Internationaler ethecon Black Planet Award 2014/2015

DOW CHEMICAL & Bhopal / ethecon-aktivistin reist nach Indien

Die Vorstände und Großaktionäre von DOW CHEMICAL wurden für den Internationalen ethecon Black Planet Award 2014/2015 nominiert. U.a. für die Verbrechen in Bhopal/Indien, dem 1984 Hunderttausende zum Opfer fielen. Die ethecon Aktivistin Anabel Schnura reist am 08. Juli 2015 als Freiwillige nach Bhopal und hilft dort mindestens drei Monate bei der Versorgung der Opfer. Sie wird mit politischen Aktionen vor Ort die Nominierung für den Schmähpreis begründen. Sie hat einen Offenen Brief an die von ethecon an den internationalen Pranger gestellten Preisträger im Gepäck.

Die ethecon-Aktivistin Anabel Schnura reist am 08. Juli nach Indien und hilft in Bhopal als Freiwillige bei der medizinischen Versorgung der Zehntausenden Opfern der Bhopalkatastrophe im Jahr 1984. Verantwortlich für die schreckliche Situation vor Ort sind insbesondere die Vorstandsmitglieder Andrew Liveris und James M. Ringler sowie die hinter ihnen stehenden Großaktionäre des US-amerikanischen Chemie-Konzerns DOW CHEMICAL. Auf Grund dieser „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ hat ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie die Genannten für den Internationalen Black Planet Award 2014/2015 nominiert.

Im Jahr 2001 hat DOW CHEMICAL den ebenfalls in USA ansässigen Konzern UNION CARBIDE übernommen. Entsprechend ist DOW in vollem Umfang verantwortlich für die bis heute andauernden katastrophalen Folgen des größten Chemie-Unfalls der Industriegeschichte. In der Nacht vom 03. auf den 04. Dezember 1984 explodierte ein Gastank mit Methylisocyanat (MIC) in dem Werk von UNION CARBIDE in Bhopal. Es forderte unmittelbar Tausende Todesopfer und Hunderttausende Verletzte. Mehr als 100.000 Personen leiden in Bhopal heute noch, 31 Jahre nach dem Unglück an unheilbaren chronischen Krankheiten durch Verätzungen der Schleimhäute und innerer Organe sowie auch an Schädigungen der Lungen. Täglich sterben Opfer. Immer mehr bereits in der zweiten und dritten Generation. Dow Chemical hat nie Entschädigungen gezahlt. Die betroffenen Gebiete wurden nie entseucht. Das Grundwasser wird durch die einsickernden Gifte zunehmend verseucht. Täglich vergiften sich Menschen neu, da in den Gebieten rund um das verseuchte Werk über viele Quadratkilometer hinweg nicht für eine gesicherte Wasserversorgung gesorgt wird. Die betroffenen Menschen bleiben ohne medizinische Versorgung. Zwei von Freiwilligen im Rahmen internationaler Solidarität und auf Spendenbasis aufgebaute Kliniken können nicht mehr als die allernötigste Grundversorgung leisten.

Eine der beiden selbstverwalteten Kliniken ist die Sambhavna Trust Clinic. Dort werden über 30 Jahre nach der Chemiekatastrophe 29.000 vergiftete Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, kostenlos versorgt. ethecon Aktivistin Anabel Schnura hat bereits 2014 in dieser Klinik drei Monate als Freiwillige gearbeitet.
ethecon arbeitet mit den internationalen Bhopal-Kampagnen Bhopal.org und Bhopal.net zusammen. Die Stiftung unterstützt die Klinik und den Kampf der Opfer um gerechte Entschädigung und die Entseuchung der vergifteten Gebiete auch finanziell.
Anabel wird sich mit politischen Aktionen vor Ort auch an die Vorstände Andrew Liveris und James M. Ringler sowie die hinter ihnen stehenden Großaktionäre von DOW CHEMICAL wenden. Sie hat einen Offenen Brief an die von ethecon für den internationalen Schmähpreis der Stiftung nominierten Preisträger im Gepäck.

-- Die Internationalen ethecon Blue Planet Awards ehrten in den vergangenen Jahren Diane Wilson/USA (2006), Vandana Shiva/Indien (2007), José Abreu und Hugo Chávez/Venezuela (2008), Uri Avnery/Israel (2009), Elias Bierdel/Österreich (2010), Angela Davis/USA (2011), Jean Ziegler/Schweiz (2012) sowie Esther Bejarano/Deutschland (2013). Die Internationalen ethecon Black Planet Awards hingegen schmähten Manager und GroßaktionärInnen der Konzerne MONSANTO/USA (2006), NESTLÉ/Schweiz (2007), BLACKWATER (XE)/USA (2008), Formosa Plastics Group/Taiwan (2009), BP/Großbritannien (2010), TEPCO/Japan (2011), GLENCORE/Schweiz (2012) und DEUTSCHE BANK/Deutschland (2013).

ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen „von unten“, die sich mit ihren derzeit 39 ZustifterInnen und dem Leitmotiv „Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!“ in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. Die noch junge Stiftung finanziert sich über Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften.

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Druckansicht      zurück nach oben08.08.2015
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