Erklärung der japanischen Gewerkschaft Doro Chiba

Liebe Kolleginnen und Kollegen in Deutschland,

in der Corona-Krise kommt sehr bald der 11. Jahrestag des “Großen Erdbeben in Ostjapan”und des Supergaus von “Fukushima-Daiichi” vom 11. März 2011.

“Das Große Erdbeben in Ostjapan” und der dadurch hervorgerufene Tsunami haben damals innerhalb eines Augenblicks mehr als 18.000 Menschen das Leben genommen. Das ist nicht alles. Das Erdbeben und der Tsunami haben “Fukushima-Daiichi” auf eine beträchtliche Weise zerstört: Der erste, zweite und dritte Reaktor sind explodiert und es kam zu einer Kernschmelze. Die dadurch freigesetzten hoch radioaktiven Stoffe haben die Erde und das Meer von Fukushima und der benachbarten Präfekturen umfangreich verseucht. Die Menge der freigesetzten Radioaktivität war enorm: Allein die Quantität des Cäsiums 137 belief sich auf das 168.5fache der Hiroshima-Atombombe (die von der japanischen Regierung veröffentlichte Zahl).

Bis zum 11. März 2011 sagten und behaupteten die japanische Regierung und die Elektrizitätsgesellschaften, “Die AKWs sind absolut sicher. Die Atomkraft ist eine saubere Energie” Dass das eine glatte Lüge ist–das wurde nun ans Licht gebracht.

Aber so eine Lüge wird nun von der japanischen Regierung schon wieder wiederholt: Sie behauptet nun mit aller Kraft, dass das Tritium überhaupt nicht gesundheitsschädlich sei. Diese Demagogie wird auch in den Grund-, Mittel- und Oberschulen verbreitet.

Und die Regierung von Kishida zielt darauf, das radioaktiv konterminierte Wasser, das sich im Gelände von “Fukushima-Daiichi” massenweise anhäuft, im Frühling 2023 zu verklappen.

Dagegen wehren sich sowohl die Fukushima- als auch die Nationalen Fischereigenossenschaften heftig. Auch die überwältigende Mehrheit der Bürger in Fukushima und viele Bürger japanweit sind dagegen.

Trotzdem beharrt die japanische Regierung auf die Verklappung des radioaktiv kontaminierten Wassers. Warum? Weil sie sich für die Wiederinbetriebnahme von AKWs sowie für das aggressive Vorantreiben ihrer Nuklearpolitik (einschließlich der eigenen atomaren Bewaffnung) entschieden hat.

Auch TEPCO hat die Absicht, die Wiederinbetriebnahme ihrer AKWs voranzutreiben.

Auf der anderen Seite standen jetzt sechs junge Männer aus Fukushima (jetzt 17-27 Jahre alt) auf, die die Atom-Katastrophe in ihrer Kindheit (damals 6-16 Jahre alt) erlebten und an Schilddrüsenkrebs sowie dessen Folgeerscheinungen immer noch leiden. Sie haben am 27. Januar dieses Jahres gegen TEPCO Anklage erhoben: Ihre Position ist ganz klar, und zwar; “Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen ihrem Schilddrüsenkrebs und der durch den Supergau verursachten Strahlenbelastung”

* Sowohl die japanische Regierung als auch die Präfekturverwaltung von Fukushima und die “Fukushima Medical University” stehen schamlos und hartnäckig auf dem Standpunkt, dass der sehr häufig vorkommende Schilddrüsenkrebs unter den jungen Menschen in Fukushima nichts mit der massenhaft freigesetzten Radioaktivität seit dem 11. März 2011 zu tun habe.

Es ist ganz klar, dass unsere Aktion in Fukushima am 11. März dieses Jahres einen weltweiten Einfluss haben wird. Dessen wohl bewusst werden wir an diesem Tag vor Ort aufstehen.

Nein zu der Verklappung des radioaktiv kontaminierten Wassers!

Nein zu der Wiederinbetriebnahme von AKWs!

Sofortige Einstellung aller AKWs weltweit!

Nie wieder Hiroshima, Nagasaki, Bikini, Tschernobyl und Fukushima!

Die Menschheit und die Atomkraft (Atomwaffen, AKWs usw.) sind unvereinbar!

Lasst uns in diesem Kampf über die Kontinentale hinweg zusammen kämpfen!

Hoch die internationale Solidarität!

