Internationaler ethecon Blue Planet Award 2012 ehrt den Konzern- und Globalisierungskritiker Jean Ziegler/Schweiz Begründung von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie Kuratorium und Vorstand von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie erklären:

Mit dem im Jahresrhythmus verliehenen Internationalen ethecon Blue Planet Award werden von ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie seit dem Jahr 2006 Menschen geehrt, die sich herausragend für Schutz und Verteidigung menschlicher Ethik im Spannungsfeld Ethik und Ökonomie einsetzen und derart für den Erhalt und die Rettung unseres Blauen Planeten kämpfen. Dies geschieht in konsequenter Ergänzung zum gleichzeitig und ebenfalls jährlich vergebenen Internationalen ethecon Black Planet Award, der Personen schmäht, die in schockierender Weise menschliche Ethik im Spannungsfeld Ethik und Ökonomie mit Füßen treten und derart den Ruin und die Zerstörung unseres Blauen Planeten hin zu einem Schwarzen Planeten betreiben. Wobei in beiden Fällen der Blaue Planet die gesamte belebte und unbelebte Welt umfasst. Die Stiftung zeichnet mit dem Internationalen Blue Planet Award Menschen aus, die mutig, konsequent,
unbestechlich und integer sind. Die bereit sind, für die Verteidigung von Frieden, Gerechtigkeit und Ökologie zivilen Widerstand zu leisten, sich dafür in Gegensatz zu herrschenden Normen und Gesetzen zu setzen und im Extremfall trafen und Nachteile für Leib und Leben auf sich zu nehmen. Solche Menschen zeigen das, was gemeinhin Zivilcourage genannt wird; nämlich den Mut, ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile für Moral und Ethik, für die Ideale und die Interessen der Menschheit einzutreten. Solche Menschen sind es, die das empfindliche Pflänzchen menschlicher Ethik hüten, pflegen und verteidigen. Sie sind diejenigen, denen die Menschheit Frieden, Menschenrechte, soziale Sicherheit und den Schutz der Umwelt verdankt.
Die mit dem Internationalen ethecon Blue Planet Award geehrten Menschen stehen in einer zunehmend auf den Profit als einzigem Kriterium jeglicher Entscheidung und Entwicklung ausgerichteten Welt, gleichsam wie David gegen Goliath, den Mächten gegenüber, die die Interessen der Masse der Menschheit an Gerechtigkeit, Frieden und intakter Umwelt missachten und deren Lebens- und xistenzbedingungen ruinieren. Sie werden vielfältig benachteiligt, verfolgt und ausgegrenzt; ja, oft sogar von Anschlägen auf ihre Existenz, ihre Gesundheit und ihr Leben bedroht. Sie brauchen unser aller Unterstützung, Hilfe und Solidarität. Entsprechend versteht sich der jährliche internationale ethecon Blue Planet Award auch als Mobilisation für den Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Umweltschutz. In Verbindung mit dem Schmähpreis Black Planet Award soll er die Öffentlichkeit im genannten Sinn sensibilisieren und aufmerksam machen, die Zusammenhänge und die Verantwortlichen aufdecken sowie den Widerstand gegen Umweltzerstörung, Krieg und Ungerechtigkeit stärken.

