir fordern Einblick in die Akten, die MONSANTO über uns angelegt hat und die Offenlegung aller Observationen und Maßnahmen gegen uns!

9. Einigkeit macht stark: Solidarität gegen Überwachung
Was uns gegen Angriffe wie die von BAYER und MONSANTO schützt, ist die weiterhin riesige Solidarität der internationalen Bewegung gegen dieses Gift-Kartell. Je mehr Menschen unsere Kampagnen unterstützen, desto weniger werden ihre Einschüchterungsversuche Früchte tragen. Bitte fordere Dein Umfeld dazu auf, ebenfalls gegen MONSANTO die Stimme zu erheben, zu spenden oder unseren Konzernwiderstand gar mit einem regelmäßigen Förderbeitrag oder einer Zustiftung zu stärken.