Zum Schluss: ethecon hat der “”Fukushima Collaborative Clinic” mehrmals große Summen von Spenden überwiesen. Wir sind euch zutiefst dankbar! Wie man so schön sagt, “Ein Freund in der Not ist ein Freund in der Tat”; Vielen vielen Dank!

Februar, 2022

Internationales Arbeitersolidaritätskomitee von Doro-Chiba Nobuo

Solidaritätserklärung Fukushima

Super-Gau in Fukushima 2011

TEPCO muss haften!

Solidarität mit den Betroffenen
& den klagenden jungen Menschen!

Elf Jahre nach dem Super-Gau in Fukushima/Japan ist die Lage im Atomreaktor des TEPCO-Konzerns und seiner Umgebung immer noch katastrophal. Für die Umwelt und die Menschen. Nicht nur in Japan, sondern weltweit. So lassen sich beispielsweise nach wie vor in japanischen Lebensmitteln sowie im Wasser des Pazifiks an den Küsten der USA immer wieder erhöhte Strahlenwerte messen.

Im Unglücksreaktor selbst dauert derweil die Kernschmelze noch immer an. Täglich muss mit großen Mengen Wasser gekühlt werden. In weit mehr als 1.000 Tanks lagert TEPCO mittlerweile mehr als 1,25 Mio. m3 hochgradig verstrahltes Kühlwasser. Wobei zugleich immer wieder verseuchtes Wasser auch in den Pazifik strömte.

Nun soll das Wasser komplett in das Meer eingeleitet werden. Nicht nur Umweltschutzorganisationen aus der ganzen Welt und die Fischerei aus Japan und vielen anderen Ländern protestieren heftig, China und andere Staaten übten massiv Kritik. Japan hingegen hält an diesem verheerenden Plan fest und will sich mit einem Gutachten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Rückendeckung holen.

ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie hat die für das Atomverbre­chen von Fukushima Verantwortlichen des TEPCO-Konzerns mit dem ethecon Dead Planet Award 2011 an den internationalen Pranger gestellt. Diese Menschen treten aus reiner Profitgier die grundlegenden Prinzipien menschlicher Ethik mit Füßen und ruinieren unseren Blauen Planeten.

ethecon fordert seitdem, dass die Manager und Aktionär*innen von TEPCO für alle vom Konzern zu verantwortenden Umwelt- und anderen Schäden haften und ggfs. auch bestraft werden.

ethecon erklärt sich zugleich solidarisch mit allen Betroffenen der Fukushima Katastrophe in aller Welt. Insbesondere mit den sechs jungen Menschen, die zum Zeitpunkt des Unglücks in Fukushima lebten, jetzt unter Schilddrüsenkrebs leiden und deswegen aktuell Klage gegen Tepco eingereicht haben.

Wir fordern Gerechtigkeit für sie und alle anderen Betroffenen dieser Menschheitskatastrophe.

Wir fordern ein Ende der Atomenergie, in Japan und überall auf der Welt und verurteilen die Pläne der EU, Atomenergie als „nachhaltige Technologie“ neu zu etablieren.

Berlin, den 08. März 2022

Fukushima mahnt: Mahnwache am 11. März um 16 Uhr in Düsseldorf

Gerechtigkeit für die Opfer des Supergaus in Fukushima

Sofortiger Atomausstieg in Japan und weltweit!

Freitag, 11. März, 16 Uhr
Burgplatz am Rheinufer
(Haltestelle: Benrather Straße)
Düsseldorf

Bereits zum 11. Mal jährt sich am 11. März der Gedenktag des Supergaus in Fukushima. Noch immer strahlen die geschmolzenen Brennstäbe so stark, dass sie täglich mit großen Mengen Wasser gekühlt werden müssen. Bislang konnte Tepco, der Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima Daiishi, das kontaminierte Wasser in speziellen Tanks lagern. Jetzt sind diese bald voll. Die Regierung sieht daher keine andere Lösung als das kontaminierte Wasser in Zukunft im Meer zu verklappen. Dagegen protestieren die Fischer und Bauern in Fukushima genauso wie Umweltschützer*innen weltweit, besonders in Japan, China und Korea.

Die Schäden für die Gesundheit spüren schon jetzt besonders die vielen Menschen, die zur Zeit des Supergaus in Fukushima gelebt haben und in der Folge an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind. Sechs von ihnen wollen jetzt mit einer Sammelklage die Verantwortlichen von Tepco haftbar machen.