Jeweils im Februar wird in einem international verbreiteten Aufruf dazu aufgefordert, Vorschläge für die beiden Preise einzureichen. In einem gründlichen Auswahlverfahren werden bis August des Jahres die PreisträgerInnen von der Stiftung bestimmt. Mit dem Internationalen ethecon Blue Planet Award 2012 wird der Schweizer Konzern- und Globalsierungskritiker Jean Ziegler geehrt.
Kuratorium und Vorstand von ethecon begründen ihre Entscheidung zusammengefasst wie folgt: Nach Abschluss seines Studiums ging Ziegler 1961 für zwei Jahre in den Kongo, als Assistent eines Sonderbeauftragten der UNO. Er wurde durch diesen Afrika-Aufenthalt, unmittelbar nach der Ermordung
des kongolesischen Staatschefs Patrice Lumumba 1961, und vor allem durch den Hunger und das Elend vor Ort zu einer radikalen Änderung seiner ursprünglichen (konservativen) Grundauffassungen bewegt: „In diesem Augenblick habe ich mir geschworen, nie mehr - nicht einmal rein zufällig - auf der Seite der Henker zu stehen.“ Bei einem Einsatz mit einer internationalen Arbeitsbrigade auf Kuba lernte er Che Guevara kennen. Als dieser kurz danach für knapp zwei Wochen zu einer Tagung nach Genf kam, fungierte Ziegler als sein Fahrer und Betreuer. Als Ziegler Che Guevara zum Guerillakrieg nach Afrika begleiten wollte, deutete letzterer auf die Banken und Konzernfilialen der Stadt und sagte: „Dein Platz ist hier. Hier ist das Gehirn des Monsters, hier musst du kämpfen.“ Obwohl Ziegler zum damaligen Zeitpunkt über diese Aussage gekränkt war, hat er in den folgenden fünf Jahrzehnten seines Lebens den Sinn dann
doch verstanden und genau diesen Kampf geführt. Ab dem Jahr 2000 war Ziegler neun Jahre lang als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung tätig. Sechs bis sieben Mal im Jahr war er auf Mission, um sich vor Ort an den erschiedenen Brennpunkten in der Welt ein Bild der Lage im jeweiligen Land zu machen. Er hatte dabei Zugang zu Gefängnissen, zu Flüchtlingslagern und zu Waisenhäusern und sprach mit Betroffenen, Politikern und Wissenschaftlern, bevor er seinen Bericht der Generalversammlung der UN vortrug. Für den Posten vorgeschlagen wurde er vom damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen ofi Annan. Die westlichen Länder stimmten fast geschlossen gegen ihn: „Gewählt wurde ich, weil mich viele Botschafter aus dem Süden kannten, einige hatten sogar bei mir studiert. Sie wussten, dass ich ihnen eine Stimme gebe.“
Ziegler war lange im Komitee des Weltsozialforums, das als Gegengipfel zum weltwirtschaftsforum in Davos veranstaltet wird. Globalisierungsgegner lieben ihn, US-amerikanische UN-Gesandte - so Ziegler - hassen ihn.
Ziegler hat bis heute etwa 20 Bücher geschrieben, viele davon sind längst internationale Bestseller,in denen er die „Refeudalisierung in der Welt“ ebenso kritisiert wie die multinationalen Konzerne, die aus Gründen der Profitmaximierung unethisch handeln, Menschenrechte und Umweltschutz missachten
und so für den Welthunger eine wesentliche Mitverantwortung tragen. Den massiven der Konzerne auf die Politik betrachtet er als Bedrohung für die Demokratie: „Die 500 größten transkontinentalen Konzerne haben nach Angaben der Weltbank im letzten Jahr 52,8 Prozent des gesamten Bruttosozialprodukts der Welt kontrolliert. Diese Konzerne haben eine Macht, wie sie kein Kaiser, König oder Papst je hatte.“ Daher ist ihm der Kampf gegen Konzernmacht genauso wichtig wie das Aussprechen unangenehmer Wahrheiten: „Die Konzerne sind die Haupttäter und wir sind ihre Komplizen.“ Lautstark kritisiert Ziegler auch die Spekulationen auf Agrarerzeugnisse, wie sie von den internationalen Finanzmärkten ausgehen. Diese haben in den vergangenen Jahren Preisschübe bei Grundnahrungsmitteln wie Reis und Mais um bis zu 300 Prozent verursacht, die besonders in den Entwicklungsländern katastrophale Folgen haben. Ziegler nennt dieses Phänomen „stillen Massenmord“.
Die von Ziegler am häufigsten vorgebrachten Fakten sind: „Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. 37.000 Menschen sterben am Hunger jeden Tag. Und eine Milliarde ist permanent unterernährt. Gleichzeitig könnte die Landwirtschaft zwölf Milliarden Menschen, also das Doppelte der Weltbevölkerung, normal ernähren. Es gibt keine Fatalität. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“
Dass er sich nicht den Mund verbieten lässt, sondern - trotz aller Prozesse, derentwegen er Schulden in Millionenhöhe hat - Konzerne und konzernverantwortliche ebenso beim Namen nennt, wie er unerbittlich harte Fakten auftischt, beweist er immer wieder. Aber der Preis für Zieglers schon fünf Jahrzehnte andauerndes Engagement war hoch. Seit August 2009 gehört er dem beratenden Ausschuss des UN-Menschenrechtsrats an und reist für die Vereinten Nationen durch die Welt. Er hält viele Vorträge und schreibt fast jedes Jahr ein Buch. Darüber hinaus gehört er dem Beirat der bundesdeutschen Bürger- und Menschenrechtsorganisation Business Crime Control an. Er hat zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. ethecon sieht in Jean Zieglers Einsatz gegen Hunger, Ausbeutung und Unterdrückung, in seinem
Bemühen gegen Unterdrückung und Profitgier, in seinem Kampf gegen Konzerndiktatur und Kapitalmacht, in seinem anhaltenden Engagement für Menschlichkeit und Gerechtigkeit sowie in seinem Streben, gerade den Menschen aus den Entwicklungsländern eine Stimme zu verleihen, einen ethisch überragenden Beitrag zu Rettung und Erhalt unseres „Blauen Planeten“. Für diese herausragende Leistung menschlicher Ethik zeichnet ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie Jean Ziegler mit dem Internationalen ethecon Blue Planet Award 2012 aus. Der öffentliche Festakt zur Verleihung des Internationalen ethecon Blue Planet Award 2012 an den Schweizer Konzern- und Globalisierungskritiker sowie des damit verbundenen Internationalen ethecon
Black Planet Award 2012 an den Geschäftsführer Ivan Glasenberg (CEO), den Präsidenten Simon Murray (Chairman), das Verwaltungsratsmitglied Tony Hayward (Komitee für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit) sowie die GroßaktionärInnen des Rohstoff-Multis GLENCORE / Schweiz wird am 17. November 2012
ab 14 Uhr in Berlin stattfinden.

Berlin, Antikriegstag 01. September

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