Verehrter, lieber Herr Ziegler,

schon mehrfach habe ich die Initiative des Kollegen Hans See unterstützt, Sie für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen – leider bisher ohne Erfolg. Umso mehr freue ich mich, dass Ihnen nun der Blue Planet Award verliehen werden soll. Ich nehme diese hoch erfreuliche Gelegenheit wahr, Ihnen – sicher im Namen von vielen Engagierten aus den sozialen und ökumenischen Bewegungen – zu danken für Ihr unermüdliches und mutiges Eintreten für die Armgemachten und Verhungernden dieser Erde.

Nicht nur, dass Sie sich in dieser Weise engagieren, sondern auch, wie Sie das tun, ist für uns alle eine unglaubliche Stärkung. Normalerweise werden die Stimmen leiser, wenn jemand ein öffentliches Amt wahrnimmt. Die Rücksichtnahme, die Diplomatie und oft sogar der Opportunismus verführen zur Anpassung. Sie sind einer der wenigen, die Ihre wichtigen öffentlichen Ämter dazu genutzt haben, öffentlich die Wahrheit über die Realität zu sagen. Ihre klare Sprache ist nicht zu überhören: „Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“ Nun haben Sie diese Wahrheit erneut in einem Buch veröffentlicht: „Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der Dritten Welt“.

Als jemand, der nicht in der Politik, sondern in der Kirche versucht hat, diese Wahrheit auszusprechen, weiß ich, wie deprimierend es ist, wenn dieser Skandal nicht alle oder wenigstens die Mehrheit zur Umkehr und zum Handeln bewegt. Möge der Preis Ihre Durchhaltekraft stärken.

Wir brauchen Ihre Stimme auch in der Zukunft. Für die Basisbewegungen ist sie eine lebenswichtige Stärkung.

In Mitfreude und mit solidarischen Grüßen

Ihr Ulrich Duchrow

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