Fukushima hat deutlich gezeigt, dass Atomkraft keine sichere Energie ist. Dass der Glaube, Menschen könnten sie völlig im Griff haben, eine Täuschung ist. Dazu kommt noch, dass Atomenergie ein Beiprodukt der Atomwaffenherstellung ist. Sie kann daher bis heute nicht von der militärischen Nutzung getrennt werden. Dass die Gefahr einer solchen Nutzung immer noch aktuell ist, zeigt jetzt gerade die Krise in der Ukraine, in der nun wieder mit Atomwaffen gedroht wird.

Atomenergie ist deshalb nicht nur abzulehnen, weil sie nicht nachhaltig und für den Menschen letztlich unkontrollierbar ist, sondern auch aus pazifistischen Gründen. Sie ist damit auch unverantwortlich gegenüber den künftigen Generationen: zwei Generationen können die Energie nutzen, hunderte von Generationen müssen sich mit dem Problem der Endlagerung auseinandersetzen. Wenn nicht vorher schon ein weiterer Supergau oder womöglich ein Krieg für noch verheerendere Katastrophen gesorgt haben.

Darum kann unsere Forderung nur lauten: sofortiger Atomausstieg, in Japan und überall! Die EU muss ihre Taxonomie der Atomenergie als nachhaltig zurücknehmen!

Freitag, 11. März, 16 Uhr
Burgplatz am Rheinufer
(Haltestelle: Benrather Straße)
Düsseldorf

Mit solidarischen Grüßen
Judith Samson

ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie
www.ethecon.org / info@ethecon.org

Erklärung zum Krieg in der Ukraine

Krieg in Europa!
Dieser Krieg birgt die Gefahr, dass er zum Weltkrieg ausufert.

Liebe Freund*innen und Freunde,
liebe Mitstreiter*innen,

nach der ersten persönlichen Kurz-Information von Axel Köhler-Schnura, Gründungsvorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) und Gründungsstifter von ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie am Montag, 28.02.2022, hier die komplette Stellungnahme von ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie zum Ukraine-Krieg.

Der Kurs der Aktien der deutschen Rüstungsschmiede RHEINMETALL stieg in den Tagen 25.02. bis 28.02.2022 um 50 Prozent (!!). 2017 hat ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie die verantwortlichen Kriegsverbrecher des RHEINMETALL-Konzerns mit dem Internationalen ethecon Dead Planet Award geschmäht und an den Pranger gestellt. Hier das Dossier von ethecon dazu. Die Aktien dieses Konzerns triefen vor Blut!

Die Kurse explodieren nicht nur bei RHEINMETALL, sondern ebenso bei allen Rüstungskonzernen der Welt. Der Totentanz des Kapitals feiert die Aussicht auf Rekord-Profite!

Doch Tatsache ist:

Wir sind nicht ohnmächtig!

Wir schweigen nicht zu dieser Katastrophe!

Heraus zu den Anti-Kriegsdemonstrationen!
Ergreifen wir die Partei des Friedens!

Und vor allem: Entgegen der Meinung des vom BLACKROCK-Konzern zum CDU-Vorsitz gewechselten Friedrich Merz, der am 27.02.2022 im Bundestag eine Brandrede hielt, haben sich die Ostermärsche nicht „überholt“, sondern sind wichtiger denn je!

Angesichts des Einmarschs der Russischen Föderation in die Ukraine und der weltweiten Kriegshetze gegen Russland können wir nicht ruhig bleiben. Wir fordern in Übereinstimmung mit der gesamten Friedensbewegung: Die Waffen nieder! Sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen und Militäroperationen! Rückzug der russischen Truppen von ukrainischem Staatsgebiet! Schluss mit der NATO-Einkesselung Russlands! Lösung der Konflikte auf dem Verhandlungsweg! Abrüstung weltweit! Keine Eskalation, egal von welcher Seite!

Bei Analyse und Beurteilung des Krieges gegen die Ukraine gelten dieselben Maßstäbe und Prinzipien des internationalen Rechts wie auch in Bezug auf die Kriege der USA, der NATO und anderer Mächte gegen Afghanistan, die Kurden, Jugoslawien, den Irak, den Iran, Libyen, Syrien usw. Und selbstredend gelten die universellen Menschenrechte.

