Kliniken geschlossen – kämpfen statt klatschen!

In der Erklärung von ethecon zu Beginn der Corona-Krise schrieben wir am 18. März 2020 u. a.: „Mehr als Dankbarkeit brauchen die Krankenschwestern eine angemessene Bezahlung, sichere Arbeitsbedingungen und Unterstützung für ihre Familien, die Verstaatlichung von relevanten Pharma-Bereichen, die Inbetriebnahme stillgelegter Kliniken … Einer Umverteilung zugunsten der Konzerne müssen wir entschieden entgegentreten! … Wir fordern staatliche Sofort-Direktinvestitionen in Milliardenhöhe in öffentliche Gesundheitseinrichtungen zur Notfallbewältigung!“

Diese Sätze haben nach fast einem Jahr Corona nichts an Bedeutung verloren. Im Gegenteil, sie sind noch dringlicher als damals.

Die Intensivstationen sind am Limit, selbst Krebsoperationen werden nicht mehr durchgeführt, um Betten für Corona freizuhalten. Die Folgen dieser abgesagten/verschobenen Operationen für die von Krebs- und anderen – mitunter tödlichen – Krankheiten betroffenen Patient*innen bleiben dank der Pandemie im Dunkeln.

Ebensowenig wird kaum darüber berichtet, dass es noch sehr viel schlimmer ist: Statt eines Ausbaus des Gesundheitswesens werden inmitten der dramatischen Corona-Lage Krankenhäuser geschlossen und Bettkapazitäten vernichtet.

Am 22. Januar 2021 schrieb die Berliner Zeitung, dass in 2020 deutschlandweit 21 Kliniken vom Netz genommen wurden. 30 weitere stehen zur Schließung an.

1991 gab es in Deutschland 2.411 Kliniken, 2019 waren es nur noch 1.914. Der in Presse, Funk und Fernsehen omnipräsente Corona-Warner Lauterbach (SPD) sprach sich vor noch nicht allzu langer Zeit dafür aus, die Zahl der Kliniken auf 600 zu reduzieren.

Das ist genau die Zahl, die 2019 die Bertelsmann-Stiftung empfahl und die sie im vorigen Herbst, mitten in der Pandemie, gemeinsam mit dem Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung und der Robert-Bosch-Stiftung nochmals bekräftigte.

Wieder einmal geht es um Profite für die Konzerne und die hinter diesen ste-henden Besitzer*innen. Die Gesundheit der Menschen bleibt auf der Strecke.

Im Jahr 2019 und im ersten Quartal 2020 ging im Bereich des Gesundheitswesensging etwa die Hälfte aller Verkäufe an drei große Konzerne HELIOS, SANA und ASKLEPIOS. So berichtet es die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) in einem „Transaktionsmonitor Gesundheitswesen“.

ASKLEPIOS fusionierte im Juli 2020 mit den Rhön-Kliniken. Zum Aufsichtsrat gehörte dort Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung. Sie hat ihren Posten aber inzwischen aufgegeben.

=> Protest ist hier möglich

Petition auf “Open Petition”

www.klinikrettung.de

https://kliniksterben.jimdofree.com/

https://schlusskliniksterbenbayern.jimdofree.com/

https://www.bunte-kittel.de/

 

 

Volksinitiative Gesunde Krankenhäuser in NRW

ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie ist Teil der Volksinitiative Gesunde Krankenhäuser in NRW.

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Wir sammeln die Unterschriften auch in unserer Geschäftsstelle in Düsseldorf:

ethecon Geschäftsstelle
Schweidnitzer Straße 41
40231 Düsseldorf