RHEINMETALL entrüsten: Protestaktion am 10.05. vor Rheinmetall

Unter dem Motto “Rheinmetall entrüsten! Stoppt das Geschäft mit dem Krieg! Rüstungsexporte stoppen!”  hat ethecon mit einem breiten Bündnis am 10.05.2022 um 5 vor 12 zu einer Protestaktion vor der Rheinmetallzentrale in Düsseldorf aufgerufen. ethecon hat den offenen Brief an Kanzler Scholz unterzeichnet indem sich gegen eine Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen wird, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. In diesem Sinne unterstützen wir auch die Forderungen des anti-militaristischen Bündnisses:

  • Rheinmetall entrüsten: Umstellung auf zivile Produkte!
  • Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete durch ein entsprechendes Rüstungsexportkontrollgesetz verbieten

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Übergabe des ethecon Dead Planet Award im Rahmen der RWE-Proteste am 28.04.

Im Rahmen einer vielfältigen und kreativen Protestveranstaltung vor der RWE-Konzernzentrale in Essen anlässlich der digitalen Hauptversammlung wurde dem Konzern der bereits 2021 verliehene Internationale ethecon Dead Planet Award übergeben. Zusammen mit dem Dachverband der Kritischen Aktionär*innen, dem RWE-Tribunal und anderen Organisationen hatte ethecon zu diesem Protest aufgerufen. Dieser wurde auch medial gut aufgenommen (s. Presseportal). Auf der Webseite des Dachverbands der kritischen Aktionär*innen finden sich zudem weitere spannende Informationen zu ihren drei Gegenanträgen und 80 Frage

    (Foto: ethecon)

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Urteil 3. RWE-Tribunal und Pressemitteilung zur Landtagswahl

Anlässlich der anstehenden Landtagswahl hat das RWE-Tribunal eine Pressemitteilung verfasst, die auch von ethecon unterstützt wird:

PM RWE-Tribunal

Die Jury des dritten RWE-Tribunals ist vergangenen Sonntag zu einem einstimmigen Urteil  gekommen:

  • Der RWE-Konzern muss enteignet werden, nachdem RWE  den zu leistenden Schadensersatzleistungen nachgekommen ist, bzw. alle verursachten Kosten ausgeglichen hat
  • Einflussnahme-Strategien von RWE vor allem auf Politiker*innen durch sofortige Transparenz-Maßnahmen und Verbote beenden!
  • RWE-Tagebaue und Kohleverbrennung sofort beenden!
  • Zukunftsfähige RWE-Unternehmensteile in kleinste Einheiten zerlegen und diese unter basisdemokratische Kontrolle bringen!

“Deeskalation jetzt”: Offener Brief an Bundeskanzler Scholz

In einem offenen Brief fordert eine breite Gruppe verschiedenster Organisationen und Persönlichkeiten Bundeskanzler Scholz auf, eine Deeskalation des Ukrainekrieges zu verhindern, indem Deutschland darauf verzichtet, Waffen an die Ukraine zu liefern. Erstunterzeichner des offenen Briefes sind u.a. Konstantin Wecker und Dr. Rolf Gössner, (Ehren)Mitglieder der Stiftung ethecon. ethecon gehört auch zu den Mitunterzeichnern. Hier der Brief als pdf: offener_ brief_deeskalation_jetzt

ethecon Ehrenmitglied Konstantin Wecker

Protestkundgebung mit Preisübergabe am 28.04. in Essen

Zusammen mit dem Dachverband der kritischen Aktionär*innen, dem RWE-Tribunal und anderen Organisationen ruft ethecon am 28.04. um 9.30 Uhr zu einer Protestveranstaltung vor den Toren des RWE-Konzerns auf. Da dieser beschlossen hat, seine Hauptversammlung wieder digital abzuhalten, haben wir unseren Protest direkt vor die Konzernzentrale in Essen verlegt.

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Politische Erklärung anlässlich der Frühjahrstagung des Vorstands und des Kuratoriums

Politische Erklärung
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
Vorstand und Kuratorium

Der Planet brennt!

Kollaps der Ökologie trifft vor allem die Jugend

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen/UN, António Guterres äußerte am 28. Februar 2022 bei der Vorstellung des Berichts des Weltklimarats/IPPC:

„Ich habe in meinem Leben schon viele wissenschaftliche Berichte gesehen, aber keinen wie diesen […] Fast die Hälfte der Menschheit lebt in der Gefahrenzone – jetzt. Für viele Ökosysteme gibt es kein Zurück mehr – jetzt. Die unkontrollierte Verschmutzung durch Kohlenstoff führt […] auf einen Zwangsmarsch ins Verderben – jetzt. Die Fakten sind unbestreitbar.“

Statt Rettung des Klimas Aufrüstung und Krieg!

