Guten Tag,

in Taiwan sind die Verantwortlichen des multinationalen Chemie-Konzerns FORMOSA PLASTICS GROUP (FPG) in heller Aufregung. Unsere Aktionen zeigen Wirkung - dazu mehr weiter unten in dieser ethecon email info.

Vielen Dank für die Spenden zur Unterstützung der Aktionen in Taiwan nach der letzten ethecon email info. Wir brauchen weiterhin Spenden, wer spenden möchte, kann das hier tun.

Mit solidarischen Grüßen

Axel Köhler-Schnura / Hubert Ostendorf
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
www.ethecon.org / info@ethecon.org

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„ethecon“ ist die Zusammensetzung der englischen Begriffe „ethics“ (Ethik) und „economics“ (Ökonomie). Die englische Sprache haben wir deshalb gewählt, da unsere internationale Stiftung in einer globalisierten Welt wirkt. Dies wird auch an unseren international ausgerichteten Projekten und den beiden internationalen ethecon-Preisen deutlich.

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Sie finden in dieser ethecon email info
(hier nur die Überschriften, die Artikel weiter unten in dieser eMail):

: 1
ethecon-Preisträger Uri Avnery
über den israelischen Militär-Überfall

: 2
FPG auf den Barrikaden
Zensur und Drohung

: 3
Award-Übergabe bei
FPG-Aktionärsversammlung

: 4
Neuer FPG-Skandal
Bisphenol A soll verboten werden

: 5
Entscheidung gegen
PVC-Produkte in den USA

: 6
ethecon stärken!
Für eine starke Stiftung von unten

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: 1
ethecon-Preisträger Uri Avnery
über den israelischen Militär-Überfall

Der weltbekannte und mit dem Internationalen ethecon Blue Planet Award 2009 (siehe Preisverleihung) sowie vielen anderen Preisen ausgezeichnete israelische Journalist und Friedensaktivist Uri Avnery hat zu dem militärischen Überfall seiner Regierung auf einen internationalen Hilfskonvoi in internationalen Gewässern Stellung genommen. Die von ihm mit gegründete Friedensinitiative Gush Shalom (Friedensblock) berichtet wie folgt: „Ein Tag der Schande“.

: 2
FPG auf den Barrikaden
Zensur und Drohungen

Wir hatten es nicht anders erwartet: Zur Übergabe-Aktion zum Internationalen ethecon Black Planet Award 2009 am 19. Mai in Taipei, der Hauptstadt Taiwans, sind weder Vertreter des geschmähten Chemie-Konzerns FORMOSA PLASTICS GROUP (FPG) erschienen, noch der taiwanesische Präsident Ma Ying-jeou, der den Preis übergeben sollte. Daher erfolgte die Übergabe durch zwei Schauspieler, die in die Rollen des Präsidenten und des verstorbenen Konzern-Gründers Wang Yung-ching schlüpften.

In Zusammenarbeit mit ethecon verlasen taiwanesische Sozial- und Umweltschutz-Organisationen einen Offenen Brief der Zivilgesellschaft Taiwans und den Offenen Brief von ethecon an die FPG. Sie verteilten auch unser FPG-Dossier. Danach präsentierten sie den anwesenden Pressevertretern Wasserproben aus Privatbrunnen in der Umgebung der von Formosa betriebenen Renwu-Fabrik mit 300.000-mal stärkerer Verschmutzung als es die staatlichen Richtlinien erlauben. Die Wasserproben reihten sich ein in die lange Liste von Beweisen dafür, dass die Verantwortlichen bei FPG den Internationalen ethecon Black Planet Award 2009 tatsächlich verdient haben.

Schon im Vorfeld der Übergabe-Aktion kam es zum Eklat. Dabei ging es um unsere Busreklame gegen FPG, von der wir bereits in unserer letzten ethecon email info berichtet haben. Noch bevor die Busse am 18. Mai losfahren konnten, hat die FPG davon Wind bekommen und mit einer Klage gedroht. Ohne Absprache mit ethecon und den taiwanesischen Organisationen sind die Busse über Nacht zensiert worden: Das Wort Schande wurde einfach überklebt. Was die FPG offenbar nicht bedacht hat: Diese Zensur hat erst recht für öffentliches Interesse und umfassende Berichterstattung in den Medien gesorgt, unter anderem in den taiwanesischen Abendnachrichten.

Von dieser Zensur lassen wir uns nicht beeindrucken; die Busse mit der Anti-Werbung fahren inzwischen nicht nur in Taipei, am Sitz der Konzern-Zentrale von FPG, sondern sollen bald auch in mehreren Provinzen unterwegs sein, in denen FPG-Werke stehen.

ethecon protestiert gegen die Zensur und ruft dazu auf, sich dieser Protest-Aktion per Email anzuschließen.

FPG versucht derweil unsere taiwanesischen Partner einzuschüchtern und droht mit einer Schadensersatzklage. Auch im Hinblick auf die geplanten Aktionen zur Aktionärshauptversammlung des Konzerns droht FPG mit Repression. Davon lassen wir uns aber nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Unsere Partner klären seit dem 19. Mai auf der Website FPG Truth auf Englisch und Chinesisch über die Arbeitsschutz- und Umweltsünden der FPG auf, darunter auch die vermeidbare Explosion der Formosa-Fabrik in Point Comfort, Texas.