Im seit mehreren Hundert Jahren andauernden Kampf gegen verbrecherischen Kapitalismus und zerstörerischen Imperialismus ging es immer darum, Hegemoniestreben und globalem Wettrüsten entgegen zu treten. Beides bringt Kriege und Kriegsgefahren mit sich. Und es vernichtet Ressourcen, die zur Bearbeitung der globalen Menschheitsfragen – Hunger, soziale Gerechtigkeit, Klimakatastrophe – dringend gebraucht werden.

Es ist nicht möglich, die derzeitige Situation in der Ukraine mit Sorgfalt und Ehrlichkeit zu untersuchen, ohne die berechtigten Ansprüche der Russischen Föderation gegenüber den Vereinigten Staaten und der NATO zu bewerten. Wir wissen, dass die westlichen Großmächte die mit Russland im Rahmen des Anschlusses der ehemaligen DDR an die Bundesrepublik Deutschland getroffenen Vereinbarungen von 1991 seit 30 Jahren brechen. Sie sagten damals zu, die NATO „nicht über die Elbe hinaus“ nach Osten auszudehnen. Und praktizierten unverfroren das Gegenteil. 14 Länder östlich der Elbe bis an die Westgrenzen Russlands wurden in die NATO eingegliedert. 1999 führte die NATO (unter deutscher Beteiligung!) einen drei Monate währenden ebenso verheerenden wie illegalen Großkrieg mit Hunderttausenden Toten gegen Jugoslawien und zerschlug diesen Staat. Seit Jahren werden von der ukrainischen Regierung die Verhandlungen über friedliche Lösungen der Konflikte mit Russland verweigert. Stattdessen steht im Raum, die Osterweiterung der NATO auch auf die Ukraine auszudehnen.

All das ist Teil des aggressiven Anspruchs der USA, „die Welt zu führen“. Der US-Imperialismus zieht unter diesem Banner seit Anbeginn mit Dutzenden von Kriegen eine breite Blutspur durch die Geschichte des Planeten. Nachdem die USA nach dem Zweiten Weltkrieg die NATO als aggressives Militärbündnis gegen alle Widersacher gegründet haben, schlossen sich die europäischen Staaten mit Nuancierungen als Juniorpartner dem Feldzug für die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten an.

Der Wechsel zu antirussischen bzw. pro-westlichen Regierungen in der Ukraine wurde seinerzeit bekanntermaßen von den USA orchestriert und finanziert. Das Minsker Friedensabkommen zum Ukraine-Konflikt war von den USA von Anfang an abgelehnt worden und wurde von den ukrainischen Nationalisten in Regierung, Militär und Gesellschaft boykottiert.

In allen NATO- und Nicht-NATO-Staaten entlang der russischen Grenze sind seit Jahren US-amerikanische Streitkräfte stationiert. In Deutschland wird seit 2021 wieder die Stationierung US-amerikanische Mittelstrecken-Raketen mit optional installierbaren Atomsprengköpfen vorbereitet. Auf der dänischen Insel Bornholm soll eine neue US-Militär-Basis errichtet werden, die den freien Zugang zu russischen Häfen kontrolliert. Die neutralen Länder Finnland und Schweden werden zum NATO-Beitritt gedrängt.

Frieden kann nicht erreicht werden, indem Staaten eingekreist und eingekesselt werden. Entsprechend ist eingetreten, wovor Friedenskräfte seit Jahrzehnten warnen. Der neue Kalte Krieg ist in einen heißen zwischen Russland und der Ukraine umgeschlagen.

Doch ist der russische Einmarsch in die Ukraine politisch, humanitär und militärisch zu verurteilen. Der von Russland begonnene Krieg ist ein Schlag ins Gesicht aller, die für Freundschaft der Völker eintreten, die für eine friedliche Lösung von Krisen, auch der Ukrainekrise, eintreten und sich für Frieden und Abrüstung einsetzen.

Wir erinnern an das Prinzip der ungeteilten und gemeinsamen Sicherheit, wie es bereits im Kalten Krieg durch den Druck der Friedensbewegung anerkannt wurde. Im Atomzeitalter kann keine Seite ihre Sicherheit auf Kosten der anderen erhöhen. Sicherheit gibt es nur gemeinsam. Dauerhafter Frieden mit Russland erfordert eine gesamteuropäische Friedensordnung.

Die politischen Reaktionen des Westens auf den Beginn des Ukrainekriegs in der letzten Februar-Woche 2022 sind von Eskalation geprägt. Friedrich Merz, von BLACKROCK in die CDU-Parteiführung gewechselt, hielt am 27. Februar 2022 im Deutschen Bundestag eine Brandrede, die – unter Beifallsstürmen und stehenden Ovationen (!) – in übelster Propaganda-Machart auf Eskalation, Militär und Feindschaft setzte. In unvergleichlicher Weise hetzte er gegen Russland und feuerte die Kriegsbereitschaft des Westens, vorneweg Deutschlands an.

Auch die Bundesregierung setzt auf Waffen, Aufrüstung und damit letztlich auf Krieg. 100 Milliarden Euro, das 37-fache des vor dem Hintergrund der Klimakatastrophe bedeutsamen Umwelthaushalts, wird noch dieses Jahr in die Aufrüstung der Bundeswehr gesteckt. Das für Deutschland geltende Exportverbot wird gebrochen und deutsche Waffenlieferungen in die Ukraine werden im großen Stil freigegeben. Und selbst die Forderungen nach Atomwaffen für Deutschland wird wieder laut. Medienberichten zufolge plant Verteidigungsministerin Lambrecht die Anschaffung von Flugzeugen des Typs F-18 oder F-35 als künftige Atombomber für die Bundeswehr.

Auch die Chefin der EU-Kommission, Ursula van der Leyen (CDU), unlängst noch Kriegsministerin in Deutschland, eskaliert. Sie bietet der Ukraine die Aufnahme in die EU an und bringt ein EU-Waffenpaket für die Ukraine auf den Weg.

Dem Wahnsinn eines Kriegs in Europa stellen wir uns entgegen. Die Gebote der Stunde lauten: Rettung des Klimas statt Forcierung von Kriegen! Beseitigung des Hungers statt Aufrüstung! Sicherstellung sozialer Sicherheit statt Konfrontationspolitik!

Dieser Krieg muss beendet werden, auch weil er die Gefahr eines Flächenbrandes beinhaltet. Aber auch der jahrelange Bürgerkrieg in der Ukraine selbst muss endlich beendet werden. Es sterben nicht nur Menschen in Kiew sondern auch in Luhansk und im Donbass.

Wir unterstützen die Forderung Frankreichs und anderer Staaten nach einem sofortigen Waffenstillstand. Wir fordern den Rückzug der russischen Truppen und ein Zurück an den Verhandlungstisch. Die Gespräche müssen wiederaufgenommen werden. Sanktionen, die die Bevölkerung Russlands treffen, lehnen wir ab. Eine militärische Antwort der NATO darf es nicht geben.

Es müssen konkrete Schritte zur Deeskalation gegangen werden. Es darf keine militärischen Lieferungen in das Krisen- bzw. Kriegsgebiet geben. Es muss Schluss sein mit Kriegsrhetorik, propagandistischer Hetze und Konfrontationspolitik.

Notwendig sind aktives Eintreten für die Umsetzung des völkerrechtlich verbindlichen Abkommens Minsk II durch Russland und die Ukraine sowie Verhandlungen mit Russland auf der Grundlage eines klaren Bekenntnisses zu Entspannung und dem Prinzip der gemeinsamen Sicherheit.

Die US-amerikanische Aggression muss eingedämmt werden. Es dürfen keine atomwaffenfähigen Mittelstrecken-Raketen in Deutschland stationiert werden.

Wir müssen eintreten für neue Rüstungskontroll-und Abrüstungsverhandlungen.

Entschieden treten wir allen entgegen, die nach noch mehr Waffen, noch mehr Militär und damit noch mehr Krieg schreien: Nicht mit uns! Das sind nicht unsere Kriege! Wir machen Euren Totentanz nicht mit!

Heraus zu den Friedendemonstrationen und zu den Ostermärschen!

Beidseitiger Rückzug aller Truppen aus der Konfliktregion. Stopp der NATO-Osterweiterung! Keine Waffenlieferungen in die am Konflikt beteiligten Staaten! Keine weiteren Truppenverlegungen der NATO nach Osteuropa!

Verhandlungen mit Russland auf der Grundlage eines klaren Bekenntnisses zu Entspannung und dem Prinzip der gemeinsamen Sicherheit. Schluss mit den Großmanövern von NATO und Russland. Weltweite Abrüstung und Rückführung der Überrüstung der NATO-Staaten.

