ethecon-Preisträgerin Diane Wilson droht Gefängnisstrafe

Die Preisträgerin des Internationalen ethecon Blue Planet Award 2006, Diane Wilson, ist am 9. Juni in Washington DC festgenommen worden, nachdem sie bei einer Sitzung des Energie-Ausschusses des US-Senats nachgemachtes Öl über sich vergossen hat. Mit dieser Aktion protestierte sie vor allem gegen die republikanische Senatorin Lisa Murkowski, die eine Gesetzesvorlage blockiert, mit der die Haftungsbegrenzung von Ölfirmen aufgehoben werden soll. Diese liegt im Augenblick bei $75 Millionen. Diane Wilson empört sich: „Das ist unerhört! Wie kann sie es wagen, für ‚Big Oil’ Partei zu ergreifen und gegen die Amerikaner, die von diesem von Menschen gemachten Desaster so erschüttert sind?“

Die Unterbrechung der Senats-Tagung durch Diane Wilsons Protest-Aktion wird als gesetzwidriges Benehmen betrachtet. Sollte sie für schuldig befunden werden, droht ihr eine einjährige Haftstrafe. Der Prozess findet schon am kommenden Freitag, 18. Juni, in Washington statt. Medea Benjamin, neben Diane Wilson eine der Mitbegründerinnen der US-amerikanischen feministisch-pazifistischen Bürgerrechts-Bewegung Code Pink, fordert: „Der BP-Geschäftsführer Tony Hayward sollte im Gefängnis sein, nicht eine verzweifelte Garnelenfischerin!“

Ursprünglich beabsichtigte Diane Wilson, am 17. Juni nach Taiwan zu fliegen. Sie will im Vorfeld der Preisübergabe des International ethecon Black Planet Award 2009 an die FORMOSA PLASTICS GROUP mit einigen taiwanesischen FPG-Arbeitern sprechen und Erfahrungen austauschen. Die eigentliche ethecon-Preisübergabe soll am 25. Juni im Rahmen der Hauptversammlung der FPG erfolgen. Sie hofft nun darauf, dass das Verfahren gegen sie am 18. Juni eingestellt wird, damit sie im Anschluss daran von Washington aus direkt nach Taiwan fliegen kann.

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