: 3
Award-Übergabe bei
FPG-Aktionärsversammlung

Die tatsächliche Übergabe des Internationalen ethecon Black Planet Award 2009 an die Besitzerfamilie Wang und die verantwortlichen Manager bei FORMOSA PLASTICS GROUP (FPG) soll am 25. Juni während der Aktionärsversammlung in Taipei statt. Für diese Preisübergabe-Aktion wird Diane Wilson, Aktivistin und ethecon-Preisträgerin aus Texas/USA, nach Taiwan reisen. Wichtig ist ihr dabei, dort mit Menschen zu reden, die genauso von Formosas Umweltsünden betroffen sind, wie sie es in Texas ist. Über den Verlauf ihrer Reise und der eigentlichen Award-Übergabe werden wir in einer kommenden ethecon email info berichten. Eine Zuspitzung des Konflikts mit der FPG ist zu erwarten.

: 4
Neuer FPG-Skandal
Bisphenol A soll verboten werden

Mehrere europäische Länder planen Verbote von Bisphenol A in risikoreichen Anwendungen. Besonders umstritten ist die Verwendung der Chemikalie in Lebensmittel-Verpackungen, Babyflaschen und Kinderspielzeug. Schon 2008 hatte Kanada Bisphenol A als „gefährliche Substanz“ deklariert und als erstes Land eine Verwendung in Babyflaschen verboten.

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Bisphenol A im Körper hormonaktiv wirkt. Schon geringste Dosen könne das Nervensystem schädigen und bei Säuglingen zu Entwicklungs-Störungen führen. Zahlreiche Studien bringen die Chemikalie mit Übergewicht, Unfruchtbarkeit, Diabetes sowie Herz- und Lebererkrankungen in Verbindung. Das Umweltbundesamt fordert seit Jahren, die Verwendung von Bisphenol A einzuschränken, konnte sich bislang jedoch nicht gegen die Interessen der Industrie durchsetzen.

Jährlich werden rund vier Millionen Tonnen der Chemikalie hergestellt. Neben den US-Firmen Dow Chemicals und Hexion gehört das taiwanesische Unternehmen Nan Ya Plastics, das Teil der FORMOSA PLASTICS GROUP ist, zu den größten Herstellern weltweit.

: 5
Entscheidung gegen
PVC-Produkte in den USA

Laut einem CNN-Bericht entscheiden sich in den USA immer mehr Firmen und Krankenhäuser gegen den Einsatz von PVC-haltigen Produkten. PVC wird unter anderem bei Rohrleitungen, Bodenbelägen, Innenausstattungen von Autos, Verpackungen und medizinischen Schläuchen verwendet. Bei der Herstellung und beim Verbrennen von PVC-Abfällen entstehen krebserregende Dioxine, die zu den giftigsten bekannten Substanzen gehören. Dioxine sind eine Gruppe von Chemikalien, von denen mittlerweile angenommen wird, dass sie schon ab einer Konzentration von Teilchen pro Billion giftig sind - das ist weniger als ein Tropfen in einem Swimmingpool.

Die mit Dioxin verbundenen Risiken wurden bereits im Vietnamkrieg offensichtlich, als die US-amerikanische Armee das unter anderem von BAYER, MONSANTO und DOW CHEMICAL produzierte Entlaubungsmittel „Agent Orange“ gegen die vietnamesische Bevölkerung einsetzte. Auch bei den amerikanischen Soldaten, die mit Agent Orange in Kontakt kamen, zeigt sich seitdem eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, an verschiedenen Krebsarten, Parkinson, Diabetes, Bluthochdruck und Herzleiden zu erkranken.

FORMOSA PLASTICS GROUP ist weltweit der zweitgrößte PVC-Hersteller.

: 6
ethecon stärken!
Für eine starke Stiftung von unten

Es gibt in Deutschland mehr als 17.000 Stiftungen. International erhöht sich diese Zahl um ein Vielfaches. Bei der überwiegenden Masse all dieser Stiftungen handelt es sich um Organisationen großer Konzerne oder reicher Familien, um Stiftungen der Kirchen, Parteien und Verbände, um Stiftungen von Bundes-, Landes- und anderer Regierungen. Sie alle handeln mehr oder weniger im Rahmen der herrschenden Verhältnisse, bestenfalls kümmern sie sich um die karitativ motivierte Linderung negativer Symptome. Vielfach geht es ihnen sogar erklärtermaßen um die Stabilisierung und den Erhalt des herrschenden kapitalistischen Systems. Als mächtige „Brain Trusts“ steuern und entwickeln einige dieser Stiftungen die herrschenden gesellschaftlichen Entwicklungen maßgeblich mit.