Doch der dramatische Alarmruf der UN verhallte einmal mehr ungehört. Im Gegenteil, wir müssen das Unfassbare erleben: nach Zehntausenden von Protesten mit Millionen und Abermillionen Teilnehmer*innen in aller Welt und 26 Weltklimagipfeln hatten wir gehofft, endlich als Weltgemeinschaft in gemeinsamer Anstrengung und entschlossen das Klima und die Ökologie des Planeten zu retten. Stattdessen wird der am 24. Februar 2022 von Russland begonnene Krieg gegen die Ukraine, der sofort beendet werden muss, zum Anlass genommen, weltweit Rekord-Programme zur Aufrüstung zu beschließen, noch mehr Großmanöver durchzuführen und an allen Ecken und Enden der Welt militärische Konfrontationen zu verschärfen. Unter Einschluss der Gefahr eines atomaren Weltkriegs.

Im Rahmen der von der jungen Generation getragenen Bewegung Fridays For Future treten seit 2019 immer wieder Jugendliche in aller Welt für ihre Zukunft in den Schulstreik. An ihrer Seite Millionen Erwachsene. Luisa Neubauer, damals 25 Jahre alt, nannte die verheerende Entwicklung 2021 einen „Betrug an allen jungen Menschen dieser Welt!“

Greta Thunberg stellte 2019 im UN-Hauptquartier in New York die Frage: „Wie können Sie es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Ihren leeren Worten?“

Der Jugend wird die Zukunft geraubt

Der Blaue Planet brennt. Ein Temperaturanstieg von 1,5 Grad und mehr ist nicht mehr aufzuhalten. Die ersten nicht rückholbaren physikalischen Kipp-Punkte der Öko- und Klima-Entwicklung drohen zu fallen  oder sind bereits gefallen. Zerstörte Häuser, verwüstete Landschaften, überflutete Küstenregionen, versinkende Städte, fehlende Nahrung, verzweifelte Menschen, zunehmende Kriege, massenhafte Flüchtlingszahlen und zigtausende Todesopfer.

Die Zukunft wird verheerend sein. Insbesondere für die Jugend. Am stärksten in den armen Staaten des globalen Südens. So werden allein südlich der Sahara 1,4 Millionen junge Menschen bis 2050 aufgrund Mangelernährung körperlich und geistig in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sein.

Die Besitzer*innen der größten Konzerne haben den Planeten an den Rand von Weltkrieg, ökologischer und sozialer Katastrophe getrieben und seine Unbewohnbarkeit heraufbeschworen. Sie haben ihre Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt gemacht. Ihnen sind die Rechte der Menschen egal. Sie rauben der Jugend die Zukunft. Sie sehen erklärtermaßen keine Zukunft mehr für den Planeten Erde und empfehlen zynisch die Flucht ins Weltall.

Ernstmachen mit Systemwandel!

“Gerechtigkeit wird uns nicht von den Staats- und Regierungschefs oder von den Konzernen geschenkt”, hieß es im Aufruf des Bündnisses, das im November 2021 zum 26. Weltklimagipfel massenhafte Proteste organisierte. Seit 1965 haben die 20 größten Konzerne für fossile Brennstoffe rund ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verursacht. Stets zuvorkommend bedient von den jeweiligen Regierungen. Zu Gunsten der Profite lässt die Politik die Jugend skrupellos im Stich.

Die Stiftung ethecon fordert: Sofortiger Ausstieg aus allen klimaschädlichen Energieformen! Sofortiger Umstieg auf umweltfreundliche Energien! Kein Atom- und Gas-Greenwashing! Kein Geld für ein globales Wettrüsten! Alles Geld für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Sofort-Maßnahmen für die Rettung der Ökologie des Planeten. Vorbehaltlose Unterstützung der Jugend bei ihren Kämpfen zur Rettung des Klimas.

Die Gesellschaftsordnung muss gewandelt werden. Weg vom persönlichen Vorteil hin zu einer Ökonomie, in der Mensch und Umwelt tatsächlich vor Profit kommen. Das Primat des Profits muss abgelöst werden durch die Vorherrschaft der Solidarität und Völkerfreundschaft. Konzerne mit umweltschädlicher Produktion müssen sofort unter demokratische Kontrolle gestellt werden.

„Der Kapitalismus demonstriert sehr anschaulich, dass er nicht in der Lage ist, die dringendsten Probleme der Zeit zu lösen, und dass die Gesellschaft deshalb einer Umkehr bedarf.“ schreibt der ethecon Zustifter Anders Bjerre Mikkelsen aus Dänemark in der Klimabroschüre der Stiftung ethecon.