Die NATO bedroht nicht nur die Staaten der Russischen Föderation, sondern auch die Volksrepublik China. Bereits jetzt bestreitet die NATO nach SIPRI-Angaben 56% der weltweiten Rüstungsausgaben, China und Russland kommen zusammen auf 16%. Jetzt sollen die europäischen Staaten noch mehr Geld für Rüstung ausgeben. Es soll also noch mehr Öl ins Feuer gegossen werden. Beenden wir endlich diesen Irrsinn, bevor ein Atomkrieg – unbeabsichtigt oder nicht – unseren Planeten zerstört.

Es muss Schluss gemacht werden, mit Krieg und Aufrüstung. Wir haben nur noch ein paar Jahre Zeit, um weltweit das Ruder herumzureißen, um die menschheitsbedrohenden Krisen Klimakatastrophe, Artensterben und Meeresvermüllung in den Griff zu bekommen. Dazu braucht es die weltweite Zusammenarbeit und entsprechende Ressourcen.

Wir brauchen schnellst möglich einen internationalen Prozess, der zu Deeskalation, Abrüstung und mehr Kooperation führt. Diesen Prozess müssen UNO und OSZE vorantreiben. Vorbild könnte der KSZE-Helsinki-Prozess sein.

Deshalb: Kämpfen wir gemeinsam gegen die Scharfmacher und Kriegstreiber. Lassen wir uns nicht den Mund verbieten, wenn wir uns gegen Aufrüstung und den Ausbau der Bundeswehr wehren.

Wir streben eine Gesellschaft an, in der die Interessen der Menschen und der Natur im Mittelpunkt stehen und nicht Wachstumszwang und Profit. Die Zeit ist reif für radikales Umsteuern und neue, nachhaltige Perspektiven für unsere Sicherheit und die Erhaltung unseres Planeten.

Eine andere Welt ist nötig und möglich! Nein zum Krieg! Nein zur Aufrüstung!

Für eine Welt ohne Ausbeutung und ohne Unterdrückung.

 

 

[ethecon emailNews] Januar 2022

Guten Tag,

das neue Jahr 2022 ist ja nun bereits einige Wochen alt. Es hat mit viel Turbulenzen begonnen: Corona dauert an, die Kriegshetze wird immer bedrohlicher, das Sterben im Mittelmeer und an den Außengrenzen der EU geht weiter, statt endlich energisch gegen die Klima-Katastrophe vorzugehen wird die Welt in unerträglicher Weise mit Greenwashing zugeschüttet. Selbst VW ist jetzt klimaneutral.

Und doch gibt es auch gute Nachrichten. So z.B., dass die AKWs in Brokdorf, Grohnde und Grundremmingen vom Netz gegangen sind und in spätestens einem Jahr die letzten drei deutschen AKWs folgen sollen. 50 Jahre Kampf seit 1970 zeigen endlich, endlich Erfolg.

Zugleich allerdings wieder verbunden mit einer geradezu unglaublichen und unfassbaren Nachricht:  Die EU will die Atomenergie nicht nur wieder zulassen, sondern sie sogar als „nachhaltige Technologie“ fördern. Und was hören wir von den Grünen in der Bundesregierung dazu?

Das zeigt nur eines: Unser Widerstand, unsere konzern- und kapitalismuskritische Arbeit ist weiterhin nötig. Der Verrat an den Menschen – vorneweg der Jugend! – geht weiter. Gnadenlos und immer öfter mit kaum zu überbietendem Zynismus.

Anlässlich der Menschheitskatastrophe in Fukushima hatte ethecon die verantwortlichen Besitzer und Manager des japanischen Atom-Konzerns TEPCO mit dem Internationalen ethecon Dead Planet Award 2011 an den Pranger gestellt. Zum diesjährigen Jahrestag des bis heute andauernden Nuklear-Super-GAUs am 11. März wird ethecon sich einmal mehr in die weltweiten Proteste gegen jegliche Nutzung der Atomenergie einreihen. Die Atom-Technologie überfordert die Menschheit und bringt sie in Gefahren bis hin zur totalen Auslöschung. Continue reading

[ethecon eMail News] Dezember 2021

Guten Tag,

begleitet von Mahnwachen im RWE-Braunkohlerevier und vor der RWE-Konzern-Zentrale in Essen wurden die beiden Internationalen ethecon Awards am 20.November in einer großen digitalen Veranstaltung verliehen.

Leider musste wie bereits im Vorjahr die Präsenz-Veranstaltung in Berlin aufgrund der neuen 2G-Regelungen kurzfristig abgesagt werden. Diese hätte ungeimpfte, aber getestete Menschen von einer Teilnahme ausgeschlossen. Unsere Stellungnahme findet sich hier.

ethecon beschloss aus diesen Gründen, die Veranstaltung digital durchzuführen. Zum Glück fanden sich spontan noch viele Unterstützer*innen, die sich zur Verleihung des Internationalen ethecon Dead Planet Award vor Ort an der Abbruchkante in Lützerath und vor RWE in Essen versammelten.

Auf unserer Webseite findest du alle Redebeiträge zum Nachhören und in Kürze auch ein Video mit den Highlights der Preisverleihungen. Und natürlich gibt es eine Auswertung hier in diesem newsletter [ethecon eMail News]. Scrolle einfach runter. Continue reading

Dankrede 2021 veröffentlicht

Dankrede „Ein aufgezwungener Krieg“

Am 20.11.2021 wurde die Menschenrechts- und Friedenaktivistin Aminata Traoré aus Mali von ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie mit dem Internationalen ethecon Blue Planet Award 2021 „für ihren herausragenden und beispielhaften Einsatz für Rettung und Erhalt des Blauen Planeten“ geehrt. Aufgrund der Corona-Auflagen war es der Preisträgerin nicht möglich, die Trophäe des ethecon Blue Planet Award persönlich entgegenzunehmen. Auch musste der geplante Festakt wegen der Corona-Auflagen kurzfristig ins Internet verlegt werden. Von der Dankrede der Preisträgerin war während der Preisverleihung wegen Stromausfall und instabiler Video-Schaltung nach Mali nur der Anfang zu vernehmen. Heute endlich kann ethecon die Rede in vollem Wortlaut veröffentlichen.

Die Preisträgerin des ihr am 20. November 2021 verliehenen Internationalen ethecon Blue Planet Award 2021 aus Mali, die Friedens- und Menschenrechtsaktivistin Aminata Traoré, übt in ihrer Dankrede umfangreich Kritik an EU-Militärpolitik und an dem von kapitalistischen Mächten in Mali verursachten Chaos.

Die malische Autorin und politische Aktivistin war früher Kultur- und Tourismusministerin und bezeichnet sich selbst als »eine Frau, die gegen einen Männerkrieg aufsteht«.

Dieser Film wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Aktion Selbstbesteuerung e.V.

 

(Text) Dankesrede zum Download (PDF)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitglieder des Kuratoriums und des Vorstands der Stiftung Ethik und Ökonomie – Ethecon.

Es ist mir eine große Freude, den »Internationalen Blue Planet Award« 2021 entgegenzunehmen. Das ist für mich eine große Ehre.

Ich spreche als Frau, Afrikanerin, Sahelianerin in einer Situation des »Krieges gegen den Terrorismus«. Die erste und wichtigste Lehre, die ich aus dieser Situation ziehe, ist der Angriff auf die persönlichen Freiheiten und die politische Souveränität meines Landes… Continue reading

Rückblick: Internationale ethecon Awards 2021

Videos, Audios und Texte der ethecon-Preisverleihung 2021 online

Highlights-Video (12 Minuten)

Die einzelnen Beiträge finden sich als Videos auf unserem Youtube-Kanal

 

Zusätzlich gibt es hier die Reden noch mal zum Hören und Lesen:

1- Gastbeitrag „Auf dem Weg in einen präventiven Sicherheitsstaat?“ von Dr. Rolf Gössner (Rechtsanwalt, Publizist und Bürgerrechtsaktivist)

 

2- Schmährede RWE – Dead Planet Award von Sabine Scherbaum (Netzwerk Lebenslaute)

(Text) Schmährede zum Download (PDF)

 

3- Grußwort Dead Planet Award von Markus Dufner (Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre e.V.)

(Text) Grusswort zum Download (PDF)

 

4- Laudatio für Aminata Dramane Traoré – Blue Planet Award von Tobias Pflüger (MdB und friedenspolitischer Sprecher der Partei die Linke)

(Text) Laudatio zum Download (PDF)

 

5- Grußwort von Christine Buchholz an Aminata Dramane Traoré (12 Jahre im Bundestag, von Beginn an gegen den Mali-Krieg der deutschen Bundeswehr)