Bei ethecon hingegen handelt es sich um eine der wenigen systemkritischen, antikapitalistisch orientierten Stiftungen, die sich konsequent für Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie einsetzen. ethecon bleibt nicht bei den Symptomen stehen, sondern setzt bei den gesellschaftlichen Wurzeln an. ethecon geht davon aus, dass sich Gerechtigkeit, Frieden und intakte Umwelt nur über gesellschaftlichen Wandel herstellen lassen werden, das Profitsystem muss zu Gunsten eines Solidar-Systems weichen.

ethecon möchte als finanzstarke Stiftung den „langen Atem“ sichern, der notwendig ist, um intakte Umwelt, Frieden und soziale Gerechtigkeit durchzusetzen.

Im Januar 2004 von zwei GründungsstifterInnen mit 80.000 Euro aus der Taufe gehoben, liegt das von 13 StifterInnen zur Verfügung gestellte Stiftungsvermögen aktuell bei 619.000 Euro. Diese Summe klingt nach mehr, als sie tatsächlich ermöglicht. Das Gesetz schreibt vor, dass Stiftungen bei dem Vermögen ausschließlich die „Erträge“ nutzen dürfen. Und da wir strikt ethisch-ökologische Prinzipien bei der Anlage des Vermögen nutzen erreichen die Erträge gerade einmal ca. 16 Tsd. Euro (vgl. Jahresbericht 2009).

Vor diesem Hintergrund wird direkt klar: Um wirkungsvoller als bisher in die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen eingreifen zu können bzw. um langfristige mehr Kraft zu entwickeln, muss das Stiftungsvermögen durch weitere Zustiftungen und neue Fördermitglieder gestärkt werden.

Bitte helfen Sie mit, engagieren auch Sie sich: Spenden Sie hier. Werden Sie hier Fördermitglied (ab 60 Euro jährlich). Stiften Sie hier (Zustiftungen sind ab 5 Tsd. Euro möglich). Eine Ansparzustiftung (ab 20 Euro monatlich) zeichnen Sie hier. Wenn Sie ein Darlehen gewähren wollen, melden Sie sich hier.

Wichtig: Alle hier vorgestellten Zuwendungen wirken steuersenkend und werden entsprechend bescheinigt.

Sie helfen uns auch, wenn Sie mit Interessierten eine Veranstaltung zur Vorstellung von ethecon organisieren. Gerne kommen wir bei Ihnen vorbei, auch wenn der Kreis klein ist.

Sichern Sie sich hier kostenlos die ausführlichen Informationen zu allen steuerwirksamen Möglichkeiten der Förderung.

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Es gibt in Deutschland ca. 20 Tsd. Stiftungen, international mehrere hunderttausend. Zumeist sind es Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen, denen es in erster Linie um Macht und Geld geht, etwa den Erhalt großer Familienvermögen bzw. die Sicherung der gegebenen politischen Verhältnisse. Es gibt auch Förderstiftungen für alle möglichen Zwecke und sehr viele karitative Stiftungen, die sich um eine Vielzahl von Umweltschutz-, Gesundheits- etc. Problemen kümmern.

ethecon ist eine der wenigen Stiftungen, die sich system-, konzern- und globalisierungskritisch für einen grundlegenden Wandel der Verhältnisse engagieren. ethecon ist eine Stiftung „von unten“, die sich vor allem in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht.

Die Stiftung hat derzeit 13 StifterInnen, weitere Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften sind willkommen.

Spenden bitte an:

EthikBank
Konto 30 45 536
BLZ 830 944 95

Internationale Bankverbindung
BIC GENODEF1ETK
IBAN DE 58 830 944 95 000 30 45 536

Werden Sie Fördermitglied. Ab 60 Euro jährlich möglich. Formlose Mitteilung unter Angabe eines Kontos zur Abbuchung des Beitrages genügt: info@ethecon.org

Bei Interesse an einer Zustiftungen sprechen Sie am besten mit uns. Kurze Nachricht genügt.

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie
Wilhelmshavener Str. 60
D-10551 Berlin
Fon 030 - 22 32 51 45
eMail mailto:info@ethecon.org

Oder direkt an den Vorstand:

Axel Köhler-Schnura
Schweidnitzer Str. 41
40231 Düsseldorf
Fon 0211 - 26 11 210
Fax 0211 - 26 11 220
eMail mailto:aks@ethecon.org

Vorstand

Axel Köhler-Schnura/Düsseldorf
Dipl. Kfm./Träger des Preises für Zivilcourage 2000

Hubert Ostendorf/Düsseldorf
Dipl. Rel. Päd./Journalist und Galerist

Gudrun Rehmann/Detmold
Journalistin

Kuratorium

Elke von der Beeck/Wuppertal
Erwachsenenbildnerin

Uwe Friedrich/Bonn
Dipl. Ing. und Stadtplaner/Betriebsratsvorsitzender

Katharina Kniesche-Schubert/Hamburg
Bankkauffrau/Betriebsratsvorsitzende

Christiane Schnura/Düsseldorf
Dipl.Soz.Päd.

Wolfgang Teuber/Lübeck
Journalist

Karen Teuber-Genn/Norden
Dipl.Päd. und Theaterpädagogin

Lydia Will/Bergisch Gladbach
Studentin

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