Berlin, den 20. März 2022

 

englische Version: 220320-Political Declaration

spanische Version: 220320-Declaración política

französische Version: 220320Déclaration politique

portugiesische Version: 220320-Declaração Política

 

Erklärung der japanischen Gewerkschaft Doro Chiba

Liebe Kolleginnen und Kollegen in Deutschland,

in der Corona-Krise kommt sehr bald der 11. Jahrestag des “Großen Erdbeben in Ostjapan”und des Supergaus von “Fukushima-Daiichi” vom 11. März 2011.

“Das Große Erdbeben in Ostjapan” und der dadurch hervorgerufene Tsunami haben damals innerhalb eines Augenblicks mehr als 18.000 Menschen das Leben genommen. Das ist nicht alles. Das Erdbeben und der Tsunami haben “Fukushima-Daiichi” auf eine beträchtliche Weise zerstört: Der erste, zweite und dritte Reaktor sind explodiert und es kam zu einer Kernschmelze. Die dadurch freigesetzten hoch radioaktiven Stoffe haben die Erde und das Meer von Fukushima und der benachbarten Präfekturen umfangreich verseucht. Die Menge der freigesetzten Radioaktivität war enorm: Allein die Quantität des Cäsiums 137 belief sich auf das 168.5fache der Hiroshima-Atombombe (die von der japanischen Regierung veröffentlichte Zahl).

Bis zum 11. März 2011 sagten und behaupteten die japanische Regierung und die Elektrizitätsgesellschaften, “Die AKWs sind absolut sicher. Die Atomkraft ist eine saubere Energie” Dass das eine glatte Lüge ist–das wurde nun ans Licht gebracht.

Aber so eine Lüge wird nun von der japanischen Regierung schon wieder wiederholt: Sie behauptet nun mit aller Kraft, dass das Tritium überhaupt nicht gesundheitsschädlich sei. Diese Demagogie wird auch in den Grund-, Mittel- und Oberschulen verbreitet.

Und die Regierung von Kishida zielt darauf, das radioaktiv konterminierte Wasser, das sich im Gelände von “Fukushima-Daiichi” massenweise anhäuft, im Frühling 2023 zu verklappen.

Dagegen wehren sich sowohl die Fukushima- als auch die Nationalen Fischereigenossenschaften heftig. Auch die überwältigende Mehrheit der Bürger in Fukushima und viele Bürger japanweit sind dagegen.

Trotzdem beharrt die japanische Regierung auf die Verklappung des radioaktiv kontaminierten Wassers. Warum? Weil sie sich für die Wiederinbetriebnahme von AKWs sowie für das aggressive Vorantreiben ihrer Nuklearpolitik (einschließlich der eigenen atomaren Bewaffnung) entschieden hat.

Auch TEPCO hat die Absicht, die Wiederinbetriebnahme ihrer AKWs voranzutreiben.

Auf der anderen Seite standen jetzt sechs junge Männer aus Fukushima (jetzt 17-27 Jahre alt) auf, die die Atom-Katastrophe in ihrer Kindheit (damals 6-16 Jahre alt) erlebten und an Schilddrüsenkrebs sowie dessen Folgeerscheinungen immer noch leiden. Sie haben am 27. Januar dieses Jahres gegen TEPCO Anklage erhoben: Ihre Position ist ganz klar, und zwar; “Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen ihrem Schilddrüsenkrebs und der durch den Supergau verursachten Strahlenbelastung”

* Sowohl die japanische Regierung als auch die Präfekturverwaltung von Fukushima und die “Fukushima Medical University” stehen schamlos und hartnäckig auf dem Standpunkt, dass der sehr häufig vorkommende Schilddrüsenkrebs unter den jungen Menschen in Fukushima nichts mit der massenhaft freigesetzten Radioaktivität seit dem 11. März 2011 zu tun habe.

Es ist ganz klar, dass unsere Aktion in Fukushima am 11. März dieses Jahres einen weltweiten Einfluss haben wird. Dessen wohl bewusst werden wir an diesem Tag vor Ort aufstehen.

Nein zu der Verklappung des radioaktiv kontaminierten Wassers!

Nein zu der Wiederinbetriebnahme von AKWs!

Sofortige Einstellung aller AKWs weltweit!

Nie wieder Hiroshima, Nagasaki, Bikini, Tschernobyl und Fukushima!

Die Menschheit und die Atomkraft (Atomwaffen, AKWs usw.) sind unvereinbar!

Lasst uns in diesem Kampf über die Kontinentale hinweg zusammen kämpfen!

Hoch die internationale Solidarität!

Zum Schluss: ethecon hat der “”Fukushima Collaborative Clinic” mehrmals große Summen von Spenden überwiesen. Wir sind euch zutiefst dankbar! Wie man so schön sagt, “Ein Freund in der Not ist ein Freund in der Tat”; Vielen vielen Dank!

Februar, 2022

Internationales Arbeitersolidaritätskomitee von Doro-Chiba